Monster Hunt

Heute geht es in meiner Themenwoche rund um chinesische Filme und Serien bei Amazon Prime mit „Monster Hunt“ weiter. Ein Film, der für mich … eher durchwachsen war.

Monster HuntSong Tianyin trifft auf die Monsterkönigin, die ihn bittet, sich um ihr Baby zu kümmern, weil sie selbst bald sterben wird. Eher unfreiwillig bekommt er es von ihr aufgehalst und wird schnell von der Monsterjägerin Xiao Lan überredet, das Kind zu verkaufen.

 

Meine Bewertung: Sterne-3b

  • Song Tianyin: Boran Jing
  • Huo Xiao Lan: Baihe Bai

 

Was braucht ein Fantasyfilm, um erfolgreich zu sein?

  • Einen Protagonisten, der es echt schwer hat? ✔
    • Vollwaise? ✔
    • Niemand hat Respekt vor ihm? ✔
    • Ein merkwürdiges Erbstück? ✔
    • Körperliche Beeinträchtigung? ✔
  • Eine junge, gutaussehende Frau, deren Auftritt praktisch schreit „Ich bin deine Zukünftige!“? ✔
  • Eine Aufgabe, die das Schicksal zweier Völker beeinflussen könnte? ✔
  • Ein bisschen Comedy, damit man nicht die ganze Zeit das Gefühl hat, alles sei gefährlich und tragisch? ✔
    • Vielleicht ein Sidekick, der aussieht wie eine Rübe? ✔
    • Nebenfiguren, die jedes Mal nur auftauchen, um etwas mehr Chaos anzustellen und dadurch neue Probleme verursachen, wenn gerade alles gut lief? ✔Monster Hunt_Sidekicks
    • Nebenfiguren, die eigentlich keinen wirklichen Sinn haben, außer dass man dank ihnen eine weitere lustige Szene einbauen kann? ✔Monster Hunt_Nebenfiguren
  • Ah ja! Eine dunkle Bedrohung natürlich! Wenn sie rote Roben trägt, Boshaftigkeiten von sich gibt und dabei lächelt, umso besser! ✔
    • Selbstverständlich die Gefolgsleute besagter dunkler Bedrohung, damit der benachteiligte Protagonist und seine Zukünftige es nicht so leicht haben. ✔Monster Hunt_Kulisse4

Mh. Eigentlich wollte ich darauf hinaus, dass der Plot von „Monster Hunt“ ziemlich generisch ist. Irgendwie klingt es jetzt aber, als würde ich ihn total schlecht finden …

 

Der Königin ihr Kind

Lasst mich vielleicht kurz schreiben, was den Film etwas vom ansonsten stereotypen Fantasyfilm abhebt:

Das Kind der Monsterkönigin. In jedem anderen Film würde die dem Tode nahe Königin ihr Kind vermutlich in die Arme des Protagonisten drücken und ihn unter Tränen anflehen, ihr unschuldiges Kind zu beschützen und er als rechtschaffener Mann würde diese Aufgabe zwar zögerlich, aber letztlich trotzdem annehmen. (Vermutlich würde er es hinterher auch nicht verkaufen wollen, aber das steht auf einem anderen Blatt.)
„Monster Hunt“ ist da anders: Die Monsterkönigin weint nicht. (Ich schreibe das gerade eine Stunde nachdem ich den Film zu Ende geschaut habe und ich kann mich beim besten Willen an nichts dergleichen erinnern. Sie hat eher den Eindruck gemacht, sie stünde unter Drogen und wüsste nicht so recht, was sie da tut?) Sie drückt dem Protagonisten auch nicht ihr Kind in die Hände. Kann sie auch gar nicht, ihr „Kind“ ist nämlich noch ein Ei (? Es sah aus wie ein Ei, aber ich konnte es nur schlecht sehen. Da das Kind hinterher wie eine Rübe aussieht, war es vielleicht einfach nur eine sehr kleine Rübe?). Das holt sie … – dank Animation nicht ganz so blutig – aus ihrem Körper, schiebt es ihm in den Mund und zwingt ihn, es runterzuschlucken.
Wie auch immer es funktioniert, für die nächsten paar Szenen haben wir daraufhin einen schwangeren Protagonisten … Mh. Vermutlich gehört auch das zur gewollten Comedy?
Jedenfalls machen wir so im Laufe des Films die Fressattacken einer schwangeren Fr … Verzeihung, eines schwangeren Mannes, Schwangerschaftsbeschwerden und eine etwas … ungewöhnliche Geburt mit. Auf vieles davon hätte ich zugunsten von tatsächlicher Handlung verzichten können.

In Sachen Handlung passiert nämlich nicht wirklich viel: Wir haben zwar eine dunkle Bedrohung, wieso weshalb warum erfährt man aber bis zum Schluss nicht so wirklich. Was es mit dem Vater des Protagonisten, mit seinem merkwürdigen Erbstück und seiner durchgeknallten Großmutter zu tun hat, erfährt man ebenfalls nicht. (Allerdings gibt es einen zweiten Teil, also vielleicht sollte ich den erst schauen? Andererseits …)

 

Der Protagonist und die treibende Kraft hinter der Handlung

Auch die Figuren lassen irgendwie zu wünschen übrig: Monster Hunt_Song TianyinSong Tianyin wirkt von seinem ersten Auftritt an, als hätte er von nichts einen Plan. Er kann sich schon in seinem eigenen Dorf nicht durchsetzen und als er auf Xiao Lan trifft, ist es endgültig vorbei. Sie bestimmt, was die beiden tun und wohin sie gehen und abgesehen von einem kurzen, zaghaften Versuch – der dann selbstverständlich nicht weiter verfolgt wird – schlägt Song Tianyin auch keine Alternativen vor. Er folgt ihr einfach, weil … Hm … Sie die weibliche Hauptrolle ist?
Wirklich, ich verstehe selbst am Ende des Films noch nicht, weshalb er überhaupt mit ihr mitgegangen ist. Sie will das Kind der Königin verkaufen, er interessiert sich nach eigener Aussage aber nicht für das Geld. Er könnte genauso gut in seinem eigenen Dorf abwarten, bis er das Kind „zur Welt bringt“ und es ihr dann aushändigen, statt mit damit herumzulaufen und sich in Gefahr zu begeben, schließlich weiß er bereits, dass nach dem Kind gesucht wird.

Monsterhunt_Weibliche Hauptfigur2Xiao Lan hat zumindest einen nennenswerten Charakter, auch wenn ihre Hintergrundgeschichte irgendwie mau aussieht. Auch sie hat keinen Vater, weil – so gehört sich das in einem guten Fantasyfilm – er von einem Monster getötet wurde. Ende der Geschichte. Länger als drei Sätze verweilen die beiden auch nicht dabei und gehen stattdessen wieder dazu über, sich um das Monsterbaby zu kümmern.

 

Mein Fazit

„Monster Hunt“ sah ziemlich gut aus, als ich das Cover sah und die Beschreibung las. Den ersten Dämpfer versetzte es mir, als ich feststellte, dass der Film wieder mal nur auf Deutsch verhanden ist. Aber gut, damit kann ich leben.
Die Einleitung sah noch ganz gut aus, dann allerdings tauchten die ersten Monster aus, die … irgendwie merkwürdig aussehen? Der Vergleich des Monsterbabys mit einer Rübe ist jedenfalls kein Zufall. Die „Kämpfe“ zwischen den Gefolgsleuten der Monsterkönigin und ihren Wiedersachern waren ebenso merkwürdig, wie die Monster aussahen.


Dann wechselte die Handlung zu Song Tianyins Dorf und … wurde irgendwie nicht besser. Das erste Drittel des Film empfand ich als so langweilig, dass ich echt am Überlegen war, ob ich ihn nicht einfach abbrechen sollte.

Ich bin drangeblieben, aber viel besser wurde der Film eigentlich auch nicht. Die Handlung verliert sich irgendwo und lässt sich eigentlich mit „Und sie wollten das Monsterbaby verkaufen, überlegten es sich aber anders“ zusammenfassen, was eigentlich schon klar war, nachdem Song Tianyin das Ei (?) bekommen hatte.
Der Film ist – leider Gottes – sehr vorhersehbar, die Handlung hat so viele kleine Nebenhandlungen, die irgendwie zu nichts beitragen und nur Zeit fressen, und die emotionale Bindung, die bei mir zu den Charakteren entstanden ist, liegt ehrlich gesagt bei 0.

Ich möchte den Vergleich gar nicht ziehen, aber selbst „Xin: Die Kriegerin“, das ich Anfang der Woche vorgestellt und nicht wirklich gut bewertet hatte, hat einen etwas besseren Eindruck auf mich gemacht.
Ich kann nicht sagen, dass mir der Film gar nicht gefällt – Er wurde zum Ende immerhin etwas besser – als mehr als mittelmäßig kann ich ihn aber beim besten Willen nicht betiteln und die drei Sterne vergebe ich auch eher zähneknirschend.

Immerhin der Soundtrack hat mir aber gut gefallen und die Kulissen sahen schön aus.

Quickly Wear the Face of the Devil

Today, I’d like to write about one of my highlights: The novel „Quickly Wear the Face of the Devil„. I already stumbled upon it last year but had completely wrong expectations regarding the content and thus, only started reading this week.

 

The Content

Zhou Yun Sheng was the world’s best hacker until his consciousness was kidnapped and thrown into different worlds by a being called „Lord god“. His task: He has to play the part of the antagonist disregarding his own opinion.
Zhou Yun Sheng has to comply until he finds a chance to strike back: He codes a program that’ll help him wrest the energy he gets from visiting the next world from the Lord god and using it himself. If he saves up enough energy, he’ll be able to return to his own world.
For the first time, Zhou Yun Sheng takes revenge for the roles he gets and soon enough he pursues his own, personal goal, too.

 

My Opinion

As I’ve said: I was completely wrong with what I was expecting from this novel. The official summary somehow sounds like transmigration which I associated with xianxia since I had only read transmigration to a xianxia-setting until then. In that case: What the hell is a hacker doing in an ancient world?

But as soon as I started reading the first chapter I noticed just how wrong I had been! Nope, Zhou Yun Sheng doesn’t get lost in a xianxia-world. At least, not only there 😁 In the 15 chapters (or rather arcs) of the novel he visits 15 different worlds that span everything you can imagine: From a relatively normal world that could even be hours to a futuristic ABO-universe to (the expected 😜) xianxia-world to a fantasy continent and even to a historical royal court. Even the zombie apocalypsis hasn’t been left out. The settings are so diverse that there is always something new.

It’s the same with the characters which was something I actually didn’t like at the beginning. The arcs are pretty long but still shorter than a novel itself. Especially after the first chapter I had problems getting used to the way this novel works. I mean, I had just gotten to know those characters and then everything was over! Zhou Yun Sheng just went to the next world and everything started over! *sniff* How mean!
Thank god the novel was once again not what I eexpected and I got over that pretty fast. I won’t tell you why, though, in case you still haven’t read it (Seriously? How the hell did you miss out on FOD for this long? Go and read it now!) since I don’t want to spoiler anything. This book is definitely worth being discovered on your own. 😉

The nice thing about the changing settings and characters is that all of them are a great story in themselves that also propel the main plot forward slowly but surely. There is much variety but you don’t have to completely do without at least some familiar things. And: If you like one of the chapters especially (Chapter 10, anyone? 😍) then they’re long enough to have a lot of fun with them but still short enough to not despair if you don’t like a setting.

Speaking of dislike: I binge-read all of the currently translated 14 chapters and some of the settings like the ABO one or the apocalypse were something I had never encountered before. I was a little skeptical if I’d like it but thanks to the well fleshed-out characters and the intersting plots I grew to like the chapters pretty fast.
Well, another advantage is probably that I just like the author’s voice. 😉 It’s just so easy  and comfortable to read. I’d like to see more of that!

Since I love the novel so much, let me say a bit more about the plots: I wrote in the beginning of the summary that Zhou Yun Sheng tries to wrest the energy from God, wants to take revenge for the roles he gets, and searches for his own luck along the way. All of that is interconnected and develops progressively.
At first, you may have the feeling that Zhou Yun Sheng doesn’t really advance with his goal of thwarting the Lord god’s plan since that can take a back seat in the respective arcs. But the stories in themselves are good, too, so I guess I would have even read them if they were stand-alone novels 😁

Zhou Yun Sheng is that one character that really stands out from the masses of transmigrated protagonists I read about until now. Maybe that is because it’s not just the typical xianxia-setting but I just found his plans (with one exception) too intelligent and believable to not get totally excited about it every single time. Zhou Yun Sheng gives a mature impression, thinks things through and might even look three or four steps ahead without giving the impression that this is some kind of paranormal ability. He doesn’t need help (as in someone who does everything for him without him having to even lift a finger) which is a refreshing change, too.

 

All in all: „Quickly Wear the Face of the Devil“ is a Danmei-novel with lots of different settings and characters that are all well fleshed-out. The changes from common tropes, the extraordinary main character, the exciting sub-plots and naturally, the romance 😏, make this an irresistible composition for me that made me lose sleep for an entire week. 😁
So: This is a definite recommendation from me! You’d be losing out if you didn’t at least give this a try!