Last Dance

Alright, it’s time for a short review again. Today I’d once again like to introduce you to a short film although it’s not a Chinese one this time. I’m talking about „Last Dance“ which you can watch on Amazon.

Last Dance_03The film is only about 3 minutes short so there isn’t much to say in regards to a plot. It’s just a movie about a dancer and a terrible loss.
There isn’t even anyone speaking and it doesn’t seem like any high budget-sparkly movie but I still felt that it was highly emotional. I actually cried after watching it. 😭

If you’re into short films or just like bl things and can cope with a tragedy, then please go ahead and watch it! I definitely didn’t regret having a look.

Shaolin

Heute habe ich das Gefühl, zum ersten mal in dieser Themenwoche rund um chinesische Filme und Serien bei Amazon Prime einen richtigen Glücksgriff gelandet zu haben. Dieses Mal ist mir nämlich der Film „Shaolin“ in die Hände gefallen, der es ziemlich schnell auf meine Highlight-Liste geschafft hat.

Shaolin_Atmosphäre2In China herrschen Krieg und Machtkämpfe. Ganz vorn an sind dabei General Song und General Hou sowie dessen Schützling Cao. Auch die Mönche des Shaolin-Ordens werden in den Machtkampf hineingezogen, während sie doch eigentlich nur der Bevölkerung helfen wollen.

Meine Bewertung: Sterne-5

 

  • General Hou: Andy Lau
  • Yan Xi: Fan Bingbing
  • Cao: Nicholas Tse
  • Jing Hai: Yu Shao Qun
  • Jing Neng: Wu Jacky

 

Ja, wo soll ich anfangen, zu erklären, weshalb mich dieser Film so in seinen Bann gezogen hat?
Normalerweise mag ich keine Filme, in denen der Krieg das Hauptthema ist. Zu dramatisch, zu viel Pathos, irgendwie einfach nicht meins. Ich kann meistens noch drüber hinwegsehen, wenn die Filme irgendwo in alter Zeit spielen, vermutlich deshalb, weil der Abstand dadurch größer wirkt. Entsprechend bin ich grundsätzlich erst einmal skeptisch, wenn die Inhaltsbeschreibung eines Film mit „In Land X herrscht im Jahr 19XX Krieg“.

Trotzdem habe ich mich an Shaolin herangewagt und ich wurde nicht enttäuscht. Der Film spielt zwar zu Kriegszeiten, aber genau das, was ich sonst an solchen Filmen hasse, kommt nicht (oder zumindest nur in klitzekleinen Mengen) vor.
Stattdessen ist der Film atmosphärisch toll gestaltet, die Figuren und ihre Probleme sind so überzeugend, dass es – wie im wahren Leben – wirklich schwer war zu entscheiden, für welche der Figuren ich nun „sein“ soll. Wer sind hier die Guten? Von den Mönchen mal abgesehen – und selbst die mussten sich die Frage kurzzeitig stellen – ist das gar nicht so leicht zu beantworten. Und genau das liebe ich!
„Shaolin“ zeichnet kein einfaches schwarz-weißes Bild, bei dem man beim ersten Strich schon weiß, wie es am Ende aussehen wird. Stattdessen gibt es Überraschungen mit denen zumindest ich definitiv nicht gerechnet hätte.
Über die Figuren werde ich deshalb dieses Mal auch nichts weiter schreiben, weil ich das Gefühl hätte, damit zu viel vorwegzunehmen, was den Film für mich gerade besonders gemacht hat. 😉

Davon abgesehen gefällt mir der Film auch optisch mal wieder sehr gut: Die Kulissen und Kostüme sind selbstverständlich historisch, nachdem man uns nun schon mal ein genaues Jahr der Handlung angibt. Vermutlich ist das auch der Hauptgrund für die tolle Atmosphäre.

Einen Bonuspunkt bekommt der Film außerdem noch von mir, weil – obwohl das Thema dramatisch ist und man ein wirklich beklemmendes Gefühl gleich am Anfang bekommt – es tatsächlich auch noch Momente gab, in denen ich lachen konnte. Das hat er wohl den Mönchen zu verdanken, die sich zwischendurch entschlossen haben, der Bevölkerung auf eine etwas … unkonventionelle Art zu helfen. Oder ist gerade das die konventionelle Art? 🤔

 

Alles in allem habe ich mit „Shaolin“ diese Woche einen Film entdeckt, der es vom ersten Bild an geschafft hat, mich zu überzeugen. Es fällt mir dieses Mal zugegebenermaßen etwas schwer zu erklären, warum genau mir der Film gefällt. Irgendwie ist es von allem etwas: Die Figurencharakterisierung, die Art der Darstellung, die Dialoge (auch wenn der Film leider mal wieder auf Deutsch und nicht auf Chinesisch ist), die Überraschungen, … „Shaolin“ hat für mich einfach das Gesamtpaket, das einen guten Film ausmacht.
Dementsprechend empfehle ich euch an dieser Stelle einfach nur, ihn euch selbst mal anzuschauen. Ich habe es jedenfalls nicht bereut. 🙂

Ex-Model

Nachdem ich diese Woche bei den Filmen größtenteils daneben zu greifen scheine, ist heute in der Themenwoche rund um chinesische Filme und Serien bei Amazon Prime mal wieder eine Serie dran: „Ex-Model“.
Wie viel kann man von einer Serie an einem Tag schauen? Eine Staffel definitiv, wenn eine Episode unter 5 Minuten dauert. 😀 Entsprechend habe ich heute gleich mal die erste Staffel geschaut, um zu schauen, wie mir die Serie gefällt, und diesmal scheine ich mehr Glück gehabt zu haben, auch wenn die Serie kein neues Highlight wird.

Ex-ModelXin Xin ist Model. Oder besser gesagt: Sie war, denn der Zahn der Zeit hat (zumindest was das Model-Business angeht) schon an ihr genagt. Nun muss Xin Xin sich andere Aufgaben suchen und das ist mit einigen Problemen verbunden.

 

Meine Bewertung: Sterne-4b

 

  • Xin Xin: Xin Wang
  • Lola: Marlène Guénard
  • Isreal: Seng Hong Ngo

Aufgrund der kurzen Episoden muss man in dieser Serie nicht allzu viele Figuren erwarten. Im Grunde dreht sich alles um einen kleinen Kreis rund um Xin Xin: Zwei (ehemalige) Modelkolleginnen, ihre (Ex)-Managerin und deren Mann und ein Freund, den Xin Xin immer dann kontaktiert, wenn sie ein Problem hat.

Ex-Model_Xin Xin_nicht ganz so glücklich mit ihrem neuen JobDie Serie ist aus Xin Xins Sicht erzählt und ich muss sagen, dass sie mir als Hauptfigur sehr gut gefallen hat. Sie weiß, was sie will, ist zwar manchmal scheinbar etwas planlos und ihr Charakter scheint ihr einige Probleme dabei zu machen, auf ’normalem‘ Wege durchs Leben zu kommen, aber sie trägt das mit einer Portion Realismus und Humor, was eine interessante Mischung ergibt. 😉

Wenn man bedenkt, dass eine Staffel nur 10 Folgen hat und eine Folge im Maximum auf 5 Minuten kommt – und das mit Intro und Outro – dann wundert es vermutlich nicht, dass man von den anderen Figuren nicht ganz so viel mitbekommt. Die Serie macht ihre Sache aber wirklich gut damit, neue Figuren sehr einfach und schnell vorzustellen: Für jede Person bekommt man drei Dinge genannt, die sie mag, und das hübsch verpackt in ein paar Bildern. 😉

Auch sonst ist die Serie in meinen Augen übrigens sehr hübsch und vor allem abwechslungsreich aufgemacht. Mal bekommt man Standbilder wie Fotos präsentiert, dann wirft man selbst einen Blick durch die Kamera und dann wieder gibt es (meist wenn Israel auftaucht) Abschnitte im Comic-Stil.

Aber vermutlich war etwas optisch Ansprechendes bei einer Serie über ein Ex-Model auch zu erwarten. 😉
In dieselbe Kategorie reihen sich für mich übrigens auch die „Kostüme“ ein: Immer mal wieder bekommt man hier aufgrund des Inhalts der Serie Laufstege zu sehen, bei denen die Kostüme dann mal etwas mehr her machen als bei den ansonsten eher alltäglichen Kleidungsstücken, die man sonst so in modernen Serien zu sehen bekommt. Auch Schmuck spielt immer mal wieder eine Rolle. Wer sich also für Fashion begeistern kann, ist in dieser Serie wohl richtig. 😀

Ach ja: Was ich unbedingt noch erwähnen sollte, ist, dass die Serie (zumindest Staffel 1) von zwei Szenen ausgenommen komplett in Paris spielt. Wer also hofft, hier etwas über die Modewelt in China zu sehen, wird enttäuscht sein und sieht sich besser anderswo um.

 

Mein Fazit

„Ex-Model“ ist für mich eine kurzweilige Serie für zwischendurch. Die Episoden sind so kurz, dass man sie in Pausen mal schnell schauen kann, wenn man gerade nicht weiß, was man sonst machen könnte.
Jede Episode hat ein eigenes kleines Thema, aber immer mal wieder verweist eine der späteren auch auf eine frühere, sodass sich durchaus ein roter Faden durch die Geschichte zieht. Wer also kurze Episoden nicht so wirklich mag, kann die Serie eigentlich auch als Film anschauen. 😉

Inhaltlich darf man natürlich kein großes Drama erwarten und auch keine allzu tiefen Einblicke in die Welt der Models. Man kann mal hineinschnuppern, aber dann wird einem – wie ja im Grunde auch Xin Xin – die Tür auch gleich wieder vor der Nase zugeknallt.

Empfehlen würde ich die Serie allen, die Modernes mit einem Hang zu Fashion mögen, nichts gegen trockenen Humor einzuwenden haben und gern starke Frauenfiguren sehen. Auch wer interessant aufgemachte Serien mag, dürfte hier an der richtigen Stelle sein.

Out of the Dark

Was ist es bloß diese Woche mit den Filmen, die ich schaue? Heute habe ich mir für meine Themenwoche rund um Chinesische Filme und Serien auf Amazon Prime den Film „Out of the Dark“ angeschaut. Ein Film, von dem ich mehr noch als bei „Monster Hunt“ nicht so genau weiß, was ich davon halten soll. 😅

Out of the Dark_Horror

Ein paar Klischee-Horrorelemente dürfen natürlich nicht fehlen.

Eine alte Frau ist ums Leben gekommen und sucht nun ihre Familie heim. Mit in die Sache hineingezogen werden die Security des Hauses, Kwan – eine weitere Bewohnerin – sowie der Geisterjäger Leon. Während sie versuchen, den Geist zu vertreiben, kommen nun aber der Sohn und die Schwiegertochter der alten Frau ums Leben und kehren ebenfalls zurück.

 

Meine Bewertung: Sterne-2b

 

Figuren & Besetzung

  • Leon: Stephen Chow
  • Kwan: Karen Mok
  • Captain Lu: Hung Lu

Out of the Dark_LeonLeon ist verrückt. Anders kann ich es einfach nicht sagen. Nicht nur, dass er aus der psychiatrischen Anstalt davon gelaufen ist, zum ersten Mal begegnet Kwan ihm, während er mit seiner Lilie spricht, die er überall mit hinnimmt. Von den ganzen Dingen, die er sonst noch so anstellt, will ich gar nicht erst anfangen. 😅

Out of the Dark_KwanKwan ist ganz genauso verrückt, auch wenn es bei ihr ein paar Szenen dauert, bis man es mitbekommt. Sie tut genau, was Leon sagt, egal wie bescheuert es ist. Das ist aber irgendwie auch alles, was ich über sie sagen kann. Oder über Leon, was das angeht.

Out of the Dark_Security GuardsNicht viel anders ergeht es mir mit der Bande von der Security. Allerdings mit dem Unterschied, dass es von denen so viele gibt, dass ich sie nicht wirklich auseinander halten kann. 😅

Die anderen Figuren – von denen es so viele gar nicht gibt – sind eigentlich nur die Leute, die zu Geistern werden, oder einfach namenlos Herumlaufende, die mal durchs Bild huschen. 😉

 

Kulisse, Kostüme & Soundtrack

Der Film spielt größtenteils in dem Gebäudekomplex, in dem die Lis gewohnt haben. Vom Keller bis zum Dach ist alles dabei. Nur wenige Szenen spielen außerhalb, z.B. in der psychiatrischen Anstalt in der Leon eigentlich lebt. Entsprechend bekommt man hier nicht so sehr viel mehr als lange Gänge und ein paar Räume zu sehen und kann sich voll und ganz auf die Figuren konzentrieren. 😉
Das ist auch besser so, sonst verpasst man nachher noch eines der unzähligen Dinge, die Leon aus seinen Klamotten zu ziehen schafft: Bananen, Bambus, Mäusefallen, Granaten … Es gibt nichts, das Leon nicht hat. 😀 Er ist zugegegebenermaßen auch die Figur, die am interessantesten anzuschauen ist. Aber vermutlich ist das auch nicht so schwer, wenn man bedenkt, dass die Leute von der Security ihre Uniformen tragen und ansonsten nur noch Kwan da ist. 😀

Der Soundtrack des Films ist genauso abgedreht wie alles andere. Die Musik ist quasi die Personifizierung von herumschwirrenden Geistern, was zum Rest des Films wirklich gut passt.

 

Mein Fazit

An „Out of the Dark“ ist wirklich alles abgedreht: Die Figuren, die Musik, die Handlung. Alles. … Dieser Film passt einfach in kein Schema. Für eine Komödie ist er mir nicht lustig genug. Für einen Horrorfilm zu absurd. Für einen Actionfilm besteht zu viel Zeit nur aus schreiend weglaufen. Vielleicht ist es merkwürdige Mystery? Vermutlich hat Amazon das Genre mit gutem Grund nicht aufgeführt. 😀
Mir war „Out of the Dark“ etwas zu … wirr. Wer aber auf Kurioses steht, könnte hier auf eine Goldgrube gestoßen sein. 😉

Monster Hunt

Heute geht es in meiner Themenwoche rund um chinesische Filme und Serien bei Amazon Prime mit „Monster Hunt“ weiter. Ein Film, der für mich … eher durchwachsen war.

Monster HuntSong Tianyin trifft auf die Monsterkönigin, die ihn bittet, sich um ihr Baby zu kümmern, weil sie selbst bald sterben wird. Eher unfreiwillig bekommt er es von ihr aufgehalst und wird schnell von der Monsterjägerin Xiao Lan überredet, das Kind zu verkaufen.

 

Meine Bewertung: Sterne-3b

  • Song Tianyin: Boran Jing
  • Huo Xiao Lan: Baihe Bai

 

Was braucht ein Fantasyfilm, um erfolgreich zu sein?

  • Einen Protagonisten, der es echt schwer hat? ✔
    • Vollwaise? ✔
    • Niemand hat Respekt vor ihm? ✔
    • Ein merkwürdiges Erbstück? ✔
    • Körperliche Beeinträchtigung? ✔
  • Eine junge, gutaussehende Frau, deren Auftritt praktisch schreit „Ich bin deine Zukünftige!“? ✔
  • Eine Aufgabe, die das Schicksal zweier Völker beeinflussen könnte? ✔
  • Ein bisschen Comedy, damit man nicht die ganze Zeit das Gefühl hat, alles sei gefährlich und tragisch? ✔
    • Vielleicht ein Sidekick, der aussieht wie eine Rübe? ✔
    • Nebenfiguren, die jedes Mal nur auftauchen, um etwas mehr Chaos anzustellen und dadurch neue Probleme verursachen, wenn gerade alles gut lief? ✔Monster Hunt_Sidekicks
    • Nebenfiguren, die eigentlich keinen wirklichen Sinn haben, außer dass man dank ihnen eine weitere lustige Szene einbauen kann? ✔Monster Hunt_Nebenfiguren
  • Ah ja! Eine dunkle Bedrohung natürlich! Wenn sie rote Roben trägt, Boshaftigkeiten von sich gibt und dabei lächelt, umso besser! ✔
    • Selbstverständlich die Gefolgsleute besagter dunkler Bedrohung, damit der benachteiligte Protagonist und seine Zukünftige es nicht so leicht haben. ✔Monster Hunt_Kulisse4

Mh. Eigentlich wollte ich darauf hinaus, dass der Plot von „Monster Hunt“ ziemlich generisch ist. Irgendwie klingt es jetzt aber, als würde ich ihn total schlecht finden …

 

Der Königin ihr Kind

Lasst mich vielleicht kurz schreiben, was den Film etwas vom ansonsten stereotypen Fantasyfilm abhebt:

Das Kind der Monsterkönigin. In jedem anderen Film würde die dem Tode nahe Königin ihr Kind vermutlich in die Arme des Protagonisten drücken und ihn unter Tränen anflehen, ihr unschuldiges Kind zu beschützen und er als rechtschaffener Mann würde diese Aufgabe zwar zögerlich, aber letztlich trotzdem annehmen. (Vermutlich würde er es hinterher auch nicht verkaufen wollen, aber das steht auf einem anderen Blatt.)
„Monster Hunt“ ist da anders: Die Monsterkönigin weint nicht. (Ich schreibe das gerade eine Stunde nachdem ich den Film zu Ende geschaut habe und ich kann mich beim besten Willen an nichts dergleichen erinnern. Sie hat eher den Eindruck gemacht, sie stünde unter Drogen und wüsste nicht so recht, was sie da tut?) Sie drückt dem Protagonisten auch nicht ihr Kind in die Hände. Kann sie auch gar nicht, ihr „Kind“ ist nämlich noch ein Ei (? Es sah aus wie ein Ei, aber ich konnte es nur schlecht sehen. Da das Kind hinterher wie eine Rübe aussieht, war es vielleicht einfach nur eine sehr kleine Rübe?). Das holt sie … – dank Animation nicht ganz so blutig – aus ihrem Körper, schiebt es ihm in den Mund und zwingt ihn, es runterzuschlucken.
Wie auch immer es funktioniert, für die nächsten paar Szenen haben wir daraufhin einen schwangeren Protagonisten … Mh. Vermutlich gehört auch das zur gewollten Comedy?
Jedenfalls machen wir so im Laufe des Films die Fressattacken einer schwangeren Fr … Verzeihung, eines schwangeren Mannes, Schwangerschaftsbeschwerden und eine etwas … ungewöhnliche Geburt mit. Auf vieles davon hätte ich zugunsten von tatsächlicher Handlung verzichten können.

In Sachen Handlung passiert nämlich nicht wirklich viel: Wir haben zwar eine dunkle Bedrohung, wieso weshalb warum erfährt man aber bis zum Schluss nicht so wirklich. Was es mit dem Vater des Protagonisten, mit seinem merkwürdigen Erbstück und seiner durchgeknallten Großmutter zu tun hat, erfährt man ebenfalls nicht. (Allerdings gibt es einen zweiten Teil, also vielleicht sollte ich den erst schauen? Andererseits …)

 

Der Protagonist und die treibende Kraft hinter der Handlung

Auch die Figuren lassen irgendwie zu wünschen übrig: Monster Hunt_Song TianyinSong Tianyin wirkt von seinem ersten Auftritt an, als hätte er von nichts einen Plan. Er kann sich schon in seinem eigenen Dorf nicht durchsetzen und als er auf Xiao Lan trifft, ist es endgültig vorbei. Sie bestimmt, was die beiden tun und wohin sie gehen und abgesehen von einem kurzen, zaghaften Versuch – der dann selbstverständlich nicht weiter verfolgt wird – schlägt Song Tianyin auch keine Alternativen vor. Er folgt ihr einfach, weil … Hm … Sie die weibliche Hauptrolle ist?
Wirklich, ich verstehe selbst am Ende des Films noch nicht, weshalb er überhaupt mit ihr mitgegangen ist. Sie will das Kind der Königin verkaufen, er interessiert sich nach eigener Aussage aber nicht für das Geld. Er könnte genauso gut in seinem eigenen Dorf abwarten, bis er das Kind „zur Welt bringt“ und es ihr dann aushändigen, statt mit damit herumzulaufen und sich in Gefahr zu begeben, schließlich weiß er bereits, dass nach dem Kind gesucht wird.

Monsterhunt_Weibliche Hauptfigur2Xiao Lan hat zumindest einen nennenswerten Charakter, auch wenn ihre Hintergrundgeschichte irgendwie mau aussieht. Auch sie hat keinen Vater, weil – so gehört sich das in einem guten Fantasyfilm – er von einem Monster getötet wurde. Ende der Geschichte. Länger als drei Sätze verweilen die beiden auch nicht dabei und gehen stattdessen wieder dazu über, sich um das Monsterbaby zu kümmern.

 

Mein Fazit

„Monster Hunt“ sah ziemlich gut aus, als ich das Cover sah und die Beschreibung las. Den ersten Dämpfer versetzte es mir, als ich feststellte, dass der Film wieder mal nur auf Deutsch verhanden ist. Aber gut, damit kann ich leben.
Die Einleitung sah noch ganz gut aus, dann allerdings tauchten die ersten Monster aus, die … irgendwie merkwürdig aussehen? Der Vergleich des Monsterbabys mit einer Rübe ist jedenfalls kein Zufall. Die „Kämpfe“ zwischen den Gefolgsleuten der Monsterkönigin und ihren Wiedersachern waren ebenso merkwürdig, wie die Monster aussahen.


Dann wechselte die Handlung zu Song Tianyins Dorf und … wurde irgendwie nicht besser. Das erste Drittel des Film empfand ich als so langweilig, dass ich echt am Überlegen war, ob ich ihn nicht einfach abbrechen sollte.

Ich bin drangeblieben, aber viel besser wurde der Film eigentlich auch nicht. Die Handlung verliert sich irgendwo und lässt sich eigentlich mit „Und sie wollten das Monsterbaby verkaufen, überlegten es sich aber anders“ zusammenfassen, was eigentlich schon klar war, nachdem Song Tianyin das Ei (?) bekommen hatte.
Der Film ist – leider Gottes – sehr vorhersehbar, die Handlung hat so viele kleine Nebenhandlungen, die irgendwie zu nichts beitragen und nur Zeit fressen, und die emotionale Bindung, die bei mir zu den Charakteren entstanden ist, liegt ehrlich gesagt bei 0.

Ich möchte den Vergleich gar nicht ziehen, aber selbst „Xin: Die Kriegerin“, das ich Anfang der Woche vorgestellt und nicht wirklich gut bewertet hatte, hat einen etwas besseren Eindruck auf mich gemacht.
Ich kann nicht sagen, dass mir der Film gar nicht gefällt – Er wurde zum Ende immerhin etwas besser – als mehr als mittelmäßig kann ich ihn aber beim besten Willen nicht betiteln und die drei Sterne vergebe ich auch eher zähneknirschend.

Immerhin der Soundtrack hat mir aber gut gefallen und die Kulissen sahen schön aus.

Hot Girl

An Tag 3 der Themenwoche rund um chinesische Filme und Serien bei Amazon Prime möchte ich euch eine Serie vorstellen, die ich mir zuerst für das Highlight am Samstag aufheben wollte. Dann allerdings wollte ich heute lieber die Serie weiterschauen und habe es einfach nicht mehr geschafft, auch noch einen Film anzusehen, den ich euch vorstellen könnte. 😂 Hier kommt jetzt also mein Beitrag zu „Hot Girl“.

Hot Girl_OutroGuan Xiaodi ist es gewohnt, jede Herausforderung zu gewinnen. Dann jedoch taucht eine mysteriöse Frau auf, die ihr ihre erste Niederlage beschert. Für ein Rematch mit ihr erfüllen Xiaodi und ihre Freunde die merkwürdigen Aufgaben, die ihnen besagte Frau stellt. Bald erfahren sie, dass all das nur geschieht, weil sie für das spezielle Trainingsprogramms des L.H.S.D. Bodyguard-Services ausgewählt wurden.

Meine Bewertung: Sterne-5

Ich habe zweimal hingeschaut, als ich das Coverbild zu „Hot Girl“ gesehen habe. Der Titel, das Cover und der Inhalt schienen erstmal wenig miteinander zu tun zu haben. Ersteres sah eher nach ‚Machtkämpfen in der High Society‘ aus als nach Kämpfen mit vollem Körpereinsatz. 😀
Und dann war da noch die Tatsache, dass mir die Frau irgendwie bekannt vorkam? Ein Blick auf die Liste der Schauspieler hat mir dann auch gezeigt, warum das so ist: Das ist Dilraba Dilmurat! Die Schauspielerin von Feng Jiu aus Ten Miles of Peach Blossoms! 😱
Spätestens an dieser Stelle hatte die Serie mich am Haken. Und zugegen, die Inhaltsangabe las sich gar nicht so schlecht. 😉

 

Figuren und Besetzung

  • Guan Xiaodi: Dilraba Dilmurat
  • Liang Dawei: Ma Ke
  • Cui Tianqi/Pink Panther: Wang Yang

Die Serie hat bisher 2 Staffeln mit jeweils 17 Episoden. Da ich diese Woche erst damit angefangen habe, versteht sich vermutlich von selbst, dass ich noch nicht allzu weit damit bin. 😅 Was ich bisher von der Handlung und auch von den Figuren gesehen habe, gefällt mir aber sehr gut.

Hot Girl_Guan XiaodiGuan Xiaodi wirkt auf den ersten Blick wie jemand, der ein perfektes Leben hat: Freunde, mit denen sie so ziemlich jeden Tag verbringt, eine tolle Beziehung zu ihrem Vater, mehrere Hobbies in denen sie so gut ist, dass sie sich den Titel „unbesiegbare Göttin“ erkämpft hat.
Schon innerhalb der ersten paar Episoden wird aber schnell klar, dass man weiter von der Wahrheit gar nicht entfernt sein könnte: Hot Girl_Guan Xiaodi2Sie fühlt sich einer Person, die sie erst wenige Male getroffen hat, näher als ihren scheinbar besten Freunden. Während sie sich zwar gut mit ihrem Vater versteht, hängt sie ständig den Erinnerungen an ihre Mutter nach, die früh verstarb. Und obwohl sie tausend Dinge auf hohem Niveau zu beherrschen scheint, wirkt sie nicht, als hätte sie dabei wirklich Spaß. Ihr fehlt ein Ziel im Leben und die meiste Zeit über wirkt sie alles andere als glücklich.
Dieser Zwiespalt hat Guan Xiaodi für mich definitiv zu einer interessanten Protagonistin gemacht, bei der ich gespannt bin, wie sie sich im Laufe der zwei Staffeln entwickeln wird. Ab und an ging mir ihre wirkliche arrogante Art zwar auf den Keks, aber diese scheint sie nach und nach auch abzulegen.

Hot Girl_Liang DaweiDie anderen Figuren sind bisher weniger deutlich charakterisiert. Am meisten Eindruck hat vermutlich noch Liang Dawei gemacht, der anfangs ebenfalls eher arrogant auf mich gewirkt hatte, sich aber bald als jemand herausstellte, der auch noch eine andere Seite an sich hat. Bisher allerdings ist über seine Hintergrundgeschichte oder über seinen Charakter noch nicht viel gesagt, daher will ich mich damit nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. 😉

Hot Girl_Pink PantherAls dritte Figur, die etwas mehr aus den anderen herausgestochen ist, möchte ich noch Cui Tianqi nennen. In welchem Krimi gibt es heute keine nerdige Hackerin? Auch „Hot Girl“ braucht selbstverständlich eine, wenn aus Guan Xiaodi und den anderen mal ein Team von qualifizierten Bodyguards werden soll. 😀 Diese Rolle fällt wohl Cui Tianqi zu, die online unter dem Namen ‚Pink Panther‘ unterwegs ist.
Auch über sie ist in den ersten Folgen noch nicht so viel gesagt, sie scheint aber das beste Verhältnis zu Guan Xiaodi zu haben und ist ihr vom Charakter und ihren Idealen her wohl auch ähnlich. – Wenn Pink Panther ihren Kampf auch online austrägt. 😉
Ihre Rolle ist zwar bisher etwas stereotyp, da mich Guan Xiaodi aber von sich überzeugen konnte, bin ich relativ sicher, dass auch Pink Panther noch die ein oder andere Überraschung parat haben könnte.

Die anderen Figuren … sind zwar da, haben aber bisher keinen so großen Eindruck gemacht. Um ehrlich zu sein kann ich mir aktuell noch nicht mal ihre Namen merken und manchmal musste ich mich schon fragen: Moment! Wer ist die jetzt schon wieder? Ich hoffe, dass sich das mit dem Fortschreiten der Serie noch bessern wird oder ein paar Figuren vielleicht auch langsam von der Bildfläche verschwinden. Bei so einem Spezial-Training kann ja durchaus auch mal ausgesiebt werden. 😉

 

Kostüme, Kulisse & Soundtrack

„Hot Girl“ ist visuell und auditiv so ziemlich das, was der Titel und auch die Inhaltsangabe vermuten lassen: Sie spielt in einer modernen Großstadt mit viel Beton und Metall, die Figuren tragen ebenso moderne Kleidung und das alles wird von Musik begleitet, die vermutlich in den letzten paar Jahren in den Charts zu hören war.
Als jemand, der normalerweise auf ausgefallene Kostüme und Kulissen steht, werde ich hier wohl nicht unbedingt ins Schwärmen geraten. 😀

Das einzige, was mir – und hier werde ich jetzt mal pfennigfuchsen – etwas negativ aufgefallen ist, sind Guan Xiaodis Klamotten, die in manchen Situationen etwas unpraktisch wirken, aber scheinbar nie ihre unglaubliche Schutzfunktion verlieren. Mal zum Überlegen: Wenn ich aus einem brennenden Auto springe, schnell davon renne und von der folgenden Explosion nach vorn geschleudert werde, wie wahrscheinlich ist es dann, dass meine Beine unverletzt sind, wenn ich Shorts trage?
Okay, sie konnte nicht ahnen, dass sie in einem brennenden Auto landen würde und vielleicht ist sie dank ihrer körperlichen Fähigkeiten einfach gut gelandet. Aber warum trägt sie schon wieder Shorts, wenn sie ihren ersten Auftrag übernimmt? Wäre es hier nicht klüger, sich etwas mehr vorzubereiten? Okay, vermutlich ist das einfach nicht ihr Stil …

Also, abgesehen von solchen Gedanken, die mir hin und wieder durch den Kopf gehen, während ich schaue, habe ich nicht wirklich etwas auszusetzen. Die Serie wirkt eben sehr modern und aufgeräumt. 😉

 

Mein Fazit

Ich habe zwar noch nicht so sehr viel von „Hot Girl“ schauen können, bisher hat es mir die Serie aber angetan. Die Handlung schreitet stetig voran, es gibt jede Menge Abwechslung und zumindest die Hauptfigur konnte man in den ersten paar Folgen schon so gut kennenlernen, dass ich vermutlich sogar bei einem etwas weniger spannenden Plot für sie weiterschauen würde.
Gerade Guan Xiaodis persönliche Geschichte ist es auch, die mich bisher am meisten fasziniert hat: Man merkt einfach, dass hier noch viel kommen wird. Und selbst die Facetten, die sie bisher gezeigt hat, sind schon so viele, dass ich eine deutliche Vorstellung von ihr bekommen habe. Diese Greifbarkeit ihrer Figur macht ihren emotionalen Konflikt noch deutlicher und ich habe mich ganz ehrlich dabei ertappt, wie meine Laune zusammen mit Xiaodis ständig umgeschlagen ist. 😭
Bei den anderen Figuren hapert es aktuell noch etwas, aber ich bin sicher, dass sich das spätestens bis zum Ende der ersten Staffel noch ändern wird. Auf jeden Fall ist dort noch jede Menge Potential zum Ausschöpfen vorhanden. 😉

Alles in allem hat mir die Serie bisher sehr gut gefallen und ich bin gespannt, wie es im Trainingscamp weitergeht. Ach ja: Mit „Hot Girl“ habe ich außerdem endlich etwas im O-Ton gefunden! Dazu gibt es englische Untertitel. Was kann man sich mehr wünschen? 😊

Justice, My Foot!

Gestern habe ich mit einem Actionfilm in meine Themenwoche rund um chinesische Filme und Serien bei Amazon Prime gestartet, der für mich eher einer Komödie gleichkam: „Xin: Die Kriegerin“. Heute möchte ich mit einem Film weitermachen, der tatsächlich eine Komödie ist: „Justice, My Foot!“.

Justice My Foot_KomödieDer Anwalt Sung Sai Kit hat Unglück, was seine Frau auf das schlechte Karma schiebt, das er mit seinem Beruf anhäuft. Nur mit Mühe (und einem Häufchen Gewalt …) schafft sie es ihn dazu zu bringen, seinen Job an den Nagel zu hängen. Dann jedoch trifft Frau Sung auf eine Witwe, deren Mann ermordet wurde, und verlangt von Sung Sai Kit, ihr Gerechtigkeit zu verschaffen.

Meine Bewertung: Sterne-4b

 

Figuren & Besetzung

  • Sung Sai Kit: Stephen Chow
  • Frau Sung: Anita Mui

Manchmal sieht der Film aus, als sei er ernst und würde tatsächlich Werte wie Gerechtigkeit und Rechtschaffenheit in Frage stellen.

Justice My Foot_Figuren2

Dann wiederum schafft er es, diesen Eindruck komplett wieder zu ruinieren. 😂 Vermutlich ist es das, was eine gute Komödie ausmacht.

Justice My Foot_Außergewöhnlicher Humor

Frau Sung erhält Vorschläge von ihrem gelangweilten Ehemann, welche Frisuren ihr stehen könnten. Mh. Sung Sai Kit hat definitiv einen außergewöhnlichen Geschmack.

Diesen Spagat hinzubekommen, fällt dem Film überhaupt nicht schwer, was an den völlig abgedrehten, ja fast schon absurden Charakteren der Figuren liegt.

Justice My Foot_Sung Sai Kit und Frau Sung

Sung Sai Kit und seine Frau nehmen eindeutig die Hauptrollen in diesem Film ein.
Sung Sai Kit ist wortgewandt und gewieft, was ihm über die Jahre allerdings keinen so guten Ruf eingebracht hat. Einerseits scheint er zu verstehen, dass er nicht gerade viel Glück in seinem privaten Leben hat, andererseits will er unter keinen Umständen seinen Job aufgeben, weil er dann ständig Langeweile schieben würde.
Passend zu diesem Mann, der die Klischeevorstellung eines Beamten im Alten China in meinen Augen ganz hervorragend präsentiert, scheint Frau Sung das Paradebeispiel für eine Frau des Antiken China … die sich absolut nicht an die Regeln hält. 😅
Mal abgesehen davon, dass Sung Sai Kit in dieser Beziehung scheinbar nicht so viel zu sagen hat wie während seiner Arbeitszeit, ist sie diejenige, die ihn tatkräftig aus einer Schlägerei rettet, ihn ebenso „feinfühlig“ zum Abdanken zwingt und diese (ihre) Entscheidung dann auf dieselbe Weise wieder rückgängig macht. Zumindest lästert sie ab und an mit ihrer Amme am Teestand …

Die beiden sind schon irgendwie das perfekte Paar und damit eine tolle tragende Rolle für „Justice, My Foot!“. Justice My Foot_WitweDie anderen Figuren, wie die Witwe, die Frau Sung aufliest, die verschiedenen Beamten oder Bewohner der Stadt, Diener oder Familienangehörige, haben alle jeweils kleinere Rollen, die zwar auch immer mal wieder zum Humor beitragen, aber sich nie durch den gesamten Film ziehen.

Normalerweise äußere ich mich ja nie darüber, wie die Leistung der Schauspieler war, weil ich davon schlicht und ergreifend keine Ahnung habe 😅, aber bei diesem Film muss ich sie doch mal lobend hervorheben: Ab und an ist sie nämlich einfach derart melodramatisch, dass ich schon ohne den dazugehörigen Inhalt das Gefühl hatte, darüber lachen zu müssen. 😂
In diesem Film ist einfach alles eine Spur überzogen. 😉

 

Kulisse, Kostüme & Soundtrack

Auch „Justice, My Foot!“ greift auf historische Kulissen und Kostüme zurück. Im Gegensatz zu Comedy-Serien wie „Go Princess Go„, die ich euch vor einer Weile vorgestellt hatte, bleibt der Film auch dabei und zieht seine komischen Momente eher aus der Handlung.

Auch der Soundtrack ist eher traditionell gehalten, was gerade vor dem Hintergrund der Kostüme und Kulissen meines Erachtens sehr gut passt.

 

Mein Fazit

Dieser Film ist eine Komödie und zwar von der ersten bis zur letzten Minute. Die Figuren, die Schauspielerei, die Witze … alles ist auf die Spitze getrieben oder sogar ein wenig übertrieben. Einerseits macht das den Charme dieses Films aus, andererseits war es mir manchmal auch etwas zu viel.
Gut gefallen hat mir allerdings, dass die komischen Momente gerade daraus entstanden und nicht einfach aus Kulissen und Kostümen gezogen wurden, was sicher einfacher gewesen wäre, aber auf mich weniger Eindruck gemacht hätte.

Auch dieser Film findet sich bei Amazon Prime leider nicht in Chinesisch, sondern nur auf Englisch mit der Option von ebenfalls englischen Untertiteln. Da der Film aus Hong Kong stammt und dementsprechend vermutlich ohnehin nicht auf Mandarin gewesen wäre, konnte ich das aber ganz gut verschmerzen. 😉

Alles in allem ist „Justice, My Foot!“ für mich ein durchaus sehenswerter Film, dessen Titel allein schon ziemlich gut wiedergibt, was einen hier erwartet. An einem Tag, an dem man einfach nur etwas zum Lachen sucht, ist er definitiv bestens geeignet.

Xin: Die Kriegerin

Der erste Film, den ich euch in der Themenwoche rund um chinesische Filme und Serien, die man in Amazon Prime enthalten sind, ist „Xin: Die Kriegerin“. Der Film war … nicht ganz das, was ich erwartet hatte. 😅

Xin Die Kriegerin Umgebung 3Die Ninja Xin hört mit an, wie sich drei Männer über eine Schatzkarte unterhalten, die sich im Palast des Kaisers befinden soll. Sie macht sich deren Plan zunutze und lädt zudem noch Großmeister Chang Gong dazu ein, sich in der Nacht, in der der Raub erfolgen soll, mit ihr zu treffen. Xin stiehlt die Karte, wird jedoch von den drei Männern überrascht und alles endet im Chaos.

Meine Bewertung: Sterne-3b

Was sich auf den ersten Blick nach einem nicht unbedingt einfallsreichen Actionfilm anhört, von Amazon unter „Action & Abenteuer“ eingeordnet wird und dank des dunkel gestalteten Covers irgendwie auch nach genau so etwas aussieht, entpuppt sich schon nach der Einleitung als Komödie mit Action-Elementen. Die Erwartungshaltung hier einen düsteren Martial Arts-Streifen mit spannendem Plot vor sich zu haben sollte man entsprechend ganz schnell ablegen, wenn man diesen Film irgendwie genießen möchte.
Ein kurzer Blick auf die Speisekarte des Restaurants und den „Stein, der wie ein Pfirsich aussieht“, um euch ein Gefühl dafür zu geben, was euch in diesem Film erwarten wird:

 

Figuren & Besetzung

  • Xin: Pace Wu
  • Chang Gong: Francis Chun-Yu Ng
  • Herr Xu: Jaycee Chan
  • Wei: Xie Na
  • Herr Gu: Dang Haohan

Mal davon abgesehen, dass alles an diesem Film – außer dem Inhalt – „Actionfilm!“ schreit und er trotzdem eher eine Komödie ist, stören mich vor allem die Figuren. Und auch das ist wieder einmal der Tatsache geschuldet, dass der Film völlig andere Erwartungshaltungen weckt, als er nachher erfüllt.

Xin Die Kriegerin: XinVielleicht denke ich zu simpel, aber ich hätte ehrlich gedacht, dass ein Film, der sich in der deutschen Fassung „Xin“ nennt, auch von eben dieser Figur handeln würde. Xins Rolle wird aber nach der Einleitung stark vernachlässigt. Vielleicht war das aber auch besser so, denn das, was sie von sich gezeigt hat, konnte mich nicht wirklich vom Hocker hauen.
Anfangs zieht Xin Chang Gong gekonnt in die Sache um die Schatzkarte hinein und schafft es den Männern zuvor zu kommen. Ich hatte das Gefühl, hier eine starke weibliche Protagonistin vor mir zu haben, die für einen spannenden Film sorgen würde. So stark wie sie am Anfang auftrat, so gründlich hat sie diesen Eindruck aber wieder zerschmettert, als sie keine fünf Minuten später Chang Gong um Hilfe anbetteln musste, weil sie allein scheinbar nicht kämpfen kann. 🙈

Xin Die Kriegerin: Xin und Herr Gu

Xin bei einem tatsächlich perfiden Plan: Sie benutzt Herrn Gu, um an Informationen zu kommen.

Für eine Weile habe ich mich der Vorstellung hingegeben, dass all das vielleicht zu ihrem perfiden Plan gehören könnte. Selbst am Ende des Films würde ich sagen, dass die Möglichkeit durchaus besteht. Keine Ahnung. Denn leider werden zig Fragen rund um Xin aufgeworfen, nur um nie wieder angesprochen zu werden: Weshalb hat sie Chang Gong am Anfang des Films eingeladen? Ist es wirklich, weil sie nicht kämpfen kann? Warum will Xin den Schatz unbedingt finden? Hat sie vielleicht einen geheimen Auftrag? Wird sie deshalb von mysteriösen Männern angegriffen?
Die Antworten auf all diese Fragen werde ich mir wohl selbst zusammenreimen müssen.

Mit den anderen Figuren sieht es beinahe noch schlimmer aus, nur dass – von Chang Gong einmal abgesehen – keine davon wirklich interessant für mich war. Hier habe ich mir nicht einmal mehr Fragen gestellt.

Nachdem der Film fünf Jahre überspringt, tauchen neben Xin, Chang Gong und den unglücklichen drei Abenteurern, denen Xin die Tour vermasselt hat, ein Herr Gu, ein Herr Xu und eine Adoptivtochter von Xin und Chang Gong namens Wei auf.
Xin Die Kriegerin: Wei und Herr XuJa, richtig gelesen, Xin und Chang Gong haben eine Tochter adoptiert. Die drei führen gemeinsam ein Restaurant, das nichts abwirft, Xin aber irgendwie erlaubt, mit Pelz über den Schultern herumzurennen, während ihre Tochter Wei und Chang Gong aussehen, als hätten sie sich einen Flickenteppich umgelegt. Hm. Weiterhin Teil von Xins perfidem Plan? Wei jedenfalls führt den Handlungsstrang rund um „Herrn Xu, der sich in die Adoptivtochter von Xin und Chang Gong verliebt hat und deshalb bei der Suche nach dem Schatz helfen wird, weil Xin nicht nur nicht kämpfen kann, sondern innerhalb von fünf Jahren auch noch ihre Intelligenz verloren hat“ ein. An dieser Stelle des Films hat Xin irgendwie ihre Daseinsberechtigung verloren.
Leider konnten weder Wei noch Herr Xu mich für sich begeistern, weil abgesehen von einem Satz zu ihrer Hintergrundgeschichte à la „Ich bin eine Waise!“, „So ein Zufall, ich auch!“ nichts über sie gesagt wird. Herr Xu versucht seit beinahe zwei Jahren die Steuern der Stadtbewohner einzutreiben, hat aber keine Durchsetzungskraft, während Wei ihre Zeit damit verbringt, so ziemlich alles und jeden anzuschreien. Nein, ich kann nicht sagen, dass die beiden Figuren viel für mich hergegeben hätten.

Herr Gu, von dem Xin Informationen herauszufinden versucht, scheint nicht der Hellste zu sein und hat ein Faible für schöne Frauen. Das ist das einzige, was ich im Film von ihm mitbekommen habe, und er scheint irgendwie nur dazu da zu sein, das Chaos noch etwas größer zu machen.

Xin Die Kriegerin_Chang Gong

Chang Gong vor seiner Zeit im Flickenteppich

Chang Gong gibt von seinem Charakter noch weniger preis: Er kann kämpfen, ist aus irgendeinem mir unerfindlichen Grund mit Xin zusammen, die ihn von Anfang an nur benutzt zu haben scheint, und … Ja, das war es eigentlich schon, was ich von ihm weiß.
Eigentlich schade, er wirkte zumindest, als gäbe es eine interessante Geschichte über ihn zu erzählen …

Die drei Abenteurer, durch die Xin von der Schatzkarte erfahren (?) hat, machen während des Films eine ebenso erstaunliche Wandlung durch wie Xin selbst. Tragen zu einer spannenden Handlung aber auch nicht so wirklich zu. Wenn überhaupt, dann sind sie wohl eher Hauptträger der komischen Elemente … Denn leider werden aus den drei dunkel gekleideten Herren (links), die sich die Karte unter den Nagel reißen wollen, nach der Einladung die drei erfolglosen Ladenbesitzer (rechts), die sich scheinbar einmal im Monat gegenseitig Fallen stellen und so auch nach fünf Jahren noch nichts weiter erreicht haben.

Insgesamt sind die Figuren enttäuschend, wenn man einen spannenden Actionfilm mit gewiefter Handlung erwartet. Für eine – Wie formuliere ich es nett? – eher hirnlose Komödie mag es aber gehen. Bei mir haben viele Entwicklungen aber eher Stirnrunzeln hervorgerufen.

 

Kostüme, Kulisse & Soundtrack

Man hat es auf den Bildern zu den Figuren vermutlich schon gesehen: Die Kostüme sind das, was man aus einem historischen Film erwarten würde. Manchmal – wie bei dem starken gegensatz zwischen Xin, Chang Gong und Wei – hatte ich das Gefühl, dass sie nicht so ganz passen. Insgesamt waren die Kostüme aber eins der Dinge, die ich im Film tatsächlich gut fand.

Ähnlich verhält es sich mit der Kulisse: Schöne Landschaftsbilder, ein bisschen Kaiserpalast, eine antike Stadt und noch etwas Natur. Hier gab es nichts (vom Stein, der wie ein Pfirsich aussieht vielleicht mal abgesehen), was mich gestört hätte.

Was ich an dieser Stelle noch hervorheben möchte, sind die in meinen Augen wirklich schönen Aufnahmen, die mit Licht und Schatten spielen und nicht unbedingt typisch sind. Hier gab es mal etwas für mich Neues zu sehen, das ich interessant fand. Wäre „Xin: Die Kriegerin“ wirklich ein Actionfilm mit tiefsinniger Handlung, hätte ich mich gefreut, noch mehr davon zu sehen. 😀

Xin Die Kriegerin: Licht und Schatten

Ebenfalls gut gefallen hat mir der Soundtrack. Entsprechend der historischen Kulisse und Kostüme könnte man vermutlich auch traditionellere Musik erwarten. Das ist unter einem gewissen Gesichtspunkt auch richtig. 😀 Es gibt tatsächlich traditionelle Musik, allerdings wurde diese etwas … moderner gestaltet. Gerade weil der Film nicht wirklich historisch ist, empfand ich das als recht passend. Außerdem fand ich das Resultat aus dieser Verbindung auch gut zu hören. 😉

 

Mein Fazit

„Xin: Die Kriegerin“ ist ein Film, der völlig falsche Vorstellungen weckt und sich dadurch vermutlich selbst ein Bein stellt.
Ich bin mit der Einstellung an diesen Film gegangen, einen spannenden Film mit Tiefgang zu bekommen, habe stattdessen aber eine Komödie mit Actionszenen, einem nicht wirklich interessanten Plot und sehr schwach charakterisierten Charakteren ansehen müssen. Die wenigen spannenden Fragen, die der Film zwischendurch aufwirft, werden fallengelassen und abgesehen davon, dass der Film optisch nett anzuschauen ist, weiß ich nicht wirklich, warum ich ihn mir eigentlich angesehen habe.
Erschwerend kommt noch hinzu, dass der Film nur auf Deutsch verfügbar ist. Als jemand, der die Filme gern im Originalton mit Untertiteln schaut, war ich davon natürlich weniger begeistert. Bei einem besseren Film hätte ich darüber aber sicher leichter hinwegsehen können.

Mein erster chinesischer Film auf Amazon Prime hat mich nicht so recht überzeugen können. Ich bin gespannt, ob es mir mit den nächsten besser ergehen wird.