Transmigrator meets Reincarnator

Der heutige Beitrag kommt etwas später, weil ich diese Woche zum ersten Mal ein K-Drama schaue und gerade so gefangen war, dass ich völlig vergessen hatte, dass ich den Beitrag ja noch gar nicht gepostet hatte. („Rooftop Prince“, falls es jemanden interessiert.) 😀 Aber Gott sei Dank ist es mir noch rechtzeitig eingefallen. 😉

Ursprünglich wollte ich euch heute ein zweites Rezept aus forever YANG vorstellen, aber als ich heute aus der Uni nach Hause kam, stand eine Packung chinesischen Tees auf dem Tisch und wartete auf mich. Ganz groß darauf war „Sencha“ zu lesen und sofort musste ich an den folgenden Roman denken: „Transmigrator meets Reincarnator“.
Auch dieser Roman hat etwas mit dem Thema Chinesische Küche zu tun, deshalb hatte ich ohnehin überlegt, ob ich ihn euch vorstellen soll. Der Sencha war dann wohl ein Zeichen. 😉

Meine Bewertung: Sterne-4b

 

Zum Inhalt

Chu Lian transmigriert in die Wu Dynastie, wie sie sie aus einem Roman kennt. Eigentlich sollte alles perfekt sein: Sie bekommt die Rolle der Protagonistin des Romans, die einen sympathischen Ehemann mit einer netten Familie und einigem Status bekommt, und stolpert auch direkt in ihren Hochzeitstag hinein. Chu Lian ist fest entschlossen, das Beste daraus zu machen und die Fehler ihrer Vorgängerin nicht zu wiederholen.
Dummerweise ist ihr Ehemann He Changdi jedoch reinkarniert und erinnert sich an jede der Taten der ursprünglichen Chu Lian ganz genau. Angetrieben von seinem Hass für sie, setzt er alles daran, sie nicht noch einmal tun zu lassen, was ursprünglich zum Untergang seiner Familie geführt hat.
Dazu setzt er sich kurz nach der Hochzeit zum Militär ab. Gut für Chu Lian, die durch einige glückliche Umstände an ein Restaurant kommt …

 

Zu den Figuren (& dem Essen 😉 )

Was ich an diesem Roman wirklich neu und aufregend finde, sind die Rollen der Figuren: Chu Lian als Person einer anderen Welt, die zumindest einen halben Roman gelesen hat und daher weiß, was in etwa auf sie zukommen sollte. He Changdi als Reinkarnierter Ehemann, der selbst miterlebt hat, was passiert ist, und seine Einstellung zu ihr deshalb um 180 Grad dreht.
Diese Konstellation gibt natürlich Stoff für jede Menge Spannung und ist etwas, das ich schon mit Freude erwartet habe, seit ich den Klappentext gelesen habe.

Ihre Rollen sind es auch, die mich diesen Roman größtenteils weiterlesen lassen. He Changdi (oder generell die Männer in diesem Roman) ist aktuell nämlich weniger … interessant. Klar, er ist von Gefühlen getrieben, aber irgendwie macht er den Eindruck eines 5-jährigen Kindes, das gerade eine Trotzphase durchmacht. Als jemand, der bereits ein Leben hinter sich hat, hätte ich mir von ihm mehr erwartet.

Sein Kontrahent Xiao Bojian – der ursprüngliche männliche Hauptcharakter des Romans – ist dagegen selbstbezogen und irgendwie zu verliebt. Das einzige, was ihn interessant macht, ist wohl sein Hintergrund, der nur ganz gaz langsam aufgedröselt wird.

Ein bisschen besser sieht es bei einigen der Nebenfiguren aus, aber über die ist in den bisher 150+ Kapiteln noch nicht so viel geschrieben, dass man das wirklich beurteilen könnte.

Chu Lian als Protagonistin, die dadurch auch den größten Platz im Roman bekommt, ist da schon etwas besser und zu meiner Freude mal eine mehr oder weniger normale Protagonistin. Sie zeichnet sich eher durch ihre Begabungen und ihren Verstand aus.
Apropos Begabungen: Der Grund, aus dem dieser Roman in der Themenwoche zur Chinesischen Küche gelandet ist, besteht darin, dass Chu Lian mindestens alle paar Kapitel kocht, Kochanweisungen gibt, andere Leute kochen lässt, Essen isst und daran herumkrittelt oder Restaurants besucht oder selbst eines eröffnet. Kurzum: Eigentlich geht es hier neben dem Ganzen Drama vor allem ums Essen.
Das Plus dabei: Die Übersetzer von volarenovels.com, wo die Übersetzung gepostet wird, machen sich immer viel Mühe und natürlich wird man als Leser auch bei „Transmigrator meets Reincarnator“ nicht enttäuscht. Wann immer ein neues Gericht in einem Kapitel auftaucht, bemüht sich der Übersetzer passende Bilder zu finden und erklärt eventuell, wenn es bei diesem Gericht irgendwelche Besonderheiten gibt oder es um etwas Unbekannteres geht.

 

Fazit

„Transmigrator meets Reincarnator“ ist ein Roman mit einer interessanten Grundidee, die bis dato leider etwas untergeht, weil sich der ‚Reincarnator‘ frühzeitig abgesetzt hat und es ihm meines Erachtens etwas an Reife mangelt.
Wett macht das aber einiges an Spannung im Hintergrund, alles, was man aus diesem Roman so über die Chinesische Küche lernen kann und eine smarte Protagonistin, die mal nicht völlig OP, sondern eher recht normal ist.

Wer also einen etwas anderen Roman rund um Reinkarnation/Weltenübergänge lesen will, der ist mit „Transmigrator meets Reincarnator“ in meinen Augen ganz gut beraten.

 

Ach ja! Warum ich bei Sencha an diesen Roman denken muss? Das ist auch einer der Gründe, aus dem ich „Transmigrator meets Reincarnator“ ganz gern mag: Die Gerichte werden recht eindrücklich beschrieben. Dazu gehört unter anderem auch der Sencha aus der Wu Dynastie, den Chu Lian probieren muss. Und was soll ich sagen … sie findet ihn grauenhaft. 😀
Hätte man mir solchen Sencha vorgesetzt (Ich erinnere mich, dass unter anderem Zwiebeln und irgendwelche Gewürze darin waren.), hätte ich vermutlich dasselbe gedacht. Der Sencha, der heute auf mich gewartet hat, ist aber etwas, das man beruhigt trinken kann. 😉

Poison Genius Consort

Heute möchte ich euch einen Roman von Jie Mo vorstellen, der aktuell als „Legend of Yun Xi“ auch als Serie verfilmt wird: Poison Genius Consort.
Die Übersetzungslizenz wurde schon vor geraumer Zeit von volarenovels erworben. Hier gibt es fünf Mal die Woche ein neues Kapitel zu lesen. Es handelt sich also um einen Fortsetzungsroman.

Schon mal eine Warnung vorneweg: Poison Genius Consort ist ziemlich beliebt (sonst gäbe es ja auch keine Serie 😉 ), trotzdem habe ich die Geschichte bereits im zweiten Handlungsbogen abgebrochen und glaube auch nicht, dass ich sie bald wieder zur Hand nehmen werde.

Meine Bewertung: Sterne-2b

 

Zum Inhalt

Han Yunxi kommt bei einem Arbeitsunfall (Ihr Chef wirft ihr nach einem Streit zu schwere Akten an den Kopf. 😀 ) ums Leben und wacht in der Vergangenheit auf, wo sie gerade auf dem Weg ist, verheiratet zu werden.
Leider halten ihr zukünftiger Ehemann und ihre Familie recht wenig von der Idee und setzen alles daran, dass es nicht zu dieser Hochzeit kommt. Han Yunxi weigert sich jedoch aufzugeben, was sie zwar bis ins Haus ihres Ehemanns bringt, ihr Leben aber auch nicht wesentlich besser macht.
Immerhin findet ihr Ehemann recht schnell heraus, dass Han Yunxi eine Gift-Expertin ist und gerade eine solche kann er extrem gut gebrauchen.

 

Was mich an dieser Geschichte begeistert hat und weswegen ich trotzdem aufgegeben habe

Der Prota-Cheat

Han Yunxi ist als Figur durchaus interessant. Sie gibt nicht so schnell auf, hat eine schnelle Auffassungs- und eine gute Beobachtungsgabe und ist intelligent. Genau das, was ich mir von einer weiblichen Protagonistin nur wünschen kann.
Ihre „Fähigkeiten“ im Umgang mit Gift haben mich allerdings ziemlich schnell enttäuscht. Was anfangs nach ihrem eigenen über Jahre angeeigneten Wissen und harter Arbeit klang, stellte sich schnell als modernes System heraus, das man ihr irgendwie ins Gehirn eingebaut hat. Dieses System identifiziert nicht nur Gifte für sie und warnt sie sogar vor diesen, wenn sie sich ihnen nähert, nein, es kommt sogar noch mit einer praktischen Dimension, in der jede Menge Material für Gegengifte verstaut ist und in der Han Yunxi Sachen verschwinden lassen kann.
Ich gehöre eher selten zu den Lesern, die sich über einen „Cheat“ des Protagonisten aufregen, denn seien wir mal ehrlich: Hätte der Protagonist nicht irgendeinen Vorteil, wäre er in den meisten Romanen innerhalb der ersten zehn Kapitel tot.
In „Poison Genius Consort“ war es mir dann aber doch zu viel. Han Yunxis Cheat hat mir einfach nicht das Gefühl gegeben, dass es wirklich sie ist, die hier arbeitet. Sie greift hier lediglich auf eine Datenbank zurück, was – Verzeihung – jeder Depp könnte. warum bitte kann die intelligente und praktisch veranlagte Protagonistin, die hier präsentiert wird, nicht aus eigener Kraft solche Dinge erledigen?

Immerhin taucht recht schnell ein Gift auf, das nicht einfach per System erkannt und bekämpft werden kann. Das war für mich der Grund, tatsächlich noch weiterzulesen. Von der Handlung her wurde ich auch nicht enttäuscht: Han Yunxi stolpert immer wieder (manchmal zufällig, manchmal selbstverschuldet und manchmal „dank“ ihres Ehemanns) in Probleme und löst diese, ohne dabei je ihren Charakter zu verlieren.
Was die Handlung angeht, hat die Geschichte es mir wirklich angetan. Es gab so viele Hinweise auf weitere Handlungsbögen und Figuren, die später wohl wichtig werden, dass i wahnsinnig gern gewusst hätte, wie es weitergeht. Aber dann kam mein Problem.

 

Die andere Hälfte der Medaille

Der „Duke of Qin“ wie Han Yunxis Ehemann Long Feiye meistens nur betitelt wird, hat genau den Charakter eines männlichen Protagonisten, den ich am meisten hasse. Eine Weile konnte ich ihn ertragen, aber irgendwann war bei mir einfach Schluss.
Niemand muss sich meines Erachtens groß um eine Frau scheren, die ihm von außen und dann auch noch aus politischen Gründen aufgehalst wurde. Ich erwarte aber von einer Figur zumindest ein wenig menschliches Verhalten und Long Feiye zeigt davon … nichts. Er ist der typische Mimik-lose, kaltherzige, desinteressierte männliche Hauptcharakter, der sich um nichts und niemanden schert und solange er kann (was er meistens kann) nicht einmal die Grundregeln der Höflichkeit befolgt. Alle anderen Menschen sind für ihn einfach Luft.
Das ist okay, solange es im Rahmen bleibt, aber das tat es für meinen Geschmack bei Long Feiye nicht. Während ich am Anfang noch dachte, dass das etwas werden könnte, ging er mir schon im zweiten Handlungsbogen dermaßen auf den Senkel, dass mich der Gedanke, ihn noch länger ertragen zu müssen, dazu gebracht hat, den Roman aufzugeben.

 

Mein Fazit

„Poison Genius Consort“ ist ein Roman mit einer interessanten Handlung, die immer wieder Abwechslung bietet und gerade für spätere Kapitel noch viel Spannung verspricht.
Trotzdem habe ich den Roman aus zwei Gründen abgebrochen: Der Cheat der Protagonistin ist mir zu stark und der männliche Hauptcharakter ist mir wahnsinnig unsympathisch.

Während ich über den Cheat der Protagonistin noch hinwegsehen kann, weil hier die Handlung ab und an gegen steuert und ihr Charakter wirklich interessant ist, hat es mir der männliche Protagonist Long Feiye völlig verdorben.
Man muss leztlich bedenken, dass dieser Roman auch ein Liebesroman ist. Wenn man dann so vollständig gegen das OTP ist, macht es halt einfach keinen wirklichen Spaß, den Roman zu lesen.
Eins von beidem hätte ich sicher verschmerzen können, aber beides zusammen hat leider dafür gesorgt, dass die guten Punkte untergingen und mein Spaß verloren ging.

Wer allerdings diese Art von männlichem Hauptcharakter mag und die Zeit abwarten kann, die er zum Auftauchen braucht (Was wetten wir, dass er in ein paar Handlungsbögen butterweich wird und der Protagonistin aus der Hand frisst?), der wird mit „Poison Genius Consort“ sicher viel Spaß haben.