Rückblick zur Themenwoche: Chinesische Filme, die man ganz einfach auf Deutsch/in Deutschland bekommt

Nach den Feiertagen ist die verlängerte Themenwoche zu Chinesischen Filmen, die man einfach auf Deutsch oder hier in Deutschland in den Läden finden kann, nun wirklich zu Ende. Dieses Mal kam sie mir etwas chaotischer vor als sonst, was vermutlich daran lag, dass ich die Filme (abgesehen von Mulan) alle erst taggleich geschaut habe und dann durch die Feiertage doch einiges auf mich zukam, was mich davon abgehalten hat, alles so zu machen, wie ich es mir ursprünglich vorgestellt hatte.
Trotzdem hatte ich jede Menge Spaß und freue mich, dass ich so viele tolle neue Filme entdecken konnte. Hier nochmal eine kurze Übersicht zur Erinnerung, welche Filme ich geschaut und wie ich sie bewertet habe:

  • „Mojin: The Lost Legend“: Sterne-3b
  • „Die Chroniken des Geistertempels“: Sterne-4b
  • „Was Frauen wirklich wollen“: Sterne-3b
  • „House of Flying Daggers“: Sterne-5
  • „Flying Swords of Dragon Gate“: Sterne-4b
  • „Painted Skin: Die verfluchten Krieger“: Sterne-5
  • „Mulan: Legende einer Kriegerin“: Sterne-5
  • „Dragon Blade: When the eagle meets the Dragon“: Sterne-2b
  • „Tiger & Dragon: Der Beginn einer Legende“: Sterne-5

Ich habe vergangene Woche also ganze 4 neue Highlights gefunden, was immerhin knapp die Hälfte der Filme ist.
Nebenbei sind mit „Painted Skin 2“ und weiteren Adaptionen von „Candle in the Wind“ und den „Liaozhai Zhiyi“ wieder neue Filme auf meiner Wunschliste gelandet, ebenso wie der Soundtrack zu „Tiger & Dragon“.

Außerdem habe ich noch ein paar chinesische Filme bei mir zuhause stehen, die ich auch noch schauen werde. Dummerweise habe ich vergangene Woche allerdings eine Entdeckung gemacht:
Ich wollte euch am Freitag eigentlich „The Mermaid“ vorstellen, einen etwas neueren Film, den ich vor einer Weile ja in Berlin direkt im Laden als schickes Steelbook gefunden hatte. Was oll ich sagen? Ihr habt ja gesehen, dass daraus leider nichts wurde. 😓
Ich habe letzten Freitag nämlich herausgefunden, dass weder mein alter Laptop, noch mein DVD-Player BluRays abspielen kann. (Hätte mir das der Name des Geräts vielleicht sagen sollen? 😂) Ich kann auch nichts dafür, dass mir das erst jetzt auffällt. Die ganzen Jahre über habe ich immer einen Bogen um BluRays gemacht, weil … „Sieht ja doof aus, neben meine ganzen wunderschönen gleich hohen und größtenteils auch gleich breiten (Schuber ausgenommen) DVDs jetzt diese mickrigen BluRay-Hüllen zu stellen.“ Ahem … ja. *hust* Nö, ich bin nicht oberflächlich … Ich habe nur einen Ordnungsdrang. 😅
Ich schaue mich dann mal nach einem günstigen neuen Gerät um und sammle derweil weiter Filme. 😀 Eventuell gibt es dann nächstes Jahr nochmal eine Themenwoche dazu oder vielleicht streue ich sie auch so nach und nach ein. Mal schauen. 😉

 

Alles in allem hatte ich mal wieder eine schöne Themenwoche und nebenbei habe ich auch gleich entschieden, was ich im Januar mache: Kochen. 😎 Mal schauen, was dabei herauskommt … 🙈

Tiger & Dragon: Der Beginn einer Legende

Heute möchte ich die verlängerte Themenwoche rund um chinesische Filme, die man auch ganz leicht in Deutschland/auf Deutsch bekommt, mit einem weiteren Highlight beenden: „Tiger & Dragon: Der Beginn einer Legende“.

Tiger & Dragon

Als Li Mu Bai und Yu Xiu Lian nach Beijing reisen, um das Jadeschwert zu übergeben, wird dieses gestohlen. Auf der Suche danach begegnen die beiden Jadefuchs, der Mörderin von Li Mu Bais Meister. Nun setzen die beiden alles daran, um Li Mu Bais Meister zu rächen und das Jadeschwert zurückzuholen, doch gerade letzteres gestaltet sich überraschend schwierig.

Meine Bewertung: Sterne-5

 

Wo genau soll ich bei diesem Film nur anfangen?
Mein erster Eindruck des Films war tatsächlich nicht ganz so gut. Er wirkte etwas altbacken, was mir als jemandem, der viel Wert auf Optik legt, natürlich nicht ganz so gefällt. Anfangs wirkte es außerdem, als würde der Film sehr lange brauchen, bis er in die Gänge kommt. Die ersten Szenen waren jedenfalls sehr ruhig und ich stellte mich vorsichtshalber schon mal auf eine Geschichte ein, die etwas zäh werden könnte.

Dann allerdings kam alles ganz anders: Nachdem ich durch den langsamen Einstieg erst einmal Zeit hatte, die Figuren kennenzulernen, ging die Geschichte sofort los und ließ auch bis zum Ende nicht mehr nach.

  • Li Mu Bai: Chow Yun Fat
  • Yu Xiu Lian: Michelle Yeoh
  • Yu Jiao Long: Zhang Ziyi
  • Luo Xiao Hu: Chang Chen
Tiger & Dragon9

Yu Jiao Long (links) und Luo Xiao Hu (rechts)

Wieder einmal sind es in diesem Film gerade die Figuren, die ihn für mich sehenswert machen. Gerade das langsame Kennenlernen war es, das mir die Charaktere nach und nach nähergebracht hat und so schließlich dafür gesorgt hat, dass ich die ganze Geschichte über mit Spannung dabei war.

Natürlich tut in diesem Film auch die Geschichte an sich das ihre dazu, dass ich dabei geblieben bin:

Tiger & Dragon2

Yu Xiu Liang

Einerseits hat man hier die Geschichte um den Raub des Schwertes, doch dahinter steht die Geschichte um Jadefuchs und Li Mu Bais Meister, die Geschichte von Li Mu Bai und Yu Xiu Liang, genauso wie die Geschichte von Yu Jiao Long und Luo Xiao Hu. All diese Geschichten hinter der Hauptgeschichte (und mit ihnen selbstverständlich auch die Figuren) machen sie viel komplexer und tragen zu den Emotionen dabei, die in diesem Film in meinen Augen wieder einmal sehr gut zur Geltung kamen.
Außerdem schafft „Tiger & Dragon“ es, diese Hintergrundgeschichten so kurz anzureißen oder zu erzählen, dass ich erstaunlicherweise einmal nicht das Gefühl hatte „Hier brauche ich mehr!“ Stattdessen hatte ich den gesamten Film über das Gefühl genug zu wissen und konnte mich so immer auf den Teil der Geschichte konzentrieren, um den es gerade ging.

Ein weiterer Punkt, der mir ebenfalls positiv aufgefallen ist: Der Soundtrack. Der Film ist eher historisch und dazu passt auch die Musik wunderbar: Die Stücke sind eher einfach gehalten, sodass sie nicht vom Inhalt ablenken, sondern stattdessen die Atmosphäre unterstützen.
Dieser Soundtrack ist auf jeden Fall etwas, das ich mir erst einmal auf meine Wunschliste schreibe, denn man kann ihn ganz sicher auch außerhalb des Films sehr gut hören.

 

Mein Fazit

„Tiger & Dragon: Der Beginn einer Legende“ ist ein Film, der mich eigentlich an allen Fronten überzeugt hat. Abgesehen von der etwas alt anmutenden Optik (Der Film ist wohl von 2000, also verzeihe ich ihm das sehr gern. 😉 ), gibt es wirklich nichts, das ich bekritteln könnte: Der Soundtrack klingt wundervoll, die Charaktere sind fantastisch dargestellt, die Geschichte hat Spannung und Emotionen …
Kurzum: Wer gern chinesische Filme oder überhaupt gute Filme schaut, sollte sich „Tiger & Dragon“ unbedingt ansehen! Ganz besonders dann, wenn er auf plastische Figuren und eine komplexe Geschichte wert legt. Für mich hat der Film auf alle Fälle Wiederholungspotential!

Dragon Blade: When the eagle meets the dragon

Am ersten Zusatztag der Themenwoche habe ich für euch „Dragon Blade: When the eagle meets the dragon“ geschaut. Wie es leider so ist: Man kann nicht immer Glück haben. Nachdem ich in er Hauptwoche mehrere wirklich tolle Filme gesehen habe, war ich diesmal weniger überzeugt.

Dragon Blade6

Huo An hat seit seiner Kindheit den Traum, Frieden über die Seidenstraße zu bringen und alle Völker dort als Freunde vereint zu sehen. Nach Jahren der Mühe geht dann jedoch etwas schief und Huo An und seine Männer werden als Sklaven dazu verdonnert, beim Wiederaufbau einer alten Festung mitzumachen. Genau dann greifen die Römer an, doch Huo An kann ein Unglück abwenden und verbündet sich sogar mit Lucius.

Meine Bewertung: Sterne-2b

Ich habe wirklich eine Weile überlegt, ob ich dem Film wirklich nur zwei Sterne geben sollte oder doch lieber noch drei. Ich will nicht wirklich behaupten, dass der Film schlecht ist. Er hat gute Kampfszenen, sieht nett aus, ist auch recht realistisch (Abgesehen davon, dass Römer und Parther Englisch sprechen, während die Völker der Seidenstraße ihre eigenen Sprachen haben und untereinander Chinesisch reden. :p ) und hat durchaus auch seine emotionalen Momente.
Dragon Blade8Es gab aber auch ein gravierendes Problem: Ich fand ihn langweilig. So gähnend langweilig sogar, dass ich etwas getan habe, was ich sonst nie mache und nebenbei den Roman weitergelesen habe, den ich neulich angefangen habe. Das Schlimmste dabei ist, dass mir im Film derweil nicht mal etwas entgangen ist.

Vielleicht bestand das Problem zum Teil auch darin, dass der Film halb auf Englisch und halb auf Chinesisch war. Das macht zwar durchaus Sinn, ich habe es aber doch als etwas störend beim Schauen empfunden.

Nicht weniger hilfreich ist die Tatsache, dass die Handlung super langsam voranschreitet. Erst nach etwa einem Viertel des Films kam das erste Mal so etwas wie Spannung auf, die aber schnell wieder vorbei war und Bildern vom Bauen einer Stadt wichen. Einer schönen Stadt, aber Dramatik sieht anders aus. Dazu gab es dann noch den Aufbau einer scheinbar innigen Männerfreundschaft mit leichten Kommunikationsbarrieren, die wirklich tiefgreifende Diskussionen verhindert haben (etwas, das ich persönlich sehr an Filmen schätze, also, die Diskussionen …).
Wirkliche Spannung kam für mich eigentlich erst in der letzten halben Stunde auf und die bestand zum Großteil eigentlich auch nur aus Kämpfen … die mir zu allem Überfluss auch noch als etwas zu aufgesetzt vorkamen.
So leid es mir tut, aber von wenigen Momenten abgesehen, kann ich den Film einfach nicht als emotional tiefgehend ansehen.

Um noch etwas Positives zu sagen: Ich mochte die Musik ganz gern. Also, die chinesische Musik wie das „Lied des Friedens“. Die römische verstehe ich ebenfalls (auch wenn sie persönlich nicht so meins ist), aber die Oper von Mozart am Anfang … Ah, lassen wir das lieber.

„Dragon Blade: Where the eagle meets the dragon“ ist ein Film, der mich schlicht und ergreifend nicht überzeugen konnte. Die einzigen guten Punkte, die ich erkennen kann, sind eine tolle Optik und nette Musik. Die Geschichte, die der Film erzählt, hat mich allerdings gelangweilt. Hier hat mir einfach Tiefe gefehlt, mehr zu den Figuren, mehr Dramatik, mehr sinnvolle Handlung.
Würde man die (in meinen Augen komplett sinnfreie) Rahmenhandlung herausschneiden, innerhalb des Films noch einige Längen kürzen (ein paar kurze Bilder Stadtaufbau würden mir z.B. reichen, das brauche ich nicht öfter und nicht länger), dann fände ich den Film gar nicht schlecht. Mir hätte schlicht und ergreifend die Hälfte des Films gereicht.
Ich denke aber, wer sich eventuell neben China auch noch für das Römische Reich, die Seidenstraße oder ganz allgemein für Geschichte interessiert, könnte diesen Film gut finden. Allen anderen würde ich allerdings nicht zu „Dragon Blade“ raten.

Mulan: Legende einer Kriegerin

Eigentlich wollte ich euch heute ja zwei Filme vorstellen, aber dann hat mich meine Familie den halben Tag lang dazu gezwungen Origami-Blumen zu basteln. :/ (Ja, Weihnachten ist bei uns so merkwürdig. 😀 ) Deshalb belasse ich es heute bei nur einem Film, nämlich „Mulan: Legende einer Kriegerin“. Zur Wiedergutmachung gibt es dafür aber morgen und übermorgen nochmal jeweils einen Film. Ihr bekommt also statt der heutigen Bescherung eine verlängerte Themenwoche. 😉

Mulan

Über den Inhalt des Films muss ich vermutlich nicht viele Worte verlieren, da die meisten wohl wissen werden, worum es geht. 😉
Als der Krieg beginnt und die Männer nach und nach einberufen werden, kommt die Reihe auch an Mulans Vater. Da dieser bereits in die Jahre gekommen und nicht mehr bei bester Gesundheit ist, gibt sie sich als Sohn der Familie aus und zieht an seiner Statt in den Krieg, was nicht ganz ungefährlich ist, da es den Tod für sie und ihre Familie bedeuten würde, wenn sie erwischt wird.

Meine Bewertung: Sterne-5

Mulan3Die Geschichte rund um Mulan hat mir persönlich schon vorher gefallen, deshalb ist es vermutlich kein Wunder, dass ich auch diesen Film zu meinen Highlights zähle. Und erstaunlicherweise spielt schon wieder Chen Kun mit. 😀

  • Mulan: Zhao Wei
  • Wentai: Chen Kun
  • Fei Xiaohu: Chan Jaycee

Und ja, auch in diesem Film haben mich die Figuren und die emotionale Tiefe überzeugt. Mulan2Vor allem, wenn ich den Spielfilm mit der vermutlich bekannteren Disney-Variante vergleiche. Während es dort immer mal wieder Humor gibt, Mulan die meiste Zeit über eigentlich Spaß mit den anderen Soldaten hat und eigentlich kaum in Gefahr gerät, entdeckt zu werden, bekommt sie im Film schon ziemlich früh Probleme und das nicht zu knapp.
Mulan6Auch die Schlachten wirken wesentlich realistischer als in vielen anderen Filmen, die ich bisher gesehen habe. Nicht nur, dass hier Figuren verletzt werden und sterben, ja, sie werden sogar schmutzig. Ich kann mich beim besten Willen nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal eine Armee auf staubigem Boden habe kämpfen sehen, deren schwarze Rüstungen hinterher nicht immernoch geglänzt haben. Eventuell in „Princess Agents“? Ansonsten wird oft nur daran gedacht, ein bisschen Blut zu zeigen und das war’s. Auch wenn es merkwürdig klingt: Der ganze Staub hat dem Film etwas besonders Realistisches verliehen, das für mich seine Wirkung noch einmal gesteigert hat.

Und das, obwohl seine emotionale Wirkung ohnehin icht niedrig ist: Was mich an diesem Film besonders beeindruckt hat, war, wie facettenreich Mulans Figur dargestellt wird. Sie ist einmal die eigensinnige Tochter der Familie Hua, dann eine Person mit einer wichtigen Aufgabe, die gleichzeitig aber vor alles und jedem auf der Hut sein muss, gleichzeitig ist sie Freundin und Anführerin und neben all dem hat sie im Film auch Momente, an denen sie wirklich völlig am Boden ist und in denen ich mich als Zuschauerin gefragt habe, ob sie es je allein wieder nach oben schaffen könnte.

 

Mein Fazit

„Mulan: Legende einer Kriegerin“ ist gerade wegen der toll ausgestalteten Charaktere, der Konstellation zwischen ihnen und natürlich einer ohnehin schon spannenden Geschichte eines meiner Highlights.

Wer immer den Disney-Film mochte, sollte ihn meines Erachtens unbedingt anschauen, um eine zwete Perspektive zu bekommen. Aber auch diejenigen, die den Disney-Film nicht mögen, weil er ihnen vielleicht zu leicht und eventuell sogar zu albern ist, sollten dem Spielfilm eine Chance geben, da er durch seinen Realismus wesentlich ernster ist. Im Grunde kann man den Animations- und den Spielfilm gar nicht wirklich miteinander vergleichen. Sie teilen sich nur durch Zufall die grundlegende Geschichte.
Auch diejenigen, die einfach nur gern einen chinesischen Film mit einer starken Heldin sehen wollen, sind bei „Mulan“ in meinen Augen nicht falsch.

Oder anders gesagt: Wer immer einen guten, chinesischen Film sucht, dem würde ich unter anderem zu „Mulan: Legende einer Kriegerin“ raten. Ich habe es jedenfalls nicht bereut.

Painted Skin: Die verfluchten Krieger

Nachdem ich euch gestern „Flying Swords of Dragon Gate“ vorgestellt habe und meinte, dass ich gern mehr von Yu Huatians Schauspieler Chen Kun sehen würde, ist mir heute prompt die DVD zu „Painted Skin: Die verfluchten Krieger“ in die Hände gefallen. Auch in diesem Film spielt er eine der Hauptrollen, deshalb konnte ich es natürlich nicht lassen, den Film heute gleich zu schauen und euch vorzustellen. 😉

Painted Skin4

Wang Sheng rettet eine Frau namens Xiao Wei, als er gemeinsam mit seinen Soldaten eine Bande Räuber unschädlich macht. Kurz darauf geschehen schreckliche Morde in der Stadt und Wang Shengs Frau Peirong beginnt Xiao Wei zu verdächtigen. Als ihr Mann ihr nicht glaubt, trägt sie ihren Verdacht ausgerechnet an ihre Jugendliebe Pang Yong heran, die kurz zuvor in die Stadt zurückgekehrt ist.

Meine Bewertung: Sterne-5

 

Vorneweg: Auch wenn ich eine Weile gebraucht habe, um in den Film reinzukommen, hat mir gerade die zweite Hälfte so gut gefallen, dass ich ihn genau wie „House of Flying Daggers“ zu meinem Highlights zähle.

Der Film ist eine der vielen Adaption der Liaozhai Zhiyi, was meine Erwartungen gleich in die Höhe geschraubt hat, nachdem „Legend of Nine Tails Fox“ mich schon so begeistert hatte. Tatsächlich war ich auch von dieser Geschichte nicht enttäuscht, obwohl sich der Film inhaltlich natürlich sehr von der Serie unterscheidet. Bei all den Geschichten aus den Liaozhai Zhiyi wäre es vermutlich auch ein Wunder Adaptionen zu finden, die sich bis aufs Haar gleichen.

Was mir an dieser Adaption ganz besonders gefallen hat, waren – eigentlich genau wie bei „Legend of Nine Tails Fox“ – die starken Emotionen, die er transportiert.
Painted Skin7Nachdem ich bei den meisten Filmen diese Woche gesagt habe, dass ich gern mehr über die Figuren gewusst hätte und schon dachte, dass ich einfach wieder Serien schauen sollte, konnte „Painted Skin“ genau hier punkten: Es gibt nicht allzu viele Figuren – wirklich wichtig sind in meinen Augen nur fünf – und die Nebenrollen fügen sich geschickt einfach um die Hauptfiguren herum. Von den Hauptfiguren selbst wird auch nicht so viel gezeigt, aber genügend Schlüsselszenen, um gut nachvollziehen zu können, weshalb die Figuren so fühlen und handeln, wie sie es tun.

  • Wang Sheng: Chen Kun
  • Peirong: Zhao Wei
  • Xiao Wei: Zhou Xun
  • Pang Yong: Donnie Yen
  • Xia Bing: Betty Sun

Painted Skin3Hier hat mir gerade Wang Shengs Frau Peirong gefallen. Von der ersten Szene, in der sie auftaucht, fand ich sie sofort interessant, weil sie es mit einem Blick schafft, den kompletten Gedankengang, den sie in diesem Moment durchmacht, rüberzubringen. Auch im Rest des Films bleibt sie so ausdrucksstark. Von all den Figuren in „Painted Skin“ – von denen einige sicher öfter auftauchen – fand ich ihre Rolle daher am besten. Vielleicht auch, weil sie die größte Veränderung im Laufe des Films durchmacht.

Während auch Wang Sheng und Xiao Wei verschiedene Facetten zeigen, konnte ich mit Pang Yong und der Dämonenjägerin Xia Bing, die später im Film dazukommt, weniger anfangen. Es war für mich okay, sie dabei zu haben, aber mir hätte ohne sie wohl auch nicht allzu viel gefehlt.
Auch das ist aber eines der schönen Dinge an „Painted Skin“: Durch die fünf Hauptfiguren sieht man alle Mal und es ist genügend Abwechslung dabei, dass keine Langeweile aufkommen kann, auch wenn einem eine der Rollen nicht so zusagt.

Neben den Figuren und der Story im Allgemeinen hat mich an diesem Film auch das Drumherum eingenommen. Wie bei „Flying Swords of Dragon Gate“ sind die Kostüme alle eher auf der praktischen Seite, haben mir optisch aber auch gut gefallen. An Kulissen bekommt man hier nicht so viel zu sehen, was es einem gleichzeitig aber auch erleichtert, dem Film zu folgen.
Dieses Mal war es aber eigentlich auch gar nicht die Optik, die es mir angetan hat, sondern der Soundtrack: „Painted Heart“ ist so wunderschön, dass ich den Song auch außerhalb des Films immer wieder hören könnte. Auch wenn ich den Song inhaltlich eigentlich nicht so ganz passend für den Film finde (Wenn ich mir die Übersetzung anschaue, sieht es so aus, als sei Xiao Wei die Hauptfigur, was in meinen Augen definitiv nicht der Fall im Film ist.), kommt die verzweifelte Liebe gut rüber, die sich wie ein roter Faden durch den Film zieht.

Alles in allem ist „Painted Skin“ ein Film, den ich durchaus wieder schauen würde. Die Figuren sind interessant und sorgen für eine spannende und vor allem emotionale Geschichte.
Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie die Fortsetzung „Painted Skin 2: The Resurrection“ ausfällt. Lange werde ich wohl nicht damit warten, mir diesen Teil anzusehen.

Flying Swords of Dragon Gate

Nachdem ich euch gestern in der Themenwoche „House of Flying Daggers“ vorgestellt habe, geht es heute mit „Flying Swords of Dragon Gate“ weiter. Einem Film, der ebenfalls eher historisch anmutet.

Flying Swords of Dragon Gate2

Zhao Huaian hat es sich zur Aufgabe gemacht, für die Gerechtigkeit zu kämpfen und kommt dabei auch Inspektor Yu Huantian in die Quere, mit dem er bereits öfter aneinander geraten ist. Die Lage spitzt sich zu, als er herausfindet, dass dieser eine Frau verfolgen lässt, die aus dem Palast des Kaisers geflohen zu sein scheint. Ihr Weg führt alle Beteiligten zum Drachentor.

Meine Bewertung: Sterne-4b

 

Auch „Flying Swords of Dragon Gate“ ist ein Film, der mir insgesamt sehr gut gefallen hat. Hier findet sich wieder eine spannende und schön gestaltete Geschichte, die ich mir gern angesehen habe. Wenn ich den Film allerdings mit „House of Flying Daggers“ vergleiche, muss ich doch sagen, dass mir letzterer eine SPur besser gefallen hat.
Der Grund hierfür sind vermutlich die Figuren:

  • Zhao Huaian: Jet Li
  • Ling Yanqiu: Zhou Xun
  • Yu Huatian: Chen Kun

Flying Swords of Dragon Gate7Sowohl Zhao Huaian, als auch Yu Huatian und Ling Yanqiu sind interessante Figuren, die durchaus das Potential haben, eine Geschichte aufzubauen. Gerade Zhao Huaian und Ling Yanqiu, denen man eine Hintergrundgeschichte und ein paar Konflikte anmerkt, haben mir hier auch sehr gut gefallen.
Flying Swords of Dragon Gate6Yu Huatian als ihr Gegenspieler allerdings war zwar grundsätzlich toll anzusehen, war mir als Figur aber nicht ganz tief genug. Ich bin tatsächlich nicht ganz sicher, was in diesem Film eigentlich sein Ziel war. Also, sein großes Ziel und nicht nur, Zhao Huaian zu töten. 😀 Ich muss ihm allerdings lassen, dass er trotz dieser in meinen Augen fehlenden Motivation eine tolle Darbietung geliefert hat. Tatsächlich fand ich ihn so gut, dass ich mir ein paar mehr Szenen mit ihm gewünscht hätte und jetzt sofort nachsehen möchte, in welchen Filmen der Schauspieler noch dabei ist, damit ich mir die auch gleich noch ansehen kann. 😀

Von diesen drei Figuren abgesehen gab es außerdem zig Nebenfiguren, deren Namen ich auch am Ende des Films nicht kenne, ganz zu schweigen davon, dass ich ihnen großartige Charakterzüge oder irgendeine Geschichte zuordnen könnte. Tatsächlich fiel es mir bis etwa zur Hälfte des Films schwer, mir zusammenzureimen, wer zu wem gehört, wo sich wer befindet, und wie all das zusammenhängt, was mir dort gezeigt wird.

Die Charaktere finde ich also eher durchwachsen, trotzdem schafft der Film es, mir die Geschichte glaubhaft zu machen und mich dran bleiben zu lassen. Eventuell erwarte ich, was Figuren angeht, auch einfach zu viel, weil ich in letzter Zeit vor allem Serien gesehen habe, in denen natürlich viel mehr Raum für Charakterisierung und Hintergrundgeschichten bleibt.

Was mir wiederum sehr gut gefallen hat, sind die Kulissen. Die Landschaften, durch die die einzelnen Figurengruppen reisen, haben es mir sofort angetan.

Auch die Kostüme empfand ich – von einigen Ausnahmen abgesehen – wirklich passend. Sie sind nicht wirklich ausgefallen, sondern eher praktisch, aber gerade dadurch auch glaubhaft.
Insbesondere, da der Film durchaus auch seine Martial Arts-Szenen hat, bei denen ich mich in manch anderen Filmen schon frage, ob andere Kleidung nicht angebrachter gewesen wäre. 😀
Was das angeht, fand ich „Flying Swords of Dragon Gate“ im Übrigen etwas … sehr weit hergeholt. Natürlich erwartet niemand bei den Martial Arts in Filmen Realismus, aber bei diesem Film empfand ich es ab und an doch als arg übertrieben. (Nein, ich glaube nicht daran, dass zwei Schwertkämpfer in einen Wirbelsturm rennen, dabei irgendwie in einem davon fliegenden Haus landen, und versuchen weiterzukämpfen.) Aber na ja, Yu Huatian sieht gut dabei aus, also warum sollte ich mich beschweren? 😀

Alles in allem ist „“Flying Swords of Dragon Gate“ für mich ein spannender Film, den ich durchaus auch wieder mal zur Hand nehmen würde. Ich hätte mir zwar an der ein oder anderen Stelle etwas mehr zu einzelnen Figuren gewünscht und dafür lieber auf die ein oder andere Nebenfigur verzichtet, aber das tut der Geschichte an sich keinen Abbruch.
Zusammen mit schönen Kulissen und Kostümen (Hätte es nicht auf der DVD-Hülle gestanden, hätte ich aber niemals gedacht, dass der Film aus dem Jahr 2011 ist. Ich hatte das Gefühl, etwas wesentlich Älteres vor mir zu haben. Aber vielleicht ist auch einfach meine Hardware schlecht? *grübel* Dasselbe Gefühl hatte ich bei „House of Flying Daggers“ auch schon, aber der ist zumindest von 2003, was gefühlt ja schon eine Ewigkeit zurückliegt.), sowie – wie ich finde – charismatischen Schauspielern schafft der Film es so zwar nicht ganz unter meine Highlights, ist aber trotzdem etwas, das ich weiterempfehlen würde.

House of Flying Daggers

Ich war heute mal wieder in Berlin, um ein paar Museen mit chinesischen Ausstellungen abzuklappern. Entsprechend spät kommt der neue Beitrag zur Themenwoche, in dem ich euch heute „House of Flying Daggers“ vorstellen möchte, das schon lange auf meiner Wunschliste der Filme stand, die ich unbedingt mal sehen wollte. 😉

House of Flying Daggers

Das „Haus der Fliegenden Messer“ ist dem Kaiser ein Dorn im Auge, daher erhalten die beiden Polizisten Jin und Leo den Auftrag, deren Anführerin zu identifizieren und zu töten. Einen ersten Hinweis erhalten sie mit der blinden Tänzerin Mei, an deren Fersen sich Jin daraufhin heftet.

Meine Bewertung: Sterne-5

 

Nachdem mich die ersten drei Filme diese Woche ja nicht so wirklich begeistern konnten, hat mich „House of Flying Daggers“ gleich richtig umgehauen. Der Film ist einfach nur wunderschön!

Ich liebe die Handlung, ich liebe die Figuren, ich liebe die Kostüme, ich liebe die Musik. Vermutlich hätte ich ihn euch eher am Samstag als eines meiner Highlights vorstellen sollen. 😀

Aber alles der Reihe nach:

  • Jin: Takeshi Kaneshiro
  • Leo: Lau Andy
  • Mei: Zhang Ziyi

House of Flying Daggers3Bei diesem Film konnten mich alle drei Figuren völlig von sich überzeugen und das, obwohl für niemanden eine auch nur ansatzweise vollständige Hintergrundgeschichte geboten wird oder sie besonders viel Präsenzzeit haben. In „House of Flying Daggers“ wird gerade genug von ihrer Geschichte preis gegeben, um alles verständlich zu machen und die Konflikte glaubhaft und emotional zu gestalten. Selbst Leo, der in der ersten Hälfte des Films eigentlich recht wenige Auftritte hat, konnte mich als Zuschauerin sofort in seinen Bann ziehen.

Nachdem durch diese Figurenkonstellation schon mal eine – wie ich finde – großartige Geschichte gegeben ist, wird das Ganze dann noch einmal dadurch aufgewertet, wie natürlich sich alles andere einfügt.

Meis Rolle als Tänzerin stellt schon gleich zu Anfang die wunderschönen Kostüme in den Fokus und natürlich kommt hier auch gleich die Musik zum Tragen, die den ganzen Film über klassisch gehalten bleibt und damit die Atmosphäre toll unterstützt.

Ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht, was ich noch über den Film sagen könnte. Bei „House of Flying Daggers“ passt in meinen Augen halt einfach alles zusammen. Ich hatte wirklich viel Spaß beim Schauen, obwohl ich die zweite Hälfte schon mal irgendwann im Free TV gesehen haben muss. Hier kam mir nämlich etliches bekannt vor. Trotzdem hat das dem Ganzen keinen Abbruch getan, was bei mir in aller Regel dafür spricht, dass ich bei einem Film richtig bin. 😉

Wer historische Filme mit viel Flair mag und eine Geschichte mit vielen Emotionen, überraschenden Wendungen und, ja, auch der ein oder anderen Kampfszene möchte, der ist mit „House of Flying Daggers“ meiner Ansicht nach definitiv gut beraten.

Was Frauen wirklich wollen

Der Film, den ich euch heute in der Themenwoche vorstellen möchte, ist mal wieder etwas Moderneres und die Geschichte ist vermutlich auch vielen Leuten bekannt, die keine chinesischen Filme schauen. Bei „Was Frauen wirklich wollen“ handelt es sich nämlich um ein Remake des US-amerikanischen Films „Was Frauen wollen“.

Was Frauen wirklich wollen

Macho Sun Zigang verliert den Posten des leitenden Kreativ-Direktors ausgerechnet an seine neue Kollegin Li Yilong. Als er sich widerwillig ihren Arbeitsanweisungen fügt, hat er einen Unfall und kann anschließend die Gedanken von Frauen hören. Nach anfänglichen Problemen damit zurechtzukommen, macht er sich seine neue Fähigkeit natürlich zu Nutzen.

Meine Bewertung: Sterne-3b

 

  • Sun Zigang: Lau Andy
  • Li Yilong: Li Gong

Die chinesische Variante von „Was Frauen wollen“ unterscheidet sich nur geringfügig von der US-amerikanischen, insofern gibt es recht wenig sowohl über die Handlung als auch über die Figuren zu sagen.

Sun Zigang ist ein Macho, der glaubt, großartig bei den Frauen anzukommen, während diese ihn eigentlich nicht ausstehen können. Ich kann sie an dieser Stelle verstehen, was vermutlich mit ein Grund dafür ist, dass mich der Film nicht so recht begeistern konnte.
Seine neue Chefin Li Yilong ist eine dieser starken Frauen, die sich in der Karriere durchsetzen kann, gute Ideen hat, aber auch schnell verunsichert wird, nachdem Sun Zigang seine Fähigkeiten gegen sie zu nutzen beginnt.

Für mich kam leider nicht so richtig Spannung auf, was vielleicht auch daran liegt, dass ich das Original schon kenne. Insofern würde ich diesen Film eher für Leute empfehlen, die die amerikanische Variante noch nicht kennen oder gern Remakes schauen. Dann ist „Was Frauen wirklich wollen“ sicher ein schöner Film, mit dem man sich mal einen netten Abend machen kann.
Sowohl das Original als auch das Remake sind aber keine Filme, die ich unbedingt zweimal schauen müsste.

Die Chroniken des Geistertempels

Nach „Mojin: The Lost Legend“ ist heute „Die Chroniken des Geistertempels“ dran, der mir schon um einiges besser gefallen hat. Im Übrigen sind beide Filme eine Adaption des Romans „Ghost Blows Out the Light“, deshalb sei mir verziehen, dass ich sie zumindest ein bisschen vergleichen werde. 😉

Chroniken des Geistertempels7

In den Kunlun-Bergen wird durch einen Einsturz ein alter Tunnel freigelegt. Ein Erkundungsteam rund um Professer Yang, dessen Tochter Yang Ping und Soldat Hu Ba Yi macht sich auf den Weg, doch nur Hu Ba Yi überlebt. Jahre später tauchen jedoch sowohl der Professor als auch seine Tochter wieder auf. Nur scheint etwas nicht mit den beiden zu stimmen. Und dann kommt es auch noch zu einem Unglück, das mit den Funden des Erkundungsteams zu tun haben scheint.

Meine Bewertung: Sterne-4b (allerdings knapp, ehrlich gesagt schwanke ich immer noch zwischen 3 und 4 Sternen 😌)

 

Figuren & Besetzung

  • Hu Ba Yi: Mark Chao
  • Yang Ping/Shirley: Yao Chen
  • Professor Yang: Wang Qingxiang

 

Die Figuren sind leider eines der Dinge, die für mich bei diesem Film mal wieder zu wünschen übrig ließen. Im Vergleich zu „Mojin“ habe ich hier aber nicht nur eine schöne Idee gesehen, sondern auch tolle Ansätze zu den Hintergrundgeschichten, die mir sehr gut gefallen haben.

Chroniken des Geistertempels16Professor Yang taucht so selten auf, dass ich eigentlich wenig über ihn zu sagen vermag, und selbst seine Tochter Yang Ping, die zumindest etwas mehr Zeit für sich hat und irgendwie so etwas wie die weibliche Hauptrolle (?) zu sein scheint, bleibt als Figur in meinen Augen recht blass und bekommt gerade mal gegen Ende zumindest etwas Hintergrundgeschichte.

Chroniken des Geistertempels9Hu Ba Yi hat mir dagegen wesentlich besser gefallen, was sicher auch daran liegen dürfte, dass er als Hauptfigur der Fokus des Films ist und dadurch wesentlich besser ausgestaltet wirkt.
Hu Ba Yi bietet außerdem die scheinbar spannendste Hintergrundgeschichte (Nicht, dass Yang Ping die nicht hätte, aber ihre wird so wenig angedeutet, dass ich wirklich nicht mehr als rätseln kann.), die aber leider auch nicht wirklich vollständig erzählt wird.
Ah, ich wünschte, man hätte aus diesem Film einfach eine Serie mit 12 Folgen oder so gemacht. Dann hätte man sicher wesentlich mehr einbringen und die ganzen Lücken in der Geschichte noch füllen können.

 

Kulisse & Kostüme

Genau wie „Mojin“ spielt auch „Die Chroniken des Geistertempels“ in unserer heutigen Zeit. Stellt euch also auf moderne „Kostüme“ ein. Die Kulissenallerdings sind etwas, das mir hier im Film gut gefallen hat, einfach weil man doch einiges an unterschiedlichen Orten zu sehen bekommt: Hier gibt es Städte, Geisterstädte, Ruinen, Berge, Wüste … Und ja, wenn wir bei „Mojin“ Zombies haben, dann müssen natürlich auch bei „Die Chroniken des Geistertempels“ ein paar Exoten her. Ursprünglich dachte ich ja, es seien Dinosaurier, doch dann stellte sich heraus: Nein, das sind Aliens. 😅

 

Mein Fazit

„Die Chroniken des Geistertempels“ ist ein Film, bei dem ich nicht ganz sicher bin, wie ich ihn bewerten soll. Einerseits finde ich die Idee großartig. Es gibt auch wirklich schöne Stellen im Film. Aber dann wiederum ist es nicht genug, um zu sagen, dass der Film mir insgesamt wirklich gut gefällt. Hier fehlt mir einfach zu viel an Hintergrundgeschichten der Figuren und der Hintergrundgeschichte der Handlung.
Interessant finde ich dabei vor allem, wie sehr sich „Die Chroniken des Geistertempels“ von „Mojin: The Lost Legend“ unterscheidet, obwohl beide Adaptionen desselben Romans sind. Am liebsten würde ich wirklich eine Umsetzung als Serie sehen, die die guten Sachen beider Filme vereint und mehr vom Hintergrund der Geschichte zeigt, den ich wirklich interessant fand.

Alles in allem würde ich, wenn ich mich für eine Umsetzung von „Candle in the tomb“ entscheiden müsste, eher zu „Die Chroniken des Geistertempels“ greifen, obwohl mich auch diese Adaption noch nicht komplett überzeugen konnte. In Zukunft werde ich wohl die Augen nach weiteren offenhalten.

Mojin: The Lost Legend

Als erstes in meiner Themenwoche zu „Chinesischen Filmen, die man auch in Deutschland ganz einfach bekommt“ möchte ich euch den Film „Mojin: The Lost Legend“ vorstellen, den ich vor Ort in Berlin entdeckt und gleich mal mitgenommen hatte.
Ich hatte den Film vor allem mitgenommen, weil mich das Cover der Papphülle (die eigentliche DVD hat ein anderes) angesprochen hatte. Es sah nach Abenteuer, einer starken Protagonistin und einer Fantasygeschichte aus. So ganz konnte der Film diese Erwartungen aber nicht erfüllen.

Mojin_Hu

Hu, Wang und Shirley sind ehemalige Mitglieder einer Gruppe von Grabräubern. Eigentlich leben sie mittlerweile schon in den Staaten, aber dann bekommt Wang einen Auftrag angeboten, der Erinnerungen aus der Vergangenheit wachruft: Jemand versucht die Blüte der Tag-und-Nachtgleiche in einer alten Grabkammer zu finden, die Hu und Wang zwanzig Jahre zuvor schon einmal besucht haben. Einer Grabkammer, in der ihre damaligen Freunde allesamt ihr Leben lassen mussten.

Meine Bewertung: Sterne-3b

 

Figuren & Besetzung

  • Hu Bayi: Chen Kun
  • Wang Kaixuan: Huang Bo
  • Shirley Yang: Shu Qi

 

Mojin_Team und Shirley

Shirley (links), Wang (Mitte), Hu (rechts) und ihr Sidekick, dessen Namen ich mir nicht einmal gemerkt habe (hinten)

Der Inhalt lässt es schon vermuten: In diesem Film geht es vor allem um Hu und Wang. Shirley ist eigentlich eher das schmückende Beiwerk, das nur ab und an mal ein paar Probleme mit einbringen darf. Entsprechend wenig habe ich auch über sie zu sagen und dieses wenige ist noch dazu wenig Gutes.
Shirley ist so etwas wie Hus Quasi-Freundin, nur dass sich beide darauf nicht so ganz festlegen können. Ich persönlich kann das von Hus Seite aus gut verstehen, da Shirley die meiste Zeit damit beschäftigt ist, ihm Beleidigungen an den Kopf zu werfen, von denen ich mich manchmal gefragt habe, weshalb genau diese gerade geäußert werden. Kurzum: Ich hätte gut und gerne auf sie verzichten können.

Interessanter sind hier schon Hu und Wang, die zumindest eine Hintergrundgeschichte haben, die über den Film hinweg auch immer wieder eine Rolle spielt und in Rückblenden erzählt wird. Die emotionalen Probleme, die sich daraus ergeben, stecken beide auch sehr unterschiedlich weg, was für einige interessante Szenen im Film sorgt.

Grundsätzlich fand ich Hu von den beiden interessanter, was vor allem daran liegt, dass man ihm seine Probleme deutlicher anmerkt und ich dadurch einfach schneller einen Bezug zu ihm gefunden habe.

Mojin_Wang und Sidekick

Wang (rechts) und Sidekick

Wang hingegen zeigte nur selten und eher in der zweiten Hälfte seine Emotionen, was ich persönlich schade finde, weil ich gern mehr gerade in der Interaktion zwischen den beiden gesehen hätte.

Ihre Begleitung in Form ihrer Auftraggeber und deren Team geben leider nicht allzu viel her. Von einer Person abgesehen hat niemand von ihnen eine wirkliche Hintergrundgeschichte, eigentlich gibt es überhaupt nur drei mehr oder weniger auffällige Figuren unter ihnen und von denen scheint eine zwischendrin eine 180° Wendung zu machen, was ihren Charakter angeht.

 

Kulisse & Kostüme

Schon am Cover war zu sehen, dass dieser Film eher modern ausfallen würde und so ist es auch: Er beginnt in einem New York, wie man es sicher auch heute auf der Straße erleben könnte. Auch wenn es später zurück nach China und hinab in die Grabkammer geht, erinnern daran die Kostüme und die Ausrüstung der Figuren doch immer wieder.
Mojin_Auftraggeber und Madame CosplayHu und sein Team sind zwar noch relativ passend gekleidet, die Auftraggeber und deren Team kommen allerdings im Anzug daher und (so leid es mir tut) eine der Damen sieht aus, als hätte sie sich von einer Cosplay-Convention verirrt. 🙈 Dazu kommen dann Schusswaffen, aber natürlich hat Madame Cosplay auch kein Problem damit, zwischendurch zwei kleine Äxte zu ziehen. (Wo hatte sie die vorher in ihrem Minirock versteckt?)

Die Grabkammer erfüllt dann tatsächlich mal die Vorstellung, die das Cover mir vermittelt hat: Hier gibt es Höhlen, unterirdische Flüsse, alte kaputte Händebrücken, mysteriöse Skulpturen … Wer etwas Abenteuer erwartet, wird hier also fündig. 😉

 

Soundtrack

Der soundtrack des Films passt meines Erachtens ganz gut zum Film: Hintergrundmusik ohne Gesang oder irgendwelche Schnörkel, die sich zur Untermalung ganz gut macht. Am ehesten ist mir hier noch das Ending in Erinnerung geblieben.
Nichts davon ist allerdings  etwas, das ich mir so außerhalb des Films unbedingt anhören müsste.

 

Mein Fazit

Bei „Mojin: The Lost Legend“ drängt sich natürlich irgendwie der Vergleich zur Serie „The Mystic Nine“ auf, schließlich hat beides mit einer Gruppe Grabräuber zu tun, es gibt ein bisschen Mystery, Action … Vermutlich sollte man diesen Vergleich nicht ziehen. „The Mystic Nine“ hat natürlich wesentlich mehr Zeit, um die vielen Figuren zu zeigen, alles langsam zu entwickeln und jede Menge Spannung reinzubringen.

„Mojin“ hat damit einige Probleme mehr. Für mich waren hier für die kurze Zeit einfach viel zu viele Figuren und Nebenschauplätze und dadurch zu wenig an wirklicher Interaktion zwischen den Figuren. Auch die Handlung konnte mich nicht so ganz überzeugen, hier sind einfach oft Dinge passiert, bei denen ich mich einfach nur gefragt habe „Äh … Und warum das jetzt?“ Mal kurz ein Beispiel:

Die Gruppe kommt an eine Händebrücke. Zwei Männer aus der Gruppe der Auftraggeber gehen hinüber und gehen prompt in Flammen auf. Natürlich kann man jetzt noch nicht sicher sein, ob das wirklich irgendetas mit der ominösen Brücke zu tun haben könnte. Klug wie sie ist, lässt Shirley nun einen silbernen Armreif über die Brücke rollen. Auch dieser verursacht Feuer, aber vielleicht liegt das ja auch am Armreif. Hu zieht also von irgendwoher ein Stück Papier (?) und zieht es wie ein Streichholz über die Brücke. Und ja: Auch das geht natürlich in Flammen auf. Jetzt sind die super erfahrenen Grabräuber gänzlich sicher: Mit dieser Brücke stimmt etwas nicht! Sie müssen einen anderen Weg suchen.

Ich hatte einfach das Gefühl, dass die ganze Szene nur dazu da war, um Hu und Shirley eine Möglichkeit zu geben, mit einander zu interagieren. Ich fand sie trotzdem einfach nur absurd und zur Beziehung der beiden hat sie auch nicht wirklich beigetragen.

Grundsätzlich hätte ich sowohl auf Shirley als auch auf einige andere Figuren gut und gern verzichten können und hätte mir stattdessen etwas mehr Interaktion zwischen Hu und Wang gewünscht oder etwas mehr zu deren Vergangenheit, die ja eigentlich der Anlass für die Rückkehr in die Grabkammer ist.

Mojin_ZombiesWorauf ich ebenfalls hätte verzichten können: Zombies. 🙈 Ja, in diesem Film kommen auch Zombies vor. Ob die notwendig waren, frage ich mich schon, aber na ja.

Alles in allem ist „Mojin: The Lost Legend“ ein Film mit einer guten Idee, dessen Umsetzung mir persönlich aber nicht so gut gefallen hat. Es gab einfach viel zu viel am Rand und viel zu wenig an der Hauptgeschichte. Ich würde den Film also wohl kein zweites Mal schauen, einmal schauen war aber okay.
Wer eine tolle Geschichte mit Grabräubern sehen will, sollte vielleicht aber doch lieber zu „The Mystic Nine“ greifen.