Ex-Model

Nachdem ich diese Woche bei den Filmen größtenteils daneben zu greifen scheine, ist heute in der Themenwoche rund um chinesische Filme und Serien bei Amazon Prime mal wieder eine Serie dran: „Ex-Model“.
Wie viel kann man von einer Serie an einem Tag schauen? Eine Staffel definitiv, wenn eine Episode unter 5 Minuten dauert. 😀 Entsprechend habe ich heute gleich mal die erste Staffel geschaut, um zu schauen, wie mir die Serie gefällt, und diesmal scheine ich mehr Glück gehabt zu haben, auch wenn die Serie kein neues Highlight wird.

Ex-ModelXin Xin ist Model. Oder besser gesagt: Sie war, denn der Zahn der Zeit hat (zumindest was das Model-Business angeht) schon an ihr genagt. Nun muss Xin Xin sich andere Aufgaben suchen und das ist mit einigen Problemen verbunden.

 

Meine Bewertung: Sterne-4b

 

  • Xin Xin: Xin Wang
  • Lola: Marlène Guénard
  • Isreal: Seng Hong Ngo

Aufgrund der kurzen Episoden muss man in dieser Serie nicht allzu viele Figuren erwarten. Im Grunde dreht sich alles um einen kleinen Kreis rund um Xin Xin: Zwei (ehemalige) Modelkolleginnen, ihre (Ex)-Managerin und deren Mann und ein Freund, den Xin Xin immer dann kontaktiert, wenn sie ein Problem hat.

Ex-Model_Xin Xin_nicht ganz so glücklich mit ihrem neuen JobDie Serie ist aus Xin Xins Sicht erzählt und ich muss sagen, dass sie mir als Hauptfigur sehr gut gefallen hat. Sie weiß, was sie will, ist zwar manchmal scheinbar etwas planlos und ihr Charakter scheint ihr einige Probleme dabei zu machen, auf ’normalem‘ Wege durchs Leben zu kommen, aber sie trägt das mit einer Portion Realismus und Humor, was eine interessante Mischung ergibt. 😉

Wenn man bedenkt, dass eine Staffel nur 10 Folgen hat und eine Folge im Maximum auf 5 Minuten kommt – und das mit Intro und Outro – dann wundert es vermutlich nicht, dass man von den anderen Figuren nicht ganz so viel mitbekommt. Die Serie macht ihre Sache aber wirklich gut damit, neue Figuren sehr einfach und schnell vorzustellen: Für jede Person bekommt man drei Dinge genannt, die sie mag, und das hübsch verpackt in ein paar Bildern. 😉

Auch sonst ist die Serie in meinen Augen übrigens sehr hübsch und vor allem abwechslungsreich aufgemacht. Mal bekommt man Standbilder wie Fotos präsentiert, dann wirft man selbst einen Blick durch die Kamera und dann wieder gibt es (meist wenn Israel auftaucht) Abschnitte im Comic-Stil.

Aber vermutlich war etwas optisch Ansprechendes bei einer Serie über ein Ex-Model auch zu erwarten. 😉
In dieselbe Kategorie reihen sich für mich übrigens auch die „Kostüme“ ein: Immer mal wieder bekommt man hier aufgrund des Inhalts der Serie Laufstege zu sehen, bei denen die Kostüme dann mal etwas mehr her machen als bei den ansonsten eher alltäglichen Kleidungsstücken, die man sonst so in modernen Serien zu sehen bekommt. Auch Schmuck spielt immer mal wieder eine Rolle. Wer sich also für Fashion begeistern kann, ist in dieser Serie wohl richtig. 😀

Ach ja: Was ich unbedingt noch erwähnen sollte, ist, dass die Serie (zumindest Staffel 1) von zwei Szenen ausgenommen komplett in Paris spielt. Wer also hofft, hier etwas über die Modewelt in China zu sehen, wird enttäuscht sein und sieht sich besser anderswo um.

 

Mein Fazit

„Ex-Model“ ist für mich eine kurzweilige Serie für zwischendurch. Die Episoden sind so kurz, dass man sie in Pausen mal schnell schauen kann, wenn man gerade nicht weiß, was man sonst machen könnte.
Jede Episode hat ein eigenes kleines Thema, aber immer mal wieder verweist eine der späteren auch auf eine frühere, sodass sich durchaus ein roter Faden durch die Geschichte zieht. Wer also kurze Episoden nicht so wirklich mag, kann die Serie eigentlich auch als Film anschauen. 😉

Inhaltlich darf man natürlich kein großes Drama erwarten und auch keine allzu tiefen Einblicke in die Welt der Models. Man kann mal hineinschnuppern, aber dann wird einem – wie ja im Grunde auch Xin Xin – die Tür auch gleich wieder vor der Nase zugeknallt.

Empfehlen würde ich die Serie allen, die Modernes mit einem Hang zu Fashion mögen, nichts gegen trockenen Humor einzuwenden haben und gern starke Frauenfiguren sehen. Auch wer interessant aufgemachte Serien mag, dürfte hier an der richtigen Stelle sein.

Out of the Dark

Was ist es bloß diese Woche mit den Filmen, die ich schaue? Heute habe ich mir für meine Themenwoche rund um Chinesische Filme und Serien auf Amazon Prime den Film „Out of the Dark“ angeschaut. Ein Film, von dem ich mehr noch als bei „Monster Hunt“ nicht so genau weiß, was ich davon halten soll. 😅

Out of the Dark_Horror

Ein paar Klischee-Horrorelemente dürfen natürlich nicht fehlen.

Eine alte Frau ist ums Leben gekommen und sucht nun ihre Familie heim. Mit in die Sache hineingezogen werden die Security des Hauses, Kwan – eine weitere Bewohnerin – sowie der Geisterjäger Leon. Während sie versuchen, den Geist zu vertreiben, kommen nun aber der Sohn und die Schwiegertochter der alten Frau ums Leben und kehren ebenfalls zurück.

 

Meine Bewertung: Sterne-2b

 

Figuren & Besetzung

  • Leon: Stephen Chow
  • Kwan: Karen Mok
  • Captain Lu: Hung Lu

Out of the Dark_LeonLeon ist verrückt. Anders kann ich es einfach nicht sagen. Nicht nur, dass er aus der psychiatrischen Anstalt davon gelaufen ist, zum ersten Mal begegnet Kwan ihm, während er mit seiner Lilie spricht, die er überall mit hinnimmt. Von den ganzen Dingen, die er sonst noch so anstellt, will ich gar nicht erst anfangen. 😅

Out of the Dark_KwanKwan ist ganz genauso verrückt, auch wenn es bei ihr ein paar Szenen dauert, bis man es mitbekommt. Sie tut genau, was Leon sagt, egal wie bescheuert es ist. Das ist aber irgendwie auch alles, was ich über sie sagen kann. Oder über Leon, was das angeht.

Out of the Dark_Security GuardsNicht viel anders ergeht es mir mit der Bande von der Security. Allerdings mit dem Unterschied, dass es von denen so viele gibt, dass ich sie nicht wirklich auseinander halten kann. 😅

Die anderen Figuren – von denen es so viele gar nicht gibt – sind eigentlich nur die Leute, die zu Geistern werden, oder einfach namenlos Herumlaufende, die mal durchs Bild huschen. 😉

 

Kulisse, Kostüme & Soundtrack

Der Film spielt größtenteils in dem Gebäudekomplex, in dem die Lis gewohnt haben. Vom Keller bis zum Dach ist alles dabei. Nur wenige Szenen spielen außerhalb, z.B. in der psychiatrischen Anstalt in der Leon eigentlich lebt. Entsprechend bekommt man hier nicht so sehr viel mehr als lange Gänge und ein paar Räume zu sehen und kann sich voll und ganz auf die Figuren konzentrieren. 😉
Das ist auch besser so, sonst verpasst man nachher noch eines der unzähligen Dinge, die Leon aus seinen Klamotten zu ziehen schafft: Bananen, Bambus, Mäusefallen, Granaten … Es gibt nichts, das Leon nicht hat. 😀 Er ist zugegegebenermaßen auch die Figur, die am interessantesten anzuschauen ist. Aber vermutlich ist das auch nicht so schwer, wenn man bedenkt, dass die Leute von der Security ihre Uniformen tragen und ansonsten nur noch Kwan da ist. 😀

Der Soundtrack des Films ist genauso abgedreht wie alles andere. Die Musik ist quasi die Personifizierung von herumschwirrenden Geistern, was zum Rest des Films wirklich gut passt.

 

Mein Fazit

An „Out of the Dark“ ist wirklich alles abgedreht: Die Figuren, die Musik, die Handlung. Alles. … Dieser Film passt einfach in kein Schema. Für eine Komödie ist er mir nicht lustig genug. Für einen Horrorfilm zu absurd. Für einen Actionfilm besteht zu viel Zeit nur aus schreiend weglaufen. Vielleicht ist es merkwürdige Mystery? Vermutlich hat Amazon das Genre mit gutem Grund nicht aufgeführt. 😀
Mir war „Out of the Dark“ etwas zu … wirr. Wer aber auf Kurioses steht, könnte hier auf eine Goldgrube gestoßen sein. 😉

Hot Girl

An Tag 3 der Themenwoche rund um chinesische Filme und Serien bei Amazon Prime möchte ich euch eine Serie vorstellen, die ich mir zuerst für das Highlight am Samstag aufheben wollte. Dann allerdings wollte ich heute lieber die Serie weiterschauen und habe es einfach nicht mehr geschafft, auch noch einen Film anzusehen, den ich euch vorstellen könnte. 😂 Hier kommt jetzt also mein Beitrag zu „Hot Girl“.

Hot Girl_OutroGuan Xiaodi ist es gewohnt, jede Herausforderung zu gewinnen. Dann jedoch taucht eine mysteriöse Frau auf, die ihr ihre erste Niederlage beschert. Für ein Rematch mit ihr erfüllen Xiaodi und ihre Freunde die merkwürdigen Aufgaben, die ihnen besagte Frau stellt. Bald erfahren sie, dass all das nur geschieht, weil sie für das spezielle Trainingsprogramms des L.H.S.D. Bodyguard-Services ausgewählt wurden.

Meine Bewertung: Sterne-5

Ich habe zweimal hingeschaut, als ich das Coverbild zu „Hot Girl“ gesehen habe. Der Titel, das Cover und der Inhalt schienen erstmal wenig miteinander zu tun zu haben. Ersteres sah eher nach ‚Machtkämpfen in der High Society‘ aus als nach Kämpfen mit vollem Körpereinsatz. 😀
Und dann war da noch die Tatsache, dass mir die Frau irgendwie bekannt vorkam? Ein Blick auf die Liste der Schauspieler hat mir dann auch gezeigt, warum das so ist: Das ist Dilraba Dilmurat! Die Schauspielerin von Feng Jiu aus Ten Miles of Peach Blossoms! 😱
Spätestens an dieser Stelle hatte die Serie mich am Haken. Und zugegen, die Inhaltsangabe las sich gar nicht so schlecht. 😉

 

Figuren und Besetzung

  • Guan Xiaodi: Dilraba Dilmurat
  • Liang Dawei: Ma Ke
  • Cui Tianqi/Pink Panther: Wang Yang

Die Serie hat bisher 2 Staffeln mit jeweils 17 Episoden. Da ich diese Woche erst damit angefangen habe, versteht sich vermutlich von selbst, dass ich noch nicht allzu weit damit bin. 😅 Was ich bisher von der Handlung und auch von den Figuren gesehen habe, gefällt mir aber sehr gut.

Hot Girl_Guan XiaodiGuan Xiaodi wirkt auf den ersten Blick wie jemand, der ein perfektes Leben hat: Freunde, mit denen sie so ziemlich jeden Tag verbringt, eine tolle Beziehung zu ihrem Vater, mehrere Hobbies in denen sie so gut ist, dass sie sich den Titel „unbesiegbare Göttin“ erkämpft hat.
Schon innerhalb der ersten paar Episoden wird aber schnell klar, dass man weiter von der Wahrheit gar nicht entfernt sein könnte: Hot Girl_Guan Xiaodi2Sie fühlt sich einer Person, die sie erst wenige Male getroffen hat, näher als ihren scheinbar besten Freunden. Während sie sich zwar gut mit ihrem Vater versteht, hängt sie ständig den Erinnerungen an ihre Mutter nach, die früh verstarb. Und obwohl sie tausend Dinge auf hohem Niveau zu beherrschen scheint, wirkt sie nicht, als hätte sie dabei wirklich Spaß. Ihr fehlt ein Ziel im Leben und die meiste Zeit über wirkt sie alles andere als glücklich.
Dieser Zwiespalt hat Guan Xiaodi für mich definitiv zu einer interessanten Protagonistin gemacht, bei der ich gespannt bin, wie sie sich im Laufe der zwei Staffeln entwickeln wird. Ab und an ging mir ihre wirkliche arrogante Art zwar auf den Keks, aber diese scheint sie nach und nach auch abzulegen.

Hot Girl_Liang DaweiDie anderen Figuren sind bisher weniger deutlich charakterisiert. Am meisten Eindruck hat vermutlich noch Liang Dawei gemacht, der anfangs ebenfalls eher arrogant auf mich gewirkt hatte, sich aber bald als jemand herausstellte, der auch noch eine andere Seite an sich hat. Bisher allerdings ist über seine Hintergrundgeschichte oder über seinen Charakter noch nicht viel gesagt, daher will ich mich damit nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. 😉

Hot Girl_Pink PantherAls dritte Figur, die etwas mehr aus den anderen herausgestochen ist, möchte ich noch Cui Tianqi nennen. In welchem Krimi gibt es heute keine nerdige Hackerin? Auch „Hot Girl“ braucht selbstverständlich eine, wenn aus Guan Xiaodi und den anderen mal ein Team von qualifizierten Bodyguards werden soll. 😀 Diese Rolle fällt wohl Cui Tianqi zu, die online unter dem Namen ‚Pink Panther‘ unterwegs ist.
Auch über sie ist in den ersten Folgen noch nicht so viel gesagt, sie scheint aber das beste Verhältnis zu Guan Xiaodi zu haben und ist ihr vom Charakter und ihren Idealen her wohl auch ähnlich. – Wenn Pink Panther ihren Kampf auch online austrägt. 😉
Ihre Rolle ist zwar bisher etwas stereotyp, da mich Guan Xiaodi aber von sich überzeugen konnte, bin ich relativ sicher, dass auch Pink Panther noch die ein oder andere Überraschung parat haben könnte.

Die anderen Figuren … sind zwar da, haben aber bisher keinen so großen Eindruck gemacht. Um ehrlich zu sein kann ich mir aktuell noch nicht mal ihre Namen merken und manchmal musste ich mich schon fragen: Moment! Wer ist die jetzt schon wieder? Ich hoffe, dass sich das mit dem Fortschreiten der Serie noch bessern wird oder ein paar Figuren vielleicht auch langsam von der Bildfläche verschwinden. Bei so einem Spezial-Training kann ja durchaus auch mal ausgesiebt werden. 😉

 

Kostüme, Kulisse & Soundtrack

„Hot Girl“ ist visuell und auditiv so ziemlich das, was der Titel und auch die Inhaltsangabe vermuten lassen: Sie spielt in einer modernen Großstadt mit viel Beton und Metall, die Figuren tragen ebenso moderne Kleidung und das alles wird von Musik begleitet, die vermutlich in den letzten paar Jahren in den Charts zu hören war.
Als jemand, der normalerweise auf ausgefallene Kostüme und Kulissen steht, werde ich hier wohl nicht unbedingt ins Schwärmen geraten. 😀

Das einzige, was mir – und hier werde ich jetzt mal pfennigfuchsen – etwas negativ aufgefallen ist, sind Guan Xiaodis Klamotten, die in manchen Situationen etwas unpraktisch wirken, aber scheinbar nie ihre unglaubliche Schutzfunktion verlieren. Mal zum Überlegen: Wenn ich aus einem brennenden Auto springe, schnell davon renne und von der folgenden Explosion nach vorn geschleudert werde, wie wahrscheinlich ist es dann, dass meine Beine unverletzt sind, wenn ich Shorts trage?
Okay, sie konnte nicht ahnen, dass sie in einem brennenden Auto landen würde und vielleicht ist sie dank ihrer körperlichen Fähigkeiten einfach gut gelandet. Aber warum trägt sie schon wieder Shorts, wenn sie ihren ersten Auftrag übernimmt? Wäre es hier nicht klüger, sich etwas mehr vorzubereiten? Okay, vermutlich ist das einfach nicht ihr Stil …

Also, abgesehen von solchen Gedanken, die mir hin und wieder durch den Kopf gehen, während ich schaue, habe ich nicht wirklich etwas auszusetzen. Die Serie wirkt eben sehr modern und aufgeräumt. 😉

 

Mein Fazit

Ich habe zwar noch nicht so sehr viel von „Hot Girl“ schauen können, bisher hat es mir die Serie aber angetan. Die Handlung schreitet stetig voran, es gibt jede Menge Abwechslung und zumindest die Hauptfigur konnte man in den ersten paar Folgen schon so gut kennenlernen, dass ich vermutlich sogar bei einem etwas weniger spannenden Plot für sie weiterschauen würde.
Gerade Guan Xiaodis persönliche Geschichte ist es auch, die mich bisher am meisten fasziniert hat: Man merkt einfach, dass hier noch viel kommen wird. Und selbst die Facetten, die sie bisher gezeigt hat, sind schon so viele, dass ich eine deutliche Vorstellung von ihr bekommen habe. Diese Greifbarkeit ihrer Figur macht ihren emotionalen Konflikt noch deutlicher und ich habe mich ganz ehrlich dabei ertappt, wie meine Laune zusammen mit Xiaodis ständig umgeschlagen ist. 😭
Bei den anderen Figuren hapert es aktuell noch etwas, aber ich bin sicher, dass sich das spätestens bis zum Ende der ersten Staffel noch ändern wird. Auf jeden Fall ist dort noch jede Menge Potential zum Ausschöpfen vorhanden. 😉

Alles in allem hat mir die Serie bisher sehr gut gefallen und ich bin gespannt, wie es im Trainingscamp weitergeht. Ach ja: Mit „Hot Girl“ habe ich außerdem endlich etwas im O-Ton gefunden! Dazu gibt es englische Untertitel. Was kann man sich mehr wünschen? 😊

Justice, My Foot!

Gestern habe ich mit einem Actionfilm in meine Themenwoche rund um chinesische Filme und Serien bei Amazon Prime gestartet, der für mich eher einer Komödie gleichkam: „Xin: Die Kriegerin“. Heute möchte ich mit einem Film weitermachen, der tatsächlich eine Komödie ist: „Justice, My Foot!“.

Justice My Foot_KomödieDer Anwalt Sung Sai Kit hat Unglück, was seine Frau auf das schlechte Karma schiebt, das er mit seinem Beruf anhäuft. Nur mit Mühe (und einem Häufchen Gewalt …) schafft sie es ihn dazu zu bringen, seinen Job an den Nagel zu hängen. Dann jedoch trifft Frau Sung auf eine Witwe, deren Mann ermordet wurde, und verlangt von Sung Sai Kit, ihr Gerechtigkeit zu verschaffen.

Meine Bewertung: Sterne-4b

 

Figuren & Besetzung

  • Sung Sai Kit: Stephen Chow
  • Frau Sung: Anita Mui

Manchmal sieht der Film aus, als sei er ernst und würde tatsächlich Werte wie Gerechtigkeit und Rechtschaffenheit in Frage stellen.

Justice My Foot_Figuren2

Dann wiederum schafft er es, diesen Eindruck komplett wieder zu ruinieren. 😂 Vermutlich ist es das, was eine gute Komödie ausmacht.

Justice My Foot_Außergewöhnlicher Humor

Frau Sung erhält Vorschläge von ihrem gelangweilten Ehemann, welche Frisuren ihr stehen könnten. Mh. Sung Sai Kit hat definitiv einen außergewöhnlichen Geschmack.

Diesen Spagat hinzubekommen, fällt dem Film überhaupt nicht schwer, was an den völlig abgedrehten, ja fast schon absurden Charakteren der Figuren liegt.

Justice My Foot_Sung Sai Kit und Frau Sung

Sung Sai Kit und seine Frau nehmen eindeutig die Hauptrollen in diesem Film ein.
Sung Sai Kit ist wortgewandt und gewieft, was ihm über die Jahre allerdings keinen so guten Ruf eingebracht hat. Einerseits scheint er zu verstehen, dass er nicht gerade viel Glück in seinem privaten Leben hat, andererseits will er unter keinen Umständen seinen Job aufgeben, weil er dann ständig Langeweile schieben würde.
Passend zu diesem Mann, der die Klischeevorstellung eines Beamten im Alten China in meinen Augen ganz hervorragend präsentiert, scheint Frau Sung das Paradebeispiel für eine Frau des Antiken China … die sich absolut nicht an die Regeln hält. 😅
Mal abgesehen davon, dass Sung Sai Kit in dieser Beziehung scheinbar nicht so viel zu sagen hat wie während seiner Arbeitszeit, ist sie diejenige, die ihn tatkräftig aus einer Schlägerei rettet, ihn ebenso „feinfühlig“ zum Abdanken zwingt und diese (ihre) Entscheidung dann auf dieselbe Weise wieder rückgängig macht. Zumindest lästert sie ab und an mit ihrer Amme am Teestand …

Die beiden sind schon irgendwie das perfekte Paar und damit eine tolle tragende Rolle für „Justice, My Foot!“. Justice My Foot_WitweDie anderen Figuren, wie die Witwe, die Frau Sung aufliest, die verschiedenen Beamten oder Bewohner der Stadt, Diener oder Familienangehörige, haben alle jeweils kleinere Rollen, die zwar auch immer mal wieder zum Humor beitragen, aber sich nie durch den gesamten Film ziehen.

Normalerweise äußere ich mich ja nie darüber, wie die Leistung der Schauspieler war, weil ich davon schlicht und ergreifend keine Ahnung habe 😅, aber bei diesem Film muss ich sie doch mal lobend hervorheben: Ab und an ist sie nämlich einfach derart melodramatisch, dass ich schon ohne den dazugehörigen Inhalt das Gefühl hatte, darüber lachen zu müssen. 😂
In diesem Film ist einfach alles eine Spur überzogen. 😉

 

Kulisse, Kostüme & Soundtrack

Auch „Justice, My Foot!“ greift auf historische Kulissen und Kostüme zurück. Im Gegensatz zu Comedy-Serien wie „Go Princess Go„, die ich euch vor einer Weile vorgestellt hatte, bleibt der Film auch dabei und zieht seine komischen Momente eher aus der Handlung.

Auch der Soundtrack ist eher traditionell gehalten, was gerade vor dem Hintergrund der Kostüme und Kulissen meines Erachtens sehr gut passt.

 

Mein Fazit

Dieser Film ist eine Komödie und zwar von der ersten bis zur letzten Minute. Die Figuren, die Schauspielerei, die Witze … alles ist auf die Spitze getrieben oder sogar ein wenig übertrieben. Einerseits macht das den Charme dieses Films aus, andererseits war es mir manchmal auch etwas zu viel.
Gut gefallen hat mir allerdings, dass die komischen Momente gerade daraus entstanden und nicht einfach aus Kulissen und Kostümen gezogen wurden, was sicher einfacher gewesen wäre, aber auf mich weniger Eindruck gemacht hätte.

Auch dieser Film findet sich bei Amazon Prime leider nicht in Chinesisch, sondern nur auf Englisch mit der Option von ebenfalls englischen Untertiteln. Da der Film aus Hong Kong stammt und dementsprechend vermutlich ohnehin nicht auf Mandarin gewesen wäre, konnte ich das aber ganz gut verschmerzen. 😉

Alles in allem ist „Justice, My Foot!“ für mich ein durchaus sehenswerter Film, dessen Titel allein schon ziemlich gut wiedergibt, was einen hier erwartet. An einem Tag, an dem man einfach nur etwas zum Lachen sucht, ist er definitiv bestens geeignet.

Xin: Die Kriegerin

Der erste Film, den ich euch in der Themenwoche rund um chinesische Filme und Serien, die man in Amazon Prime enthalten sind, ist „Xin: Die Kriegerin“. Der Film war … nicht ganz das, was ich erwartet hatte. 😅

Xin Die Kriegerin Umgebung 3Die Ninja Xin hört mit an, wie sich drei Männer über eine Schatzkarte unterhalten, die sich im Palast des Kaisers befinden soll. Sie macht sich deren Plan zunutze und lädt zudem noch Großmeister Chang Gong dazu ein, sich in der Nacht, in der der Raub erfolgen soll, mit ihr zu treffen. Xin stiehlt die Karte, wird jedoch von den drei Männern überrascht und alles endet im Chaos.

Meine Bewertung: Sterne-3b

Was sich auf den ersten Blick nach einem nicht unbedingt einfallsreichen Actionfilm anhört, von Amazon unter „Action & Abenteuer“ eingeordnet wird und dank des dunkel gestalteten Covers irgendwie auch nach genau so etwas aussieht, entpuppt sich schon nach der Einleitung als Komödie mit Action-Elementen. Die Erwartungshaltung hier einen düsteren Martial Arts-Streifen mit spannendem Plot vor sich zu haben sollte man entsprechend ganz schnell ablegen, wenn man diesen Film irgendwie genießen möchte.
Ein kurzer Blick auf die Speisekarte des Restaurants und den „Stein, der wie ein Pfirsich aussieht“, um euch ein Gefühl dafür zu geben, was euch in diesem Film erwarten wird:

 

Figuren & Besetzung

  • Xin: Pace Wu
  • Chang Gong: Francis Chun-Yu Ng
  • Herr Xu: Jaycee Chan
  • Wei: Xie Na
  • Herr Gu: Dang Haohan

Mal davon abgesehen, dass alles an diesem Film – außer dem Inhalt – „Actionfilm!“ schreit und er trotzdem eher eine Komödie ist, stören mich vor allem die Figuren. Und auch das ist wieder einmal der Tatsache geschuldet, dass der Film völlig andere Erwartungshaltungen weckt, als er nachher erfüllt.

Xin Die Kriegerin: XinVielleicht denke ich zu simpel, aber ich hätte ehrlich gedacht, dass ein Film, der sich in der deutschen Fassung „Xin“ nennt, auch von eben dieser Figur handeln würde. Xins Rolle wird aber nach der Einleitung stark vernachlässigt. Vielleicht war das aber auch besser so, denn das, was sie von sich gezeigt hat, konnte mich nicht wirklich vom Hocker hauen.
Anfangs zieht Xin Chang Gong gekonnt in die Sache um die Schatzkarte hinein und schafft es den Männern zuvor zu kommen. Ich hatte das Gefühl, hier eine starke weibliche Protagonistin vor mir zu haben, die für einen spannenden Film sorgen würde. So stark wie sie am Anfang auftrat, so gründlich hat sie diesen Eindruck aber wieder zerschmettert, als sie keine fünf Minuten später Chang Gong um Hilfe anbetteln musste, weil sie allein scheinbar nicht kämpfen kann. 🙈

Xin Die Kriegerin: Xin und Herr Gu

Xin bei einem tatsächlich perfiden Plan: Sie benutzt Herrn Gu, um an Informationen zu kommen.

Für eine Weile habe ich mich der Vorstellung hingegeben, dass all das vielleicht zu ihrem perfiden Plan gehören könnte. Selbst am Ende des Films würde ich sagen, dass die Möglichkeit durchaus besteht. Keine Ahnung. Denn leider werden zig Fragen rund um Xin aufgeworfen, nur um nie wieder angesprochen zu werden: Weshalb hat sie Chang Gong am Anfang des Films eingeladen? Ist es wirklich, weil sie nicht kämpfen kann? Warum will Xin den Schatz unbedingt finden? Hat sie vielleicht einen geheimen Auftrag? Wird sie deshalb von mysteriösen Männern angegriffen?
Die Antworten auf all diese Fragen werde ich mir wohl selbst zusammenreimen müssen.

Mit den anderen Figuren sieht es beinahe noch schlimmer aus, nur dass – von Chang Gong einmal abgesehen – keine davon wirklich interessant für mich war. Hier habe ich mir nicht einmal mehr Fragen gestellt.

Nachdem der Film fünf Jahre überspringt, tauchen neben Xin, Chang Gong und den unglücklichen drei Abenteurern, denen Xin die Tour vermasselt hat, ein Herr Gu, ein Herr Xu und eine Adoptivtochter von Xin und Chang Gong namens Wei auf.
Xin Die Kriegerin: Wei und Herr XuJa, richtig gelesen, Xin und Chang Gong haben eine Tochter adoptiert. Die drei führen gemeinsam ein Restaurant, das nichts abwirft, Xin aber irgendwie erlaubt, mit Pelz über den Schultern herumzurennen, während ihre Tochter Wei und Chang Gong aussehen, als hätten sie sich einen Flickenteppich umgelegt. Hm. Weiterhin Teil von Xins perfidem Plan? Wei jedenfalls führt den Handlungsstrang rund um „Herrn Xu, der sich in die Adoptivtochter von Xin und Chang Gong verliebt hat und deshalb bei der Suche nach dem Schatz helfen wird, weil Xin nicht nur nicht kämpfen kann, sondern innerhalb von fünf Jahren auch noch ihre Intelligenz verloren hat“ ein. An dieser Stelle des Films hat Xin irgendwie ihre Daseinsberechtigung verloren.
Leider konnten weder Wei noch Herr Xu mich für sich begeistern, weil abgesehen von einem Satz zu ihrer Hintergrundgeschichte à la „Ich bin eine Waise!“, „So ein Zufall, ich auch!“ nichts über sie gesagt wird. Herr Xu versucht seit beinahe zwei Jahren die Steuern der Stadtbewohner einzutreiben, hat aber keine Durchsetzungskraft, während Wei ihre Zeit damit verbringt, so ziemlich alles und jeden anzuschreien. Nein, ich kann nicht sagen, dass die beiden Figuren viel für mich hergegeben hätten.

Herr Gu, von dem Xin Informationen herauszufinden versucht, scheint nicht der Hellste zu sein und hat ein Faible für schöne Frauen. Das ist das einzige, was ich im Film von ihm mitbekommen habe, und er scheint irgendwie nur dazu da zu sein, das Chaos noch etwas größer zu machen.

Xin Die Kriegerin_Chang Gong

Chang Gong vor seiner Zeit im Flickenteppich

Chang Gong gibt von seinem Charakter noch weniger preis: Er kann kämpfen, ist aus irgendeinem mir unerfindlichen Grund mit Xin zusammen, die ihn von Anfang an nur benutzt zu haben scheint, und … Ja, das war es eigentlich schon, was ich von ihm weiß.
Eigentlich schade, er wirkte zumindest, als gäbe es eine interessante Geschichte über ihn zu erzählen …

Die drei Abenteurer, durch die Xin von der Schatzkarte erfahren (?) hat, machen während des Films eine ebenso erstaunliche Wandlung durch wie Xin selbst. Tragen zu einer spannenden Handlung aber auch nicht so wirklich zu. Wenn überhaupt, dann sind sie wohl eher Hauptträger der komischen Elemente … Denn leider werden aus den drei dunkel gekleideten Herren (links), die sich die Karte unter den Nagel reißen wollen, nach der Einladung die drei erfolglosen Ladenbesitzer (rechts), die sich scheinbar einmal im Monat gegenseitig Fallen stellen und so auch nach fünf Jahren noch nichts weiter erreicht haben.

Insgesamt sind die Figuren enttäuschend, wenn man einen spannenden Actionfilm mit gewiefter Handlung erwartet. Für eine – Wie formuliere ich es nett? – eher hirnlose Komödie mag es aber gehen. Bei mir haben viele Entwicklungen aber eher Stirnrunzeln hervorgerufen.

 

Kostüme, Kulisse & Soundtrack

Man hat es auf den Bildern zu den Figuren vermutlich schon gesehen: Die Kostüme sind das, was man aus einem historischen Film erwarten würde. Manchmal – wie bei dem starken gegensatz zwischen Xin, Chang Gong und Wei – hatte ich das Gefühl, dass sie nicht so ganz passen. Insgesamt waren die Kostüme aber eins der Dinge, die ich im Film tatsächlich gut fand.

Ähnlich verhält es sich mit der Kulisse: Schöne Landschaftsbilder, ein bisschen Kaiserpalast, eine antike Stadt und noch etwas Natur. Hier gab es nichts (vom Stein, der wie ein Pfirsich aussieht vielleicht mal abgesehen), was mich gestört hätte.

Was ich an dieser Stelle noch hervorheben möchte, sind die in meinen Augen wirklich schönen Aufnahmen, die mit Licht und Schatten spielen und nicht unbedingt typisch sind. Hier gab es mal etwas für mich Neues zu sehen, das ich interessant fand. Wäre „Xin: Die Kriegerin“ wirklich ein Actionfilm mit tiefsinniger Handlung, hätte ich mich gefreut, noch mehr davon zu sehen. 😀

Xin Die Kriegerin: Licht und Schatten

Ebenfalls gut gefallen hat mir der Soundtrack. Entsprechend der historischen Kulisse und Kostüme könnte man vermutlich auch traditionellere Musik erwarten. Das ist unter einem gewissen Gesichtspunkt auch richtig. 😀 Es gibt tatsächlich traditionelle Musik, allerdings wurde diese etwas … moderner gestaltet. Gerade weil der Film nicht wirklich historisch ist, empfand ich das als recht passend. Außerdem fand ich das Resultat aus dieser Verbindung auch gut zu hören. 😉

 

Mein Fazit

„Xin: Die Kriegerin“ ist ein Film, der völlig falsche Vorstellungen weckt und sich dadurch vermutlich selbst ein Bein stellt.
Ich bin mit der Einstellung an diesen Film gegangen, einen spannenden Film mit Tiefgang zu bekommen, habe stattdessen aber eine Komödie mit Actionszenen, einem nicht wirklich interessanten Plot und sehr schwach charakterisierten Charakteren ansehen müssen. Die wenigen spannenden Fragen, die der Film zwischendurch aufwirft, werden fallengelassen und abgesehen davon, dass der Film optisch nett anzuschauen ist, weiß ich nicht wirklich, warum ich ihn mir eigentlich angesehen habe.
Erschwerend kommt noch hinzu, dass der Film nur auf Deutsch verfügbar ist. Als jemand, der die Filme gern im Originalton mit Untertiteln schaut, war ich davon natürlich weniger begeistert. Bei einem besseren Film hätte ich darüber aber sicher leichter hinwegsehen können.

Mein erster chinesischer Film auf Amazon Prime hat mich nicht so recht überzeugen können. Ich bin gespannt, ob es mir mit den nächsten besser ergehen wird.

Gourmet Food Supplier

Heute kommt auch schon der letzte Beitrag zur Themenwoche rund um die Chinesische Küche. Auch heute möchte ich euch wieder einen Roman vorstellen: „Gourmet Food Supplier“.
Dass ich euch diesen Roman heute vorstelle, ist übrigens kein Zufall. Wenn ihr den Beitrag zu „Gourmet of Another World“ gestern gelesen habt, werdet ihr bald auch verstehen warum.
Allerdings muss ich zugeben, dass ich „Gourmet Food Supplier“ noch nicht vor allzu langer Zeit angefangen habe und auch noch nicht ganz so weit damit bin. Die Dinge, über die ich in diesem Beitrag rede, beschäftigen sich also eher mit dem Anfang des Romans. 😉

Meine Bewertung: Sterne-3b

 

Zum Inhalt

Yuan Zhou erbt ein Restaurant. Als er es zwei Jahre später verkaufen will, taucht plötzlich ein ‚System‘ in seinem Kopf auf, das ihm helfen will, der weltbeste Koch zu werden. Yuan Zhou beginnt also, die Aufgaben zu erfüllen, die das System ihm stellt, und macht sein kleines Restaurant ohne Namen bekannt.

 

Ich nehme an, ihr hört schon heraus, was ich am Anfang meinte: Die grundlegende Geschichte ist exakt dieselbe wie in „Gourmet of Another World“. Der Unterschied ist, dass „Gourmet of Another World“ in einer Xuanhuan-Welt spielt, während „Gourmet Food Supplier“ in der modernen Welt spielt. Ansonsten gibt es bisher nicht so sonderlich viele Unterschiede. Verdammt, die beiden Romane fangen sogar beide mit demselben Gericht an: Egg Fried Rice. Und ich habe online einige Spoiler zu „Gourmet Food Supplier“ gefunden, die mir aus „Gourmet of Another World“ doch sehr bekannt vorkamen.
Die Skeptikerin in mir fragt sich schon, ob das Zufall ist. Die beiden Romane sind von verschiedenen Autoren geschrieben und scheinbar beide aus 2016. Die meisten Leser merken an, wie ähnlich sie sich sind, aber na ja. Kann natürlich auch Zufall sein.

 

Zu den Figuren

Da ich noch nicht so weit gelesen habe, kann ich zu den Figuren aus „Gourmet Food Supplier“ natürlich noch nicht so viel sagen wie zu denen aus „Gourmet of Another World“.

Der Hauptcharakter Yuan Zhou macht bisher einen etwas antriebslosen Eindruck auf mich. Seine bemerkenswerteste Eigenschaft ist vermutlich seine Liebe zu Geld, die – tut mir leid, aber der Vergleich drängt sich eben einfach so sehr auf – noch ausgeprägter ist als Bu Fangs. Auch er hält sich emotional eher zurück, was bis dato jedoch eher auf das System zurückzuführen zu sein scheint. Hier bin ich also gespannt, wie sich die Geschichte noch entwickeln wird.

Was mir an „Gourmet Food Supplier“ gefällt, sind die anderen Figuren, die schnell eingeführt werden und zum Teil sofort eine Hintergrundgeschichte bekommen, die sie interessant macht:
Da ist zum einen Sun Ming, der durch seine Freundschaft zu Yuan Zhou in den Laden gelockt wird, erst über die Preise sauer ist und dann doch von seinem Essen überzeugt wird.
Dann haben wir noch Yin Ya, die in einem Büro um die Ecke arbeitet und dort das ein oder andere Problem zu haben scheint. Sie ist im Grunde die erste Kundin, die bloß durch Zufall in Yuan Zhous Laden stolpert und dann auch sofort wiederkommt.
Außerdem gibt es einen Mann mit Bart, der auf der anderen Seite der Straße wohnt und für mich sogar die bisher interessanteste Figur ist. Was hat es wohl mit ihm auf sich? Ist er Schriftsteller? Detektiv? Vielleicht sogar ein geheimer Restaurantkritiker? 😀 Ich glaube, mit ihm wird es noch spannend!

 

Zur Sprache

Eines der Dinge, die ich an „Gourmet from Another World“ sehr gemocht habe, waren die Beschreibungen. Auch „Gourmet Food Supplier“ liefert gute Beschreibungen, aber sie sind für mich nicht auf demselben Niveau.
Ehrlich gesagt, gibt es in „Gourmet Food Supplier“ auch weniger zu beschreiben: Während Bu Fang schon vor seinem Wechsel in die andere Welt Koch war und entsprechend auch seine Fähigkeiten einsetzt, hatte ich das Gefühl bei Yuan Zhou nicht. Er hat zwar in einer Küche gearbeitet, schien aber kein wirkliches Talent zu haben. Er kennt die Rezepte nicht oder eignet sie sich nicht an, stattdessen bekommt er sie irgendwie magisch eingetrichtert. Entsprechend wenig überrascht es, dass sein Kochprozess kaum beschrieben wird.
Ansonsten ist der Roman in meinen Augen aber gut geschrieben. Er liest sich leicht, manchmal ist lediglich die Übersetzung etwas merkwürdig, aber das ist eher selten.

 

Mein Fazit

„Gourmet Food Supplier“ ist ein Roman, den man durchaus lesen kann, der mich persönlich aber längst nicht so anspricht wie „Gourmet of Another World“. Die Handlung ist zwar nicht uninteressant und der Roman ist auch gut geschrieben, allerdings fehlt mir hier das gewisse Etwas. Dass Yuan Zhou seine Rezepte und Fertigkeiten quasi auf magischem Wege ohne eigene Arbeit erhält, finde ich auch etwas … befremdlich. Bis dato machen die Nebenfiguren daher sogar einen interessanteren Eindruck auf mich als die Hauptfigur.

Wer „Gourmet of Another World“ noch nicht kennt, wird vermutlich mehr Freude mit diesem Roman haben, weil er nicht ständig dem Versuch erliegen kann, beides zu vergleichen. 😉 Für mich allerdings war „Gourmet Food Supplier“ vermutlich aus genau diesem Grund eher ein Roman, mit dem man sich ab und an mal die Zeit vertreiben kann, als ein Highlight, bei dem ich mit Hochspannung immer auf das nächste Kapitel warten würde.

Gourmet of Another World

Am Samstag der Themenwoche möchte ich natürlich auch ein Highlight vorstellen, das mit der chinesischen Küche zu tun hat: „Gourmet of Another World“. Zugegeben, eigentlich handelt es sich hier nicht unbedingt um eine Geschichte über chinesisches Essen (Es gibt auch viele Gerichte, die aus anderen Küchen der Welt stammen.), aber trotzdem ist es ein chinesischer Roman, in dem es ums Kochen geht, also sollte er doch für die Themenwoche durchgehen. 😉

 

Zum Inhalt

Bu Fang landet in einer fremden Welt und bekommt dort vom ‚System‘ die Aufgabe, ein Restaurant zu führen und der Gott des Kochens zu werden. Unterstützung erhält er durch Roboter Whitey und den Hund Blacky. (Ja, ich hätte mir auch gewünscht, dass man deren Namen vielleicht lieber im Original belässt …)
Nach einem etwas holprigen Beginn baut er sich auch langsam seine Kundschaft auf, zu der neben den Neureichen der Hauptstadt, den Kindern von Ministern und Generälen, auch die Ältesten von Sekten und sogar der Kaiser höchst persönlich gehören …

 

Zu den Figuren

Bu Fang als Protagonist dieses Romans ist die meiste Zeit vor allem mit einem beschäftigt: Kochen. Wenn er nicht kocht, übt er das Kochen oder das Schneiden von Zutaten, kreiert neue Gerichte oder begibt sich auf die Suche nach neuen Zutaten. Kurzum: Was auch immer Bu Fang macht, es hat mit dem Thema Kochen zu tun.
Genauso zielgerichtet wie seine Aufgaben ist auch sein Charakter: Regeln sind Regeln und bei Bu Fang gibt es keine Ausnahmen. Das bringt er auch seinen Kunden schonungslos und ohne Schnörkel bei, ganz egal, wer vor ihm steht.
Bu Fangs Charakter ist einer der Punkte, die diesen Roman für mich aus der Masse herausheben. Er ist direkt, manchmal auch etwas zu direkt, aber nicht völlig gefühlskalt, was immer mal wieder in seiner Interaktion mit einigen seiner Stammkunden anklingt. Mir hat es einfach Spaß gemacht, noch ein Kapitel mehr von ihm zu lesen. 😉

Wer jetzt denkt, dass es in „Gourmet of Another World“ immer nur ums Kochen geht … liegt fast richtig. Es passieren aber auch andere Sachen: Die politische Situation ist nicht ganz stabil und so wird „Fang Fang’s Little Store“ auch zum Treffpunkt der Machtträger, zum Zufluchtsort von Entführungsopfern und dem Austragungsort von Kämpfen. Kann in einem kleinen Restaurant schon mal passieren. 😀
In solchen Momenten findet sich eine Vielzahl anderer Figuren, die alle ihre eigene Hintergrundgeschichte haben und damit genauso wie Bu Fang zum Roman beitragen.

Meine Lieblingsfiguren neben Bu Fang:

  • Xiao Xiaolong: Bu Fangs erster Kunde und derjenige, der (unbeabsichtigt) dafür sorgt, dass „Fang Fang’s Little Store“ so richtig berühmt wird
  • Ji Chengxue: Hält sich auch nach 100 Kapiteln immer noch etwas bedeckt, weswegen ich ihn vermutlich so interessant finde.
  • Xiao Yue: Nach über 100 Kapiteln kommt er immer noch in den Laden, nur um Wein zu bestellen. Ich bin gespannt, welches sein erstes Gericht wird. 😀
  • Ni Yan: Eine der Ältesten der Arcanum-Bruderschaft, die sich in den Kopf gesetzt hat, von bu Fang zu lernen. Ich rieche jede Menge künftige Interaktionen und gute Rezepte. 😀

 

Zur Sprache

Ein weiterer Punkt, der „Gourmet of Another World“ für mich zum Highlight macht, ist die Sprache: Auf wie viele verschiedene Arten kann man Gebratenen Reis mit Ei beschreiben? An wie vielen Beispielen kann man die Wichtigkeit der richtigen Zutaten aufzeigen? Wie bringt man Informationen zum Testen von Speisen und Zutaten spannungsreich in einem Roman unter? Wie verführt man einen Leser, der absolut nicht kochen kann, dazu Rezepte zu googlen und sich in seine Küche zu stellen?

Keine Ahnung! Aber Li Hongtian, der Autor von „Gourmet of Another World“ kann euch diese Fragen beantworten. 😀
Spätestens nach 20 Kapiteln hatte ich jedenfalls das Bedürfnis, etwas zu kochen. Leider fiel mir in Kapitel 25 wieder ein, dass ich leider keine Ahnung habe, wie man das macht. 😀 Das ging im Grunde den gesamten bisherigen Roman über so. Mittlerweile habe ich diesem Bedürfnis ja sogar nachgegeben. 😉

 

Fazit

„Gourmet of Another World“ ist ein fantastisch geschriebener Roman mit interessanten Figuren, einer tollen Backstory und einer köstlichen Idee, der mich fast dazu verführt hätte, Bu Fang nachzueifern und mich selbst in die Küche zu stellen.
Der Roman hat Spannung, aber auch einiges an Humor und ab und an auch mal ernstere Töne. Nach 150+ Kapiteln habe ich mich noch kein einziges Mal gelangweilt und bin stattdessen erst recht gespannt, wie es in Zukunft mit Bu Fang und „Fang Fang’s Little Store“ weitergeht. Ich rieche leckere Gerichte … ah pui! jede Menge Potential, wollte ich natürlich sagen!

Kurzum: „Gourmet of Another World“ ist ein Roman, den ich definitiv jedem empfehlen kann. Foodies sollten diesen Roman aber besser nicht auf leeren Magen lesen. 😉

King is not easy

Damit ihr nicht die ganze Woche nur Bücher und meine Versuche in der Küche vorgesetzt bekommt, habe ich noch eine Serie als Beitrag zur Themenwoche rund um die Chinesische Küche ausgesucht, in der sich jemand wesentlich besser anstellt: „King is not easy“.

Zugegebenermaßen geht es in dieser Serie nicht vorrangig ums Kochen oder Essen. Trotzdem spielen diese beiden Themen eine nicht ganz unerhebliche Rolle, denn die Protagonisten von „King is not easy“, Da Xi, ist Besitzerin eines Restaurants. Zumindest in Folge 1 … 😉 Aber auch danach setzt sie ihre kulinarischen Fähigkeiten gewieft ein. Meistens, um andere Figuren zu bestechen … 😅

King is not easy_Da Xi2

Da Xi ist auf der Suche nach dem perfekten Mann. In Shao Yong meint sie ihn gefunden zu haben, doch leider ist dieser Wache im Palast. Kurz entschlossen macht Da Xi ihr Restaurant dicht und lässt sich als Dienstmagd im Palast anstellen, um sich ihren Traummann zu angeln.
Leider muss sie schnell feststellen, dass ihr Vorhaben verboten ist. Um Shao Yong trotzdem zu sehen, klettert sie eines Nachts über die Palastmauern, wird jedoch ausgerechnet von Kaiser Ji Man entdeckt. Als Da Xi abstürzt, erleiden die beiden einen kleinen ‚Unfall‘: Da Xi ist ab sofort Kaiser Ji Man und Ji Man von nun an Dienstmagd Da Xi.

Meine Bewertung: Sterne-4b

 

Figuren & Besetzung

  • Da Xi: Bai Lu
  • Ji Man: Zhang Yi Jie

Die Figuren sind einerseits das, was ich an dieser Serie liebe, und andererseits das, was mich wirklich daran ärgert.

Alles beginnt wirklich toll:

Da Xi ist eine etwas verrückte, aber vielleicht gerade deshalb sympathische Protagonistin, die mich vor allem durch ihre Entschlossenheit und ihren Optimismus überzeugt hat. King is not easy_Ji ManJi Man hingegen wirkt überzeugend als junger Kaiser, der noch ein paar Probleme damit hat, sich durchzusetzen und das mit einer extra Portion Ernst und dem wert legen auf seinen Status wett zu machen versucht.
Selbst nachdem Da Xi und Ji Man ihre Körper tauschen, bleiben beide überzeugend in ihren Rollen, was die kommenden Geschehnisse so wahnsinnig lustig macht. 😀

Das Problem kommt für mich aber später in der Serie: Als die beiden es nämlich (Ich nehme an, das hat jeder erwartet, daher fühlt sich hoffentlich niemand gespoilert.) endlich schaffen, wieder in ihre eigenen Körper zurückzufinden, fallen sie in meinen Augen komplett aus ihren Rollen. Da Xi ist viel zu ernst (und kann sich plötzlich an die Regeln halten), was merkwürdig ist, weil sie das als Ji Man-Ersatz nie wirklich geschafft hat.
Ji Man ist etwas besser, weil er in der Serie ohnehin eine größere Entwicklung durchgemacht hat. Nachdem er anschließend also etwas offener war, habe ich mich also nicht zu sehr gewundert.

Genau wie die Persönlichkeiten der beiden Hauptcharaktere, ändert sich in den letzten paar Episoden (die es meines Erachtens echt nicht gebraucht hätte) übrigens auch die Atmosphäre der kompletten Serie: Hatte man bisher eine wirklich leichte Comedy-Serie, bei der ich manchmal sogar pausieren musste, um vor Lachen erstmal wieder zu Atem zu kommen, dann wird alles plötzlich ganz ernst und dramatisch. Es gibt politische Verschwörungen, Mord, Krieg, Da Xi im Krieg, weil man im Krieg definitiv eine gute Köchin braucht …
Ja. Ich kann nicht sagen, dass mir dieser Wandel gefallen hat. Der Kontrast zwischen den ersten beiden Dritteln und dem letzten war einfach viel zu groß.

 

Kostüme & Kulisse

Grundsätzlich ist „King is not easy“ eine historische Serie, hier kann man also getrost auch historische Kostüme und die entsprechende Kulisse erwarten. Ein bisschen aus der Rolle fällt hier nur das Intro, das mit seiner Gestaltung auf mich erst einmal eher modern gewirkt hat. Hätte ich nicht vor dem Schauen die Inhaltsangabe gelesen, wäre ich ganz sicher davon ausgegangen, hier mal wieder eine Zeitreisegeschichte vor mir zu haben.

King is not easy_Konkubine

 

Soundtrack

Der Soundtrack ist ebenfalls eines der Dinge, die ich an „King is not easy“ sehr, sehr gern mag. Wo man eigentlich etwas traditionelles hätte erwarten können, ist die Musik in Wahrheit eher modern und unterstreicht mit ihrer lockeren, fluffigen Art für mich ganz hervorragend die Comedy in der Serie.
Normalerweise gehöre ich zu den Leuten, die das Intro einer Serie ab der zweiten oder spätestens dritten Folge überspringen. Hier habe ich mal eine Ausnahme gemacht, weil das Opening einfach grundsätzlich gute Laune bei mir auslöst und irgendwie dazugehört. Natürlich hilft auch die tolle Gestaltung mit. 😉

 

Mein Fazit

„King is not easy“ ist eine Serie, die inhaltlich richtig gut angefangen hat, mich mit den letzten Folgen aber nicht so richtig überzeugen konnte. Die Idee und auch die – teils unerwartete – Gestaltung machen diese Serie trotzdem zu etwas ganz Besonderem.
Gerade deshalb würde ich jedem, der sich für Comedy im historischen Rahmen begeistern kann, empfehlen, einfach mal reinzuschauen. Zur Not kann man auch einfach die letzten Folgen auslassen. 😉

Transmigrator meets Reincarnator

Der heutige Beitrag kommt etwas später, weil ich diese Woche zum ersten Mal ein K-Drama schaue und gerade so gefangen war, dass ich völlig vergessen hatte, dass ich den Beitrag ja noch gar nicht gepostet hatte. („Rooftop Prince“, falls es jemanden interessiert.) 😀 Aber Gott sei Dank ist es mir noch rechtzeitig eingefallen. 😉

Ursprünglich wollte ich euch heute ein zweites Rezept aus forever YANG vorstellen, aber als ich heute aus der Uni nach Hause kam, stand eine Packung chinesischen Tees auf dem Tisch und wartete auf mich. Ganz groß darauf war „Sencha“ zu lesen und sofort musste ich an den folgenden Roman denken: „Transmigrator meets Reincarnator“.
Auch dieser Roman hat etwas mit dem Thema Chinesische Küche zu tun, deshalb hatte ich ohnehin überlegt, ob ich ihn euch vorstellen soll. Der Sencha war dann wohl ein Zeichen. 😉

Meine Bewertung: Sterne-4b

 

Zum Inhalt

Chu Lian transmigriert in die Wu Dynastie, wie sie sie aus einem Roman kennt. Eigentlich sollte alles perfekt sein: Sie bekommt die Rolle der Protagonistin des Romans, die einen sympathischen Ehemann mit einer netten Familie und einigem Status bekommt, und stolpert auch direkt in ihren Hochzeitstag hinein. Chu Lian ist fest entschlossen, das Beste daraus zu machen und die Fehler ihrer Vorgängerin nicht zu wiederholen.
Dummerweise ist ihr Ehemann He Changdi jedoch reinkarniert und erinnert sich an jede der Taten der ursprünglichen Chu Lian ganz genau. Angetrieben von seinem Hass für sie, setzt er alles daran, sie nicht noch einmal tun zu lassen, was ursprünglich zum Untergang seiner Familie geführt hat.
Dazu setzt er sich kurz nach der Hochzeit zum Militär ab. Gut für Chu Lian, die durch einige glückliche Umstände an ein Restaurant kommt …

 

Zu den Figuren (& dem Essen 😉 )

Was ich an diesem Roman wirklich neu und aufregend finde, sind die Rollen der Figuren: Chu Lian als Person einer anderen Welt, die zumindest einen halben Roman gelesen hat und daher weiß, was in etwa auf sie zukommen sollte. He Changdi als Reinkarnierter Ehemann, der selbst miterlebt hat, was passiert ist, und seine Einstellung zu ihr deshalb um 180 Grad dreht.
Diese Konstellation gibt natürlich Stoff für jede Menge Spannung und ist etwas, das ich schon mit Freude erwartet habe, seit ich den Klappentext gelesen habe.

Ihre Rollen sind es auch, die mich diesen Roman größtenteils weiterlesen lassen. He Changdi (oder generell die Männer in diesem Roman) ist aktuell nämlich weniger … interessant. Klar, er ist von Gefühlen getrieben, aber irgendwie macht er den Eindruck eines 5-jährigen Kindes, das gerade eine Trotzphase durchmacht. Als jemand, der bereits ein Leben hinter sich hat, hätte ich mir von ihm mehr erwartet.

Sein Kontrahent Xiao Bojian – der ursprüngliche männliche Hauptcharakter des Romans – ist dagegen selbstbezogen und irgendwie zu verliebt. Das einzige, was ihn interessant macht, ist wohl sein Hintergrund, der nur ganz gaz langsam aufgedröselt wird.

Ein bisschen besser sieht es bei einigen der Nebenfiguren aus, aber über die ist in den bisher 150+ Kapiteln noch nicht so viel geschrieben, dass man das wirklich beurteilen könnte.

Chu Lian als Protagonistin, die dadurch auch den größten Platz im Roman bekommt, ist da schon etwas besser und zu meiner Freude mal eine mehr oder weniger normale Protagonistin. Sie zeichnet sich eher durch ihre Begabungen und ihren Verstand aus.
Apropos Begabungen: Der Grund, aus dem dieser Roman in der Themenwoche zur Chinesischen Küche gelandet ist, besteht darin, dass Chu Lian mindestens alle paar Kapitel kocht, Kochanweisungen gibt, andere Leute kochen lässt, Essen isst und daran herumkrittelt oder Restaurants besucht oder selbst eines eröffnet. Kurzum: Eigentlich geht es hier neben dem Ganzen Drama vor allem ums Essen.
Das Plus dabei: Die Übersetzer von volarenovels.com, wo die Übersetzung gepostet wird, machen sich immer viel Mühe und natürlich wird man als Leser auch bei „Transmigrator meets Reincarnator“ nicht enttäuscht. Wann immer ein neues Gericht in einem Kapitel auftaucht, bemüht sich der Übersetzer passende Bilder zu finden und erklärt eventuell, wenn es bei diesem Gericht irgendwelche Besonderheiten gibt oder es um etwas Unbekannteres geht.

 

Fazit

„Transmigrator meets Reincarnator“ ist ein Roman mit einer interessanten Grundidee, die bis dato leider etwas untergeht, weil sich der ‚Reincarnator‘ frühzeitig abgesetzt hat und es ihm meines Erachtens etwas an Reife mangelt.
Wett macht das aber einiges an Spannung im Hintergrund, alles, was man aus diesem Roman so über die Chinesische Küche lernen kann und eine smarte Protagonistin, die mal nicht völlig OP, sondern eher recht normal ist.

Wer also einen etwas anderen Roman rund um Reinkarnation/Weltenübergänge lesen will, der ist mit „Transmigrator meets Reincarnator“ in meinen Augen ganz gut beraten.

 

Ach ja! Warum ich bei Sencha an diesen Roman denken muss? Das ist auch einer der Gründe, aus dem ich „Transmigrator meets Reincarnator“ ganz gern mag: Die Gerichte werden recht eindrücklich beschrieben. Dazu gehört unter anderem auch der Sencha aus der Wu Dynastie, den Chu Lian probieren muss. Und was soll ich sagen … sie findet ihn grauenhaft. 😀
Hätte man mir solchen Sencha vorgesetzt (Ich erinnere mich, dass unter anderem Zwiebeln und irgendwelche Gewürze darin waren.), hätte ich vermutlich dasselbe gedacht. Der Sencha, der heute auf mich gewartet hat, ist aber etwas, das man beruhigt trinken kann. 😉

forever YANG

Nachdem ich mir die erste Woche für ein paar organisatorische Dinge freigenommen habe, geht es heute mit dem Blog-Jahr 2018 los und noch dazu gleich wieder mit einer Themenwoche. 😉
Dieses Mal soll es um die Chinesische Küche und alles, worin sie so vorkommt, gehen. Den Start muss natürlich eines meiner chinesischen Kochbücher machen: „forever YANG: Ein Roadtrip durch die chinesische Küche von Peking bis Hongkong“.

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„forever YANG“ ist sowohl ein Kochbuch als auch ein kleiner Reisebericht einer Foodstylistin und eines Journalisten, die einmal quer durch China gereist sind, um die Rezepte zu entdecken.
Ich habe das Buch letztes Jahr vor Ort in einem Thalia entdeckt und als mein erstes chinesisches Kochbuch mitgenommen.
Aktuell habe ich erst drei der Rezepte darin ausprobiert und ansonsten nur etwas durchgeblättert, deshalb ist meine Meinung natürlich noch etwas mit Vorsicht zu genießen. 😉 Wenn ich etwas mehr mit dem Buch gearbeitet habe, werde ich sicher nochmal einen aktualisierten Beitrag schreiben und schauen, ob ich noch genauso darüber denke.

Da ein Kochbuch eine Sache ist, die ja vor allem einen praktischen Nutzen haben soll, werde ich in diesen Beitrag einmal in die Dinge teilen, die mir daran gut gefallen haben, und einmal in die Punkte, die ich weniger gelungen finde.

 

Meine aktuelle Bewertung: Sterne-3b

 

Was mir gut gefällt

Der erste Punkt – und tatsächlich auch der Punkt, wegen dessen ich ausgerechnet „forever YANG“ unter all den chinesischen Kochbüchern ausgewählt habe – ist die schöne Aufmachung des Buchs.
Es ist ein Hardcover mit praktischen, matten Seiten (Finde ich ganz wichtig, weil ich beim Kochen gern viel Licht in der Küche habe und die Spiegelungen auf glänzenden Seiten stören.) und vielen Fotos. Tatsächlich gibt es zu jedem Rezept eine komplette Seite mit einem Foto, das das entsprechende Gericht zeigt. Auch die Einleitungen zu den Kapiteln und die Dokumentation der Reise werden selbstverständlich bebildert. Die Fotos sind – nach meinem Dafürhalten – gut gemacht. Sie sind abwechslungsreich und alleine das Hinschauen macht hier schon Lust aufs Kochen.

Der zweite große Punkt ist die persönliche Art des Buchs: Von den Einleitungen zu den einzelnen Kapiteln und natürlich der Einführung ins Buch einmal abgesehen, gibt es auch zu jedem Kapitel einen kleinen Text, in dem die Autoren neben allgemeinen Infos zu dem Gericht und seine Bedeutung in China unter anderem erzählen, wie sie auf dieses Gericht gekommen sind oder welche anderen Versionen sie eventuell gefunden haben.
Die ganze Zeit hat man das Gefühl: Das könnten jetzt auch meine Freunde sein, die gerade von einer Reise wiederkommen und ausgerechnet über die Chinesische Küche mit mir reden. Kann ja mal passieren. 😉

Ein weiterer Punkt, der im Grunde mit dem zweiten zusammenhängt: Das Buch ist interessant gegliedert. Von einer relativ „normalen“ Einteilung in Vor-, Haupt- und Nachspeisen gibt es nämlich auch noch eine Einteilung in die verschiedenen Regionen Chinas, eben entsprechend der Reise, die die beiden Autoren unternommen haben.
Wer sehr gern kocht und sich auf eine Reise begeben will, ohne das Haus zu verlassen, kann also einmal quer durch China reisen, indem er einfach aus jedem Bereich ein Rezept aussucht. Genauso kann man aber auch eine Region näher erkunden, wenn man das will.
Als jemand, der noch nie in China war, fehlt mir hier natürlich ein bisschen der Bezugspunkt, gerade wer aber schon mal da war und sich vielleicht an seinen China-Urlaub und eine bestimmte Region zurückerinnern will, wird hier sicher viel Spaß haben. 😉

Außerdem gefällt mir gut, dass das Buch einige „Zusatzseiten“ bietet, auf denen ein Thema knapp vorgestellt wird wie zum Beispiel Tofu. Für Menschen wie mich, die von der Chinesischen Küche (oder vom Kochen allgemein 😂) keine Ahnung haben, ist das natürlich sehr praktisch. Um diese Seiten sortieren sich dann ganz gewieft auch noch ein, zwei Rezepte, in denen genau das wichtig ist. Nicht, dass man nicht auch an anderer Stelle im Buch Rezepte mit diesen Zutaten finden würde.

 

Was mir weniger gut gefällt

Der erste Punkt ist etwas, bei dem ich eher am Verlag als an den Autoren oder dem Buch herummäkeln muss: „forever YANG“ ist ein veganes Kochbuch, allerdings findet der Leser das erst in der Einleitung heraus. weder der Untertitel (Ihr hättet es nicht „Ein veganer Roadtrip …“ nennen können?) noch der Text auf der Rückseite (Hier bekommt man stattdessen einen „aufregenden Roadtrip“ angeboten.) geben diesen Hinweis. Der Klappentext spricht sogar noch von der „Vielfalt der chinesischen Küche“, die zwar sicher auch in der veganen chinesischen Küche gegeben ist, aber hier wird eben auch ein großer Teil der chinesischen Küche außenvor gelassen, ohne dass man den Leser darüber informiert.
Gut, einige werden jetzt sicher sagen „Su Su nimmt es aber auch wieder genau, ist ja nicht so schlimm!“ und ja, da haben sie recht. 😀 Ich habe ganz ehrlich kein Problem damit, ein veganes Kochbuch zu haben, aber ich denke auch, dass ich mich vor Ort vermutlich für ein anderes Kochbuch entschieden hätte, wäre ich darüber informiert worden. Ganz einfach weil ich eben doch gern mehr Auswahl hätte. Ähnlich wird es allen gehen, die eben in einem nicht-veganen Haushalt leben und vielleicht sogar Personen in ihrem haushalt haben, die Wert darauf legen nicht-veganes Essen zu bekommen (Ja, sowas gibt’s.).
Ein Wort im Klappentext oder im Untertitel hätte mir hier schon gereicht. So kommt er erst irgendwo auf der Mitte von Seite 14, wenn man bereits gelesen hat, wie das Buch entstanden ist, und auch die Hälfte der Einleitung schon hinter sich gebracht hat. – So weit lese zumindest ich im Laden nicht. Da schaue ich eher an den Anfang der Einleitung und blättere dann durch die Rezepte. Falls das Buch überhaupt offen rumsteht und nicht noch eingeschweißt ist, dann kann ich diesen Hinweis überhaupt nicht bemerken.

Auch der zweite Punkt ist etwas, worüber sich streiten lässt und was ich eventuell hätte wissen können: Die Autoren schreiben in der Einleitung zwei sehr wichtige Dinge: a) Sie essen gern. b) Sie haben es gern scharf.
Für meine Bewertung muss man jetzt wissen, dass ich eher ein Wenig-Esser bin und scharf zwar okay ist, aber es nicht zu viel sein muss. Außerdem gibt es diverse Dinge, die ich nicht oder zumindest nicht gern esse. Da beginnt dann das Problem.
Die Portionsangabe für die meisten Gerichte ist auf zwei Personen ausgelegt. Für uns war es aber bei beiden Gerichten viel zu viel und wir wären auch gut mit der Hälfte ausgekommen. Und das, obwohl wir beim zweiten Gericht bereits alle Zutaten um etwa ein Drittel reduziert hatten. Ich werde in zukunft definitiv nur noch die Hälfte der Zutaten nehmen und hoffen, dass wir damit besser hinkommen. Auch wenn man vieles sicher noch kalt essen kann, bliebe es nämlich trotzdem noch eine riesengroße Verschwendung.
Ähnlich verhält es sich leider mit der Schärfe: Beide Gerichte waren – obwohl ich in weiser Voraussicht (Ich hatte ja den Hinweis, dass die Autoren Scharfes mögen, schon gelesen.) gleich weniger an scharfen Dingen genommen hatte. Bei Gericht Nummer 1 nahm ich die Hälfte an Chili-Schoten und beschloss hinterher: Beim nächsten Mal nimmst du weniger! Bei Gericht Nummer 2 nahm ich nur noch ein Viertel der angegebenen Chili-Schoten und ließ die Peperoni weg und beschloss: Beim nächsten Mal nimmst du weniger!
Wer auch immer nicht von sich sagen würde, dass er scharfes Essen liebt, sollte mit den Angaben für die Menge der Zutaten vorsichtig sein. Das ist mir übrigens auch schon mit anderen Zutaten (also nicht nur den scharfen) aufgefallen. Manchmal hat die Proportion der Zutaten zueinander einfach nicht funktioniert.

Es gibt noch einen dritten Punkt, der für geübte Köche aber vermutlich weniger tragisch sein dürfte: Gerade bei umfangreicheren Rezepten wird es sehr schnell unübersichtlich. Ich habe bis dato zwei relativ einfache und ein kompliziertes Rezept ausprobiert. Das komplizierte Rezept (für die Jiaozi) verlangte drei verschiedene Teige und drei verschiedene Füllungen anzufertigen.
Hier war leider alles so aneinandergeklatscht, dass es wirklich schwer war, den Überblick zu behalten. Als jemand, der bis dato noch nicht so viel gekocht hat und nicht in der Lage ist, sich mehr als drei kleine Schritte auf einmal zu merken (und drei garantiere ich auch nicht 😅), habe ich mehrfach den Überblick verloren und dadurch wiederum wertvolle Zeit beim Kochen verloren, was das Ganze natürlich nur noch chaotischer hat werden lassen.
Hier hätte ich mir gewünscht, dass einem so umfangreichen Rezept doch noch ein oder zwei zusätzliche Seiten gewidmet werden würden, um zum einen die Übersichtlichkeit zu gewährleisten, und zum anderen, um noch ein paar zusätzliche Hinweise unterzubringen, die mir hier auch gefehlt haben.

Damit komme ich auch schon zum nächsten Punkt: Das Buch beinhaltet einige „Grundrezepte“ wenn man so will, wie z.B. eine Pilzsoße oder ein Chili-Öl. Diese wiederum tauchen dann in der Zutatenliste für die „normalen“ Gerichte auf. An manchen Stellen wird dann auch auf das Grundrezept und dessen Seite hingewiesen, das hält das Buch aber nicht immer durch.
Vielleicht liegt es daran, dass ich bis dato wenig gekocht habe, aber das kam mir etwas unübersichtlich vor. So habe ich dann beispielsweise die Pilzsoße erst zubereitet, während ich schon mit den Jiaozi beschäftigt war. Chaos pur war das Ergebnis.
Sicher, das hätte ich umgehen können, wenn ich vorher nachgeschlagen hätte, aber die Grundrezepte sind ganz hinten im Buch und ich habe sie irgendwie überhaupt nicht für voll genommen. Einen deutlicheren Hinweis zu Anfang hätte ich schön gefunden und wenn man schon bei den Zutatenlisten ab und an darauf hinweist, dann lieber durchgängig. So ging ich nämlich erstmal davon aus, dass die Soße und das Öl, die in der Zutatenliste genannt waren, nicht erst noch selbst zubereitet werden müssten.

 

Mein Fazit

Mein erster Eindruck von „forever YANG: Ein Roadtrip durch die chinesische Küche von Peking bis Hongkong“ ist eher durchwachsen. Zwar mag ich die schöne Aufmachung und die persönliche Art, die Rezepte lassen für mich aber doch etwas zu wünschen übrig.
Zumindest bei mir haben weder die Portionsangaben für das Gericht gestimmt, noch bin ich mit den Mengenangaben bei den Zutaten so ganz einverstanden, insbesondere – aber nicht nur – was die scharfen Bestandteile angeht.
Bei dem Rezept für die Jiaozi – das bisher das komplizierteste war, das ich nachgekocht habe – fand ich außerdem die Aufteilung unübersichtlich und für’s Kochen hinderlich. Dazu kam der manchmal vorhandene und manchmal fehlende Hinweis auf die Grundrezepte am Ende des Buchs, die als Zutaten für die anderen Gerichte gebraucht werden.

Alles in allem gebe ich dem Kochbuch vorerst drei Sterne und werde zu einem späteren Zeitpunkt – wenn ich etwas mehr ausprobiert habe und selbst auch etwas geübter bin – nochmal einen zweiten Beitrag dazu machen und vergleichen.

Ich denke aber, ich kann das Buch vorerst denjenigen empfehlen, die gern vegan und scharf essen und im Kochen etwas geübter sind. Wer Scharfes nicht so gern mag, wird etwas rumprobieren müssen und sollte die entsprechenden Zutaten ordentlich reduzieren.
Überhaupt nicht geeignet ist dieses Buch natürlich für Menschen, die wert darauf legen Fleisch in ihrem Essen zu haben. Es sei denn, man fügt es einfach selbst zu den Rezepten hinzu. Das geht natürlich auch. 😉
Wer – so wie ich – sonst nicht unbedingt viel kocht, sollte das Buch erstmal in Ruhe durchschauen und nach den Rezepten mit wenigen Zutaten und vor allem Schritten Ausschau halten. Dann kann das Kochen mit „forever YANG“ durchaus Spaß machen. Wer sich allerdings nicht zutraut, Mengenangaben selbst zu variieren, sollte vielleicht doch lieber zu einem anderen Kochbuch greifen.