39 – The Legend of Sun Knight

Nachdem ich euch am Samstag „The Legend of Sun Knight“ als eines meiner Highlights vorgestellt habe, kann ich es mir nicht nehmen lassen, euch auch noch das Sequel „39“ vorzustellen. 😉
Nachdem ich die 8 Bände von „The Legend of Sun Knight“ und sämtliche Bonusstories durch hatte, konnte ich nämlich einfach nicht die Finger davon lassen, obwohl erst einer von drei Bänden erschienen ist und ich ganz genau wusste, dass ich es bereuen würde … Was soll ich sagen? Band 1 war wie erwartet spannend und (wie ich es aus der Hauptreihe schon kannte) gespickt mit Anspielungen auf die kommenden Bände, die noch nicht mal im Original erschienen sind. 😦
Aber ich möchte trotzdem schon mal über Band 1 reden. Ich werde mir dabei ganz große Mühe geben, nichts vorweg zu nehmen, was in der Hauptreihe passiert, aber ich verspreche nichts. 😀 Diesen Beitrag lest ihr also auf eure eigene Verantwortung. 😉
Für diejenigen, die die Hauptreihe noch nicht gelesen haben, könnte das, was ich im Rest des Beitrags schreibe, übrigens keinen Sinn ergeben. Fühlt euch gewarnt. 😀

 

Zum Inhalt

Viele Jahre sind seit den Abenteuern von Sonnenritter Grisia & den anderen elf heiligen Rittern vergangen und langsam wird es Zeit, dass die 39. Generation die Zügel in die Hand nimmt. Grisias Nachfolger Elaro hat als angehender Sonnenritter aber so seine liebe Not mit den anderen und beginnt sogar an seiner eigenen Kompetenz zu zweifeln. Diese Zweifel allerdings wird er schnell ablegen müssen, als das Problem wieder zutage tritt, das die 38. Generation gelöst zu haben schien.

 

Zu den Figuren

Mir hat der Einstieg ins Sequel ein wenig Probleme bereitet. Nicht, weil das Sequel schlechter wäre als die Hauptreihe, sondern einfach weil die Figuren aus „The Legend of Sun Knight“ so unglaublich eindrücklich geschrieben waren, dass ich nach acht Bänden und den Bonusgeschichten immer noch nicht loslassen wollte. 😦
Nach ein paar Kapiteln allerdings war ich dann drin, wenn ich auch gestehen muss, dass sowohl Elaro als auch die anderen elf heiligen Ritter und ihre Untergebenen weiterhin weniger Eindruck auf mich gemacht haben als ihre Vorgänger. Das allerdings ist vermutlich normal, wenn ich bedenke, dass die Hauptreihe drei (?) Bände gebraucht hat, um überhaupt alle Ritter einzuführen. 😀 Nach einem Band des Sequels kann ich also vermutlich nicht viel mehr erwarten. 😉

Elaro ist im Gegensatz zu Grisia (und dessen Lehrer Neo, wenn ich es mir recht überlege …) wesentlich ernster und wirkt verlässlicher. Vielleicht ist das der Grund, aus dem die Comedy, die in der Hauptreihe ganz besonders stark hervorgetreten ist, nicht ganz so stark im Sequel heraustrat. Selbstverständlich gibt es aber immer noch amüsante Momente. 😉

Von den anderen Figuren hat mir vor allem Lesus‘ Nachfolger Hungri gefallen. Ich habe Hungri zwar bis zum Ende des Bands als Frau vor mir gesehen (Grisia, das geht auf deine Kappe …), aber sein Charakter (und seine Handlungen) war für mich einer der nachvollziehbarsten, was vielleicht auch damit zu tun hatte, dass der Kontrast zwischen Hungri, Lesus und dessen Lehrer Chasel so deutlich wurde.
Nachdem ich die Hauptreihe und die Bonusgeschichten gelesen habe, kann ich allerdings ganz ehrlich nicht sagen, ob das nun am Anfang des Sequels liegt oder einfach ein Eindruck ist, der sich insgesamt für mich ergeben hat.
Auf jeden Fall ist Hungri eine meiner Lieblingsfiguren, was diesen Band angeht. 😉

Die Figuren, die mich hingegen am meisten enttäuscht haben sind Shuis (der angehende Sturmritter) und Valica (der angehende … Blatt … ritter … Leafknight. Warum klingt das so bescheuert, wenn man es übersetzt?). Das, was ich im Folgenden darüber schreibe, könnte jetzt ein kleiner Spoiler werden, obwohl es eigentlich von vornherein ziemlich offensichtlich war, fand ich. Aber wer keine Spoiler möchte, sollte den Rest des Absatzes besser überspringen. 😉
Die beiden haben sich von Beginn an in den Haaren, dann allerdings – ohne dass ich es sonderlich motiviert gefunden hätte – vertragen sie sich und sind ein Herz und eine Seele für den Rest des Romans. Ich weiß, als Light Novels sind die Romane nicht lang und man hat nicht viel Zeit, aber hier kam die „Charakterentwicklung“ für mich dann doch etwas aus dem Nichts. Ich hätte mir gewünscht, dass die Geschichte um die beiden etwas mehr ausgearbeitet gewesen wäre.

 

Mein Fazit

Insgesamt war „39: The Legend of Sun Knight“ wieder ein Roman, der mir gut – wenn auch nicht so gut wie der Vorgänger – gefallen hat.

Die Geschichte ist wieder spannend, es hapert in meinen Augen aber etwas an den Figuren, deren Entwicklungen für mich einfach nicht immer ganz glaubhaft waren und die – ganz ehrlich – auch einfach nicht denselben Reiz auf mich ausgeübt haben wie die Figuren aus der Hauptreihe.

Die Figuren haben für mich noch ein Problem mit sich gebracht, das das Sequel für mich stark von der Hauptreihe unterscheidet: Während in „The Legend of Sun Knight“ alles sehr langsam begann und aufeinander aufbaute, hatte ich in „39“ das Gefühl, mehrere Geschichten in einer zu haben, die nicht immer so ganz zueinander passen wollten.
Im einen Moment war Elaro noch mit Hungri beschäftigt, dann hatte man auf einmal Shuis und Valica vor der Nase und Hungri spielte erstmal überhaupt keine Rolle mehr, als wäre er einfach vergessen worden. Das hat mich ein-, zweimal wirklich aus der Geschichte geworfen.

Trotz allem hat mir der Roman gut gefallen. Gerade auch, dass er nicht ganz unabhängig von der Hauptreihe ist und man auf die ein oder andere Szene nochmal einen genaueren Blick werfen konnte. 😉
Allerdings ist mir leider aufgefallen, dass es zumindest bei einer Sache (Adair, die Klippe und der Felsbrocken, falls jemand die Hauptreihe und den Anfang des Sequels auch gelesen hat 😉 ) einen deutlichen Unterschied dazwischen gibt, wie die Szene im Sequel gegenüber der Hauptreihe beschrieben wird. Vermutlich wäre mir das auch nicht aufgefallen, wenn ich nicht beides innerhalb von einer Woche gelesen hätte, aber Yu Wo hat in einem der Q&As am Ende irgendeines der Bücher auch geschrieben, dass sie manchmal selbst Probleme hätte, sich beim nächsten Band noch an den vorhergehenden zu erinnern. (Was ich, wie ich leider zugeben muss, nur zu gut nachvollziehen kann …) 😀
Auch wenn ich es für die Geschichte schade finde, macht das Yu Wo als Autorin (Ich glaube, Yu Wo ist eine Frau?) für mich unglaublich sympathisch. Grundsätzlich finde ich ihre Q&As sehr interessant, obwohl ich solche Sachen nicht immer lese. Auch das sagt vermutlich viel darüber aus, wie gut mir die Geschichte (in Hauptreihe, Bonusstories und Sequel zusammengenommen) gefallen hat.

Meine Bewertung: Sterne-4b

The Legend of Sun Knight

Es ist eine Weile her, dass ich eines meiner Highlights vorgestellt habe. Schlicht und ergreifend, weil ich sie normalerweise reihenweise in den Themenwochen vorstelle und so oft auch nicht auf etwas stoße, dass mir so gut gefällt, dass ich es gleich als Highlight einordnen würde.
Jetzt ist es mir aber wieder gelungen, etwas zu entdecken, das es wirklich verdient hat, als Highlight bezeichnet zu werden. Ganz besonders, weil es einfach völlig anders ist als alles, was ich bisher sonst so auf dem chinesischen Buchmarkt entdeckt habe: „The Legend of Sun Knight“.

 

Zum Inhalt

Zur Kirche des Gotts des Lichts gehören zwölf heilige Ritter, von denen der gesamte Kontinent weiß, wie sie aussehen und welchen Charakter sie haben. Seit 38 Generationen. Klingt unglaubwürdig? Ist es auch!
Grisia Sun – der Sonnenritter und Anführer der zwölf heiligen Ritter – hat goldenes Haar, blaue Augen, ist stets freundlich und in Gedanken natürlich immer beim Gott des Lichts. Sofern er nicht zufälligerweise seine Truppen dazu bringt, mit jemandem abzurechnen, der ihm in die Quere gekommen ist, oder Nekromantie von einem Lich lernt, versteht sich …

 

Zu den Figuren

Der Roman ist (größtenteils jedenfalls) aus Grisia Suns Perspektive geschrieben. Sun ist … nicht ganz so, wie der Kontinent glaubt. 😀 Genau deshalb macht es auch so viel Spaß, diesen Roman zu lesen.
Im einen Moment läuft Sun als Werbetafel der Kirche herum, spricht geschwollen über den Gott des Lichts und lächelt dabei, im nächsten dreht er sich um und steckt knietief in irgendeiner Verschwörung, die er auf recht … unorthodoxe Weise beendet.
Der Wechsel zwischen beidem ist wirklich erfrischend und etwas, das ich so noch nie gelesen habe. Sun ist außerdem nicht die einzige Person in diesem Roman, von der man annehmen könnte, sie hätte eine gespaltene Persönlichkeit.

Einerseits sind da natürlich noch die anderen elf heiligen Ritter, die nach und nach eingeführt werden und größtenteils ebenfalls nicht ganz so sind, wie der gesamte Kontinent glaubt. Da ist zum Beispiel der angeblich gefühllose Eisritter, der es sich in Wahrheit zum Hobby gemacht hat Snacks für die anderen elf heiligen Ritter zu machen, oder der Metallritter, der eigentlich für seine Spitzzüngigkeit bekannt ist, während den Job in Wahrheit der Erdritter viel besser erledigt.
Neben diesen elf gibt es aber noch jede Menge anderer Figuren. Darunter natürlich die Untergebenen der zwölf heiligen Ritter, Mitglieder des Königshauses und anderer Religionen und ein paar alte Freunde.

Was „The Legend of Sun Knight“ zu einem wirklich tollen Roman bzw. einer großartigen Reihe für mich macht, ist, dass die Figuren alle nur nach und nach eingeführt werden, sodass man als Leser nicht gleich von der Vielzahl überfordert ist. Das Ganze ist dabei aber so natürlich, dass es sich perfekt in die Geschichte einfügt und sich diese dadurch ebenfalls langsam entwickelt.

 

Mein Fazit

„The Legend of Sun Knight“ ist eine dieser Reihen, die vor allem durch ihre Figuren lebt. Die vielen verschiedenen Charaktere in ihren unterschiedlichen Rollen und ihre Verbindungen zueinander sind vorrangig das, was diesen Roman interessant und vor allem auch amüsant macht. 😉
Dazu gibt es aber auch eine spannende Handlung, die sich mit jedem der acht Bände zuspitzt und durchaus auch ihre dunklen Seiten hat. Was mir besonders gut gefallen hat: Es gab Momente in der Reihe, in denen ich zu 100% sicher war, ‚Aha! So ist das also!‘. Nur um dann drei Kapitel weiter festzustellen, dass ich total daneben lag. 😀 Hier warten also auch einige Überraschungen auf den Leser.

Die Reihe ist aber auch etwas, das man nur schwer beschreiben kann, sondern vielmehr selbst lesen muss. Ich kann sie jedenfalls nur wärmstens empfehlen. 🙂

 

Meine Bewertung: Sterne-5