King is not easy

Damit ihr nicht die ganze Woche nur Bücher und meine Versuche in der Küche vorgesetzt bekommt, habe ich noch eine Serie als Beitrag zur Themenwoche rund um die Chinesische Küche ausgesucht, in der sich jemand wesentlich besser anstellt: „King is not easy“.

Zugegebenermaßen geht es in dieser Serie nicht vorrangig ums Kochen oder Essen. Trotzdem spielen diese beiden Themen eine nicht ganz unerhebliche Rolle, denn die Protagonisten von „King is not easy“, Da Xi, ist Besitzerin eines Restaurants. Zumindest in Folge 1 … 😉 Aber auch danach setzt sie ihre kulinarischen Fähigkeiten gewieft ein. Meistens, um andere Figuren zu bestechen … 😅

King is not easy_Da Xi2

Da Xi ist auf der Suche nach dem perfekten Mann. In Shao Yong meint sie ihn gefunden zu haben, doch leider ist dieser Wache im Palast. Kurz entschlossen macht Da Xi ihr Restaurant dicht und lässt sich als Dienstmagd im Palast anstellen, um sich ihren Traummann zu angeln.
Leider muss sie schnell feststellen, dass ihr Vorhaben verboten ist. Um Shao Yong trotzdem zu sehen, klettert sie eines Nachts über die Palastmauern, wird jedoch ausgerechnet von Kaiser Ji Man entdeckt. Als Da Xi abstürzt, erleiden die beiden einen kleinen ‚Unfall‘: Da Xi ist ab sofort Kaiser Ji Man und Ji Man von nun an Dienstmagd Da Xi.

Meine Bewertung: Sterne-4b

 

Figuren & Besetzung

  • Da Xi: Bai Lu
  • Ji Man: Zhang Yi Jie

Die Figuren sind einerseits das, was ich an dieser Serie liebe, und andererseits das, was mich wirklich daran ärgert.

Alles beginnt wirklich toll:

Da Xi ist eine etwas verrückte, aber vielleicht gerade deshalb sympathische Protagonistin, die mich vor allem durch ihre Entschlossenheit und ihren Optimismus überzeugt hat. King is not easy_Ji ManJi Man hingegen wirkt überzeugend als junger Kaiser, der noch ein paar Probleme damit hat, sich durchzusetzen und das mit einer extra Portion Ernst und dem wert legen auf seinen Status wett zu machen versucht.
Selbst nachdem Da Xi und Ji Man ihre Körper tauschen, bleiben beide überzeugend in ihren Rollen, was die kommenden Geschehnisse so wahnsinnig lustig macht. 😀

Das Problem kommt für mich aber später in der Serie: Als die beiden es nämlich (Ich nehme an, das hat jeder erwartet, daher fühlt sich hoffentlich niemand gespoilert.) endlich schaffen, wieder in ihre eigenen Körper zurückzufinden, fallen sie in meinen Augen komplett aus ihren Rollen. Da Xi ist viel zu ernst (und kann sich plötzlich an die Regeln halten), was merkwürdig ist, weil sie das als Ji Man-Ersatz nie wirklich geschafft hat.
Ji Man ist etwas besser, weil er in der Serie ohnehin eine größere Entwicklung durchgemacht hat. Nachdem er anschließend also etwas offener war, habe ich mich also nicht zu sehr gewundert.

Genau wie die Persönlichkeiten der beiden Hauptcharaktere, ändert sich in den letzten paar Episoden (die es meines Erachtens echt nicht gebraucht hätte) übrigens auch die Atmosphäre der kompletten Serie: Hatte man bisher eine wirklich leichte Comedy-Serie, bei der ich manchmal sogar pausieren musste, um vor Lachen erstmal wieder zu Atem zu kommen, dann wird alles plötzlich ganz ernst und dramatisch. Es gibt politische Verschwörungen, Mord, Krieg, Da Xi im Krieg, weil man im Krieg definitiv eine gute Köchin braucht …
Ja. Ich kann nicht sagen, dass mir dieser Wandel gefallen hat. Der Kontrast zwischen den ersten beiden Dritteln und dem letzten war einfach viel zu groß.

 

Kostüme & Kulisse

Grundsätzlich ist „King is not easy“ eine historische Serie, hier kann man also getrost auch historische Kostüme und die entsprechende Kulisse erwarten. Ein bisschen aus der Rolle fällt hier nur das Intro, das mit seiner Gestaltung auf mich erst einmal eher modern gewirkt hat. Hätte ich nicht vor dem Schauen die Inhaltsangabe gelesen, wäre ich ganz sicher davon ausgegangen, hier mal wieder eine Zeitreisegeschichte vor mir zu haben.

King is not easy_Konkubine

 

Soundtrack

Der Soundtrack ist ebenfalls eines der Dinge, die ich an „King is not easy“ sehr, sehr gern mag. Wo man eigentlich etwas traditionelles hätte erwarten können, ist die Musik in Wahrheit eher modern und unterstreicht mit ihrer lockeren, fluffigen Art für mich ganz hervorragend die Comedy in der Serie.
Normalerweise gehöre ich zu den Leuten, die das Intro einer Serie ab der zweiten oder spätestens dritten Folge überspringen. Hier habe ich mal eine Ausnahme gemacht, weil das Opening einfach grundsätzlich gute Laune bei mir auslöst und irgendwie dazugehört. Natürlich hilft auch die tolle Gestaltung mit. 😉

 

Mein Fazit

„King is not easy“ ist eine Serie, die inhaltlich richtig gut angefangen hat, mich mit den letzten Folgen aber nicht so richtig überzeugen konnte. Die Idee und auch die – teils unerwartete – Gestaltung machen diese Serie trotzdem zu etwas ganz Besonderem.
Gerade deshalb würde ich jedem, der sich für Comedy im historischen Rahmen begeistern kann, empfehlen, einfach mal reinzuschauen. Zur Not kann man auch einfach die letzten Folgen auslassen. 😉

Unruly Phoenix Xiaoyao

Auch mein zweites Highlight ist etwas zum Lesen: „Unruly Phoenix Xiaoyao“ von Mei Xiaoguo. Auch hierbei handelt es sich um einen Webroman, der – genau wie Falling Dreams of Fang Hua und Poision Genius Consort, die ich euch auch schon vorgestellt hatte – von volarenovels.com lizenziert und dort seit Kurzem mit 5 Kapiteln pro Woche veröffentlicht wird.
Der Webroman startete bei volarenovels.com mit einem Mass release und ist daher schon bei über 50 Kapiteln. Im Übrigen ist volarenovels.com sehr zuverlässig, was die Veröffentlichung der übersetzten Kapitel angeht. Ihr könnt euch also darauf verlassen, dass ihr sie pünktlich bekommt. 😉

 

Zum Inhalt

Ning Xiaoyao kommt bei der Zombiapokalypse ums Leben und erwacht in einer anderen Welt, wo sie feststellen, dass sie der neue Kaiser ist! Also, zumindest eigentlich. Xiaoyao ist nämlich eine Frau, was ihre Mutter, die Kaiserin Dowager, schon seit ihrer Geburt verschleiert hat.
Dummerweise hat Xiaoyao noch einen jüngeren Bruder und eine Vision, die ihr zeigt, wie ihre eigene Mutter sie tötet, damit eben jener Bruder Kaiser werden kann und Xiaoyaos Geheimnis nicht herauskommt.
Ab sofort sucht Xiaoyao als Kaiser Ning Xiaoyu Verbündete und setzt alles daran, ihrer Mutter und deren Vater einen Strich durch die Rechnung zu machen. Schon gleich zu Beginn findet sie dafür auch das richtige Opfer: Supreme Commander Lou Zigui, der sich all das ganz anders vorgestellt hat …

 

Die Figuren

Ning Xiaoyao hat als Person der Zombieapokalypse eine völlig andere Vorstellung der Welt als diejenigen, auf die sie als Kaiser Xiaoyu trifft. Tiere und Pflanzen? Beides ist Xiaoyao fremd, obwohl sie die Gabe hat, mit Tieren zu kommunizieren. Der Wert eines menschlichen Lebens? Das höchste überhaupt. Kämpf zwischen Menschen? Für sie unvorstellbar.
Entsprechend hat Xiaoyao etliche Probleme, sich in ihrer neuen Umgebung zurecht zu finden. Das führt einerseits zu jeder Menge komischer Situationen, andererseits zeigt es auch immer wieder die Zustände ihrer neuen Zeit, die alles andere als komisch sind.

Lou Zigui, der sich schon innerhalb der ersten Kapitel ziemlich offensichtlich als männliche Hauptfigur positioniert, hat mit diesem Kaiser seine liebe Not: Nicht nur, dass die beiden ständig aneinander vorbeireden, Xiaoyao trifft auch etliche Entscheidungen, über die er wohl nur den Kopf schütteln kann.
Eine der Sachen, die mir an „Unruly Phoenix Xiaoyao“ am besten gefällt, ist übrigens, dass Lou Zigui nicht dieser typische männliche Hauptcharakter ohne Gesichtsmuskeln ist (Lächeln? Stirnrunzeln? Warum sollte man sowas machen?), sondern a) Gefühle hat und b) diese auch zeigt. Abgesehen davon ist er sich auch nicht zu schade, seine Pläne zu erklären und mit Xiaoyao zu diskutieren und das obwohl er weiß, dass sie eine Frau ist.

 

Mein Fazit

„Unruly Phoenix Xiaoyao“ ist definitiv einer der besten chinesischen Webromane, die ich bisher gelesen habe. Die Geschichte beinhaltet alles: Romantik (und ich glaube, davon wird es noch eine Menge mehr geben 😀 ), Comedy, Intrigen und Action (Hatte ich erwähnt, dass Xiaoyao nicht nur mit Tieren sprechen kann, sondern auch übermenschliche physische Kraft besitzt?). Ab und an schlägt der Roman auch mal ernstere Töne an, manchmal muss man die Ernsthaftigkeit aber auch mit der Lupe suchen.

Die geschichte ist außerdem auch genauso locker-fluffig geschrieben wie auch ihr Inhalt es ist. Wer also kurzweilige Unterhaltung mit viel Abwechslung und immer wieder neuen Überraschungen sucht, der ist hier genau richtig.

Ach ja: Wer gern einen Roman lesen möchte, in dem es sprechende Katzen gibt, der sollte ebenfalls zugreifen. 😀