Gourmet Food Supplier

Heute kommt auch schon der letzte Beitrag zur Themenwoche rund um die Chinesische Küche. Auch heute möchte ich euch wieder einen Roman vorstellen: „Gourmet Food Supplier“.
Dass ich euch diesen Roman heute vorstelle, ist übrigens kein Zufall. Wenn ihr den Beitrag zu „Gourmet of Another World“ gestern gelesen habt, werdet ihr bald auch verstehen warum.
Allerdings muss ich zugeben, dass ich „Gourmet Food Supplier“ noch nicht vor allzu langer Zeit angefangen habe und auch noch nicht ganz so weit damit bin. Die Dinge, über die ich in diesem Beitrag rede, beschäftigen sich also eher mit dem Anfang des Romans. 😉

Meine Bewertung: Sterne-3b

 

Zum Inhalt

Yuan Zhou erbt ein Restaurant. Als er es zwei Jahre später verkaufen will, taucht plötzlich ein ‚System‘ in seinem Kopf auf, das ihm helfen will, der weltbeste Koch zu werden. Yuan Zhou beginnt also, die Aufgaben zu erfüllen, die das System ihm stellt, und macht sein kleines Restaurant ohne Namen bekannt.

 

Ich nehme an, ihr hört schon heraus, was ich am Anfang meinte: Die grundlegende Geschichte ist exakt dieselbe wie in „Gourmet of Another World“. Der Unterschied ist, dass „Gourmet of Another World“ in einer Xuanhuan-Welt spielt, während „Gourmet Food Supplier“ in der modernen Welt spielt. Ansonsten gibt es bisher nicht so sonderlich viele Unterschiede. Verdammt, die beiden Romane fangen sogar beide mit demselben Gericht an: Egg Fried Rice. Und ich habe online einige Spoiler zu „Gourmet Food Supplier“ gefunden, die mir aus „Gourmet of Another World“ doch sehr bekannt vorkamen.
Die Skeptikerin in mir fragt sich schon, ob das Zufall ist. Die beiden Romane sind von verschiedenen Autoren geschrieben und scheinbar beide aus 2016. Die meisten Leser merken an, wie ähnlich sie sich sind, aber na ja. Kann natürlich auch Zufall sein.

 

Zu den Figuren

Da ich noch nicht so weit gelesen habe, kann ich zu den Figuren aus „Gourmet Food Supplier“ natürlich noch nicht so viel sagen wie zu denen aus „Gourmet of Another World“.

Der Hauptcharakter Yuan Zhou macht bisher einen etwas antriebslosen Eindruck auf mich. Seine bemerkenswerteste Eigenschaft ist vermutlich seine Liebe zu Geld, die – tut mir leid, aber der Vergleich drängt sich eben einfach so sehr auf – noch ausgeprägter ist als Bu Fangs. Auch er hält sich emotional eher zurück, was bis dato jedoch eher auf das System zurückzuführen zu sein scheint. Hier bin ich also gespannt, wie sich die Geschichte noch entwickeln wird.

Was mir an „Gourmet Food Supplier“ gefällt, sind die anderen Figuren, die schnell eingeführt werden und zum Teil sofort eine Hintergrundgeschichte bekommen, die sie interessant macht:
Da ist zum einen Sun Ming, der durch seine Freundschaft zu Yuan Zhou in den Laden gelockt wird, erst über die Preise sauer ist und dann doch von seinem Essen überzeugt wird.
Dann haben wir noch Yin Ya, die in einem Büro um die Ecke arbeitet und dort das ein oder andere Problem zu haben scheint. Sie ist im Grunde die erste Kundin, die bloß durch Zufall in Yuan Zhous Laden stolpert und dann auch sofort wiederkommt.
Außerdem gibt es einen Mann mit Bart, der auf der anderen Seite der Straße wohnt und für mich sogar die bisher interessanteste Figur ist. Was hat es wohl mit ihm auf sich? Ist er Schriftsteller? Detektiv? Vielleicht sogar ein geheimer Restaurantkritiker? 😀 Ich glaube, mit ihm wird es noch spannend!

 

Zur Sprache

Eines der Dinge, die ich an „Gourmet from Another World“ sehr gemocht habe, waren die Beschreibungen. Auch „Gourmet Food Supplier“ liefert gute Beschreibungen, aber sie sind für mich nicht auf demselben Niveau.
Ehrlich gesagt, gibt es in „Gourmet Food Supplier“ auch weniger zu beschreiben: Während Bu Fang schon vor seinem Wechsel in die andere Welt Koch war und entsprechend auch seine Fähigkeiten einsetzt, hatte ich das Gefühl bei Yuan Zhou nicht. Er hat zwar in einer Küche gearbeitet, schien aber kein wirkliches Talent zu haben. Er kennt die Rezepte nicht oder eignet sie sich nicht an, stattdessen bekommt er sie irgendwie magisch eingetrichtert. Entsprechend wenig überrascht es, dass sein Kochprozess kaum beschrieben wird.
Ansonsten ist der Roman in meinen Augen aber gut geschrieben. Er liest sich leicht, manchmal ist lediglich die Übersetzung etwas merkwürdig, aber das ist eher selten.

 

Mein Fazit

„Gourmet Food Supplier“ ist ein Roman, den man durchaus lesen kann, der mich persönlich aber längst nicht so anspricht wie „Gourmet of Another World“. Die Handlung ist zwar nicht uninteressant und der Roman ist auch gut geschrieben, allerdings fehlt mir hier das gewisse Etwas. Dass Yuan Zhou seine Rezepte und Fertigkeiten quasi auf magischem Wege ohne eigene Arbeit erhält, finde ich auch etwas … befremdlich. Bis dato machen die Nebenfiguren daher sogar einen interessanteren Eindruck auf mich als die Hauptfigur.

Wer „Gourmet of Another World“ noch nicht kennt, wird vermutlich mehr Freude mit diesem Roman haben, weil er nicht ständig dem Versuch erliegen kann, beides zu vergleichen. 😉 Für mich allerdings war „Gourmet Food Supplier“ vermutlich aus genau diesem Grund eher ein Roman, mit dem man sich ab und an mal die Zeit vertreiben kann, als ein Highlight, bei dem ich mit Hochspannung immer auf das nächste Kapitel warten würde.

Gourmet of Another World

Am Samstag der Themenwoche möchte ich natürlich auch ein Highlight vorstellen, das mit der chinesischen Küche zu tun hat: „Gourmet of Another World“. Zugegeben, eigentlich handelt es sich hier nicht unbedingt um eine Geschichte über chinesisches Essen (Es gibt auch viele Gerichte, die aus anderen Küchen der Welt stammen.), aber trotzdem ist es ein chinesischer Roman, in dem es ums Kochen geht, also sollte er doch für die Themenwoche durchgehen. 😉

 

Zum Inhalt

Bu Fang landet in einer fremden Welt und bekommt dort vom ‚System‘ die Aufgabe, ein Restaurant zu führen und der Gott des Kochens zu werden. Unterstützung erhält er durch Roboter Whitey und den Hund Blacky. (Ja, ich hätte mir auch gewünscht, dass man deren Namen vielleicht lieber im Original belässt …)
Nach einem etwas holprigen Beginn baut er sich auch langsam seine Kundschaft auf, zu der neben den Neureichen der Hauptstadt, den Kindern von Ministern und Generälen, auch die Ältesten von Sekten und sogar der Kaiser höchst persönlich gehören …

 

Zu den Figuren

Bu Fang als Protagonist dieses Romans ist die meiste Zeit vor allem mit einem beschäftigt: Kochen. Wenn er nicht kocht, übt er das Kochen oder das Schneiden von Zutaten, kreiert neue Gerichte oder begibt sich auf die Suche nach neuen Zutaten. Kurzum: Was auch immer Bu Fang macht, es hat mit dem Thema Kochen zu tun.
Genauso zielgerichtet wie seine Aufgaben ist auch sein Charakter: Regeln sind Regeln und bei Bu Fang gibt es keine Ausnahmen. Das bringt er auch seinen Kunden schonungslos und ohne Schnörkel bei, ganz egal, wer vor ihm steht.
Bu Fangs Charakter ist einer der Punkte, die diesen Roman für mich aus der Masse herausheben. Er ist direkt, manchmal auch etwas zu direkt, aber nicht völlig gefühlskalt, was immer mal wieder in seiner Interaktion mit einigen seiner Stammkunden anklingt. Mir hat es einfach Spaß gemacht, noch ein Kapitel mehr von ihm zu lesen. 😉

Wer jetzt denkt, dass es in „Gourmet of Another World“ immer nur ums Kochen geht … liegt fast richtig. Es passieren aber auch andere Sachen: Die politische Situation ist nicht ganz stabil und so wird „Fang Fang’s Little Store“ auch zum Treffpunkt der Machtträger, zum Zufluchtsort von Entführungsopfern und dem Austragungsort von Kämpfen. Kann in einem kleinen Restaurant schon mal passieren. 😀
In solchen Momenten findet sich eine Vielzahl anderer Figuren, die alle ihre eigene Hintergrundgeschichte haben und damit genauso wie Bu Fang zum Roman beitragen.

Meine Lieblingsfiguren neben Bu Fang:

  • Xiao Xiaolong: Bu Fangs erster Kunde und derjenige, der (unbeabsichtigt) dafür sorgt, dass „Fang Fang’s Little Store“ so richtig berühmt wird
  • Ji Chengxue: Hält sich auch nach 100 Kapiteln immer noch etwas bedeckt, weswegen ich ihn vermutlich so interessant finde.
  • Xiao Yue: Nach über 100 Kapiteln kommt er immer noch in den Laden, nur um Wein zu bestellen. Ich bin gespannt, welches sein erstes Gericht wird. 😀
  • Ni Yan: Eine der Ältesten der Arcanum-Bruderschaft, die sich in den Kopf gesetzt hat, von bu Fang zu lernen. Ich rieche jede Menge künftige Interaktionen und gute Rezepte. 😀

 

Zur Sprache

Ein weiterer Punkt, der „Gourmet of Another World“ für mich zum Highlight macht, ist die Sprache: Auf wie viele verschiedene Arten kann man Gebratenen Reis mit Ei beschreiben? An wie vielen Beispielen kann man die Wichtigkeit der richtigen Zutaten aufzeigen? Wie bringt man Informationen zum Testen von Speisen und Zutaten spannungsreich in einem Roman unter? Wie verführt man einen Leser, der absolut nicht kochen kann, dazu Rezepte zu googlen und sich in seine Küche zu stellen?

Keine Ahnung! Aber Li Hongtian, der Autor von „Gourmet of Another World“ kann euch diese Fragen beantworten. 😀
Spätestens nach 20 Kapiteln hatte ich jedenfalls das Bedürfnis, etwas zu kochen. Leider fiel mir in Kapitel 25 wieder ein, dass ich leider keine Ahnung habe, wie man das macht. 😀 Das ging im Grunde den gesamten bisherigen Roman über so. Mittlerweile habe ich diesem Bedürfnis ja sogar nachgegeben. 😉

 

Fazit

„Gourmet of Another World“ ist ein fantastisch geschriebener Roman mit interessanten Figuren, einer tollen Backstory und einer köstlichen Idee, der mich fast dazu verführt hätte, Bu Fang nachzueifern und mich selbst in die Küche zu stellen.
Der Roman hat Spannung, aber auch einiges an Humor und ab und an auch mal ernstere Töne. Nach 150+ Kapiteln habe ich mich noch kein einziges Mal gelangweilt und bin stattdessen erst recht gespannt, wie es in Zukunft mit Bu Fang und „Fang Fang’s Little Store“ weitergeht. Ich rieche leckere Gerichte … ah pui! jede Menge Potential, wollte ich natürlich sagen!

Kurzum: „Gourmet of Another World“ ist ein Roman, den ich definitiv jedem empfehlen kann. Foodies sollten diesen Roman aber besser nicht auf leeren Magen lesen. 😉

King is not easy

Damit ihr nicht die ganze Woche nur Bücher und meine Versuche in der Küche vorgesetzt bekommt, habe ich noch eine Serie als Beitrag zur Themenwoche rund um die Chinesische Küche ausgesucht, in der sich jemand wesentlich besser anstellt: „King is not easy“.

Zugegebenermaßen geht es in dieser Serie nicht vorrangig ums Kochen oder Essen. Trotzdem spielen diese beiden Themen eine nicht ganz unerhebliche Rolle, denn die Protagonisten von „King is not easy“, Da Xi, ist Besitzerin eines Restaurants. Zumindest in Folge 1 … 😉 Aber auch danach setzt sie ihre kulinarischen Fähigkeiten gewieft ein. Meistens, um andere Figuren zu bestechen … 😅

King is not easy_Da Xi2

Da Xi ist auf der Suche nach dem perfekten Mann. In Shao Yong meint sie ihn gefunden zu haben, doch leider ist dieser Wache im Palast. Kurz entschlossen macht Da Xi ihr Restaurant dicht und lässt sich als Dienstmagd im Palast anstellen, um sich ihren Traummann zu angeln.
Leider muss sie schnell feststellen, dass ihr Vorhaben verboten ist. Um Shao Yong trotzdem zu sehen, klettert sie eines Nachts über die Palastmauern, wird jedoch ausgerechnet von Kaiser Ji Man entdeckt. Als Da Xi abstürzt, erleiden die beiden einen kleinen ‚Unfall‘: Da Xi ist ab sofort Kaiser Ji Man und Ji Man von nun an Dienstmagd Da Xi.

Meine Bewertung: Sterne-4b

 

Figuren & Besetzung

  • Da Xi: Bai Lu
  • Ji Man: Zhang Yi Jie

Die Figuren sind einerseits das, was ich an dieser Serie liebe, und andererseits das, was mich wirklich daran ärgert.

Alles beginnt wirklich toll:

Da Xi ist eine etwas verrückte, aber vielleicht gerade deshalb sympathische Protagonistin, die mich vor allem durch ihre Entschlossenheit und ihren Optimismus überzeugt hat. King is not easy_Ji ManJi Man hingegen wirkt überzeugend als junger Kaiser, der noch ein paar Probleme damit hat, sich durchzusetzen und das mit einer extra Portion Ernst und dem wert legen auf seinen Status wett zu machen versucht.
Selbst nachdem Da Xi und Ji Man ihre Körper tauschen, bleiben beide überzeugend in ihren Rollen, was die kommenden Geschehnisse so wahnsinnig lustig macht. 😀

Das Problem kommt für mich aber später in der Serie: Als die beiden es nämlich (Ich nehme an, das hat jeder erwartet, daher fühlt sich hoffentlich niemand gespoilert.) endlich schaffen, wieder in ihre eigenen Körper zurückzufinden, fallen sie in meinen Augen komplett aus ihren Rollen. Da Xi ist viel zu ernst (und kann sich plötzlich an die Regeln halten), was merkwürdig ist, weil sie das als Ji Man-Ersatz nie wirklich geschafft hat.
Ji Man ist etwas besser, weil er in der Serie ohnehin eine größere Entwicklung durchgemacht hat. Nachdem er anschließend also etwas offener war, habe ich mich also nicht zu sehr gewundert.

Genau wie die Persönlichkeiten der beiden Hauptcharaktere, ändert sich in den letzten paar Episoden (die es meines Erachtens echt nicht gebraucht hätte) übrigens auch die Atmosphäre der kompletten Serie: Hatte man bisher eine wirklich leichte Comedy-Serie, bei der ich manchmal sogar pausieren musste, um vor Lachen erstmal wieder zu Atem zu kommen, dann wird alles plötzlich ganz ernst und dramatisch. Es gibt politische Verschwörungen, Mord, Krieg, Da Xi im Krieg, weil man im Krieg definitiv eine gute Köchin braucht …
Ja. Ich kann nicht sagen, dass mir dieser Wandel gefallen hat. Der Kontrast zwischen den ersten beiden Dritteln und dem letzten war einfach viel zu groß.

 

Kostüme & Kulisse

Grundsätzlich ist „King is not easy“ eine historische Serie, hier kann man also getrost auch historische Kostüme und die entsprechende Kulisse erwarten. Ein bisschen aus der Rolle fällt hier nur das Intro, das mit seiner Gestaltung auf mich erst einmal eher modern gewirkt hat. Hätte ich nicht vor dem Schauen die Inhaltsangabe gelesen, wäre ich ganz sicher davon ausgegangen, hier mal wieder eine Zeitreisegeschichte vor mir zu haben.

King is not easy_Konkubine

 

Soundtrack

Der Soundtrack ist ebenfalls eines der Dinge, die ich an „King is not easy“ sehr, sehr gern mag. Wo man eigentlich etwas traditionelles hätte erwarten können, ist die Musik in Wahrheit eher modern und unterstreicht mit ihrer lockeren, fluffigen Art für mich ganz hervorragend die Comedy in der Serie.
Normalerweise gehöre ich zu den Leuten, die das Intro einer Serie ab der zweiten oder spätestens dritten Folge überspringen. Hier habe ich mal eine Ausnahme gemacht, weil das Opening einfach grundsätzlich gute Laune bei mir auslöst und irgendwie dazugehört. Natürlich hilft auch die tolle Gestaltung mit. 😉

 

Mein Fazit

„King is not easy“ ist eine Serie, die inhaltlich richtig gut angefangen hat, mich mit den letzten Folgen aber nicht so richtig überzeugen konnte. Die Idee und auch die – teils unerwartete – Gestaltung machen diese Serie trotzdem zu etwas ganz Besonderem.
Gerade deshalb würde ich jedem, der sich für Comedy im historischen Rahmen begeistern kann, empfehlen, einfach mal reinzuschauen. Zur Not kann man auch einfach die letzten Folgen auslassen. 😉

Transmigrator meets Reincarnator

Der heutige Beitrag kommt etwas später, weil ich diese Woche zum ersten Mal ein K-Drama schaue und gerade so gefangen war, dass ich völlig vergessen hatte, dass ich den Beitrag ja noch gar nicht gepostet hatte. („Rooftop Prince“, falls es jemanden interessiert.) 😀 Aber Gott sei Dank ist es mir noch rechtzeitig eingefallen. 😉

Ursprünglich wollte ich euch heute ein zweites Rezept aus forever YANG vorstellen, aber als ich heute aus der Uni nach Hause kam, stand eine Packung chinesischen Tees auf dem Tisch und wartete auf mich. Ganz groß darauf war „Sencha“ zu lesen und sofort musste ich an den folgenden Roman denken: „Transmigrator meets Reincarnator“.
Auch dieser Roman hat etwas mit dem Thema Chinesische Küche zu tun, deshalb hatte ich ohnehin überlegt, ob ich ihn euch vorstellen soll. Der Sencha war dann wohl ein Zeichen. 😉

Meine Bewertung: Sterne-4b

 

Zum Inhalt

Chu Lian transmigriert in die Wu Dynastie, wie sie sie aus einem Roman kennt. Eigentlich sollte alles perfekt sein: Sie bekommt die Rolle der Protagonistin des Romans, die einen sympathischen Ehemann mit einer netten Familie und einigem Status bekommt, und stolpert auch direkt in ihren Hochzeitstag hinein. Chu Lian ist fest entschlossen, das Beste daraus zu machen und die Fehler ihrer Vorgängerin nicht zu wiederholen.
Dummerweise ist ihr Ehemann He Changdi jedoch reinkarniert und erinnert sich an jede der Taten der ursprünglichen Chu Lian ganz genau. Angetrieben von seinem Hass für sie, setzt er alles daran, sie nicht noch einmal tun zu lassen, was ursprünglich zum Untergang seiner Familie geführt hat.
Dazu setzt er sich kurz nach der Hochzeit zum Militär ab. Gut für Chu Lian, die durch einige glückliche Umstände an ein Restaurant kommt …

 

Zu den Figuren (& dem Essen 😉 )

Was ich an diesem Roman wirklich neu und aufregend finde, sind die Rollen der Figuren: Chu Lian als Person einer anderen Welt, die zumindest einen halben Roman gelesen hat und daher weiß, was in etwa auf sie zukommen sollte. He Changdi als Reinkarnierter Ehemann, der selbst miterlebt hat, was passiert ist, und seine Einstellung zu ihr deshalb um 180 Grad dreht.
Diese Konstellation gibt natürlich Stoff für jede Menge Spannung und ist etwas, das ich schon mit Freude erwartet habe, seit ich den Klappentext gelesen habe.

Ihre Rollen sind es auch, die mich diesen Roman größtenteils weiterlesen lassen. He Changdi (oder generell die Männer in diesem Roman) ist aktuell nämlich weniger … interessant. Klar, er ist von Gefühlen getrieben, aber irgendwie macht er den Eindruck eines 5-jährigen Kindes, das gerade eine Trotzphase durchmacht. Als jemand, der bereits ein Leben hinter sich hat, hätte ich mir von ihm mehr erwartet.

Sein Kontrahent Xiao Bojian – der ursprüngliche männliche Hauptcharakter des Romans – ist dagegen selbstbezogen und irgendwie zu verliebt. Das einzige, was ihn interessant macht, ist wohl sein Hintergrund, der nur ganz gaz langsam aufgedröselt wird.

Ein bisschen besser sieht es bei einigen der Nebenfiguren aus, aber über die ist in den bisher 150+ Kapiteln noch nicht so viel geschrieben, dass man das wirklich beurteilen könnte.

Chu Lian als Protagonistin, die dadurch auch den größten Platz im Roman bekommt, ist da schon etwas besser und zu meiner Freude mal eine mehr oder weniger normale Protagonistin. Sie zeichnet sich eher durch ihre Begabungen und ihren Verstand aus.
Apropos Begabungen: Der Grund, aus dem dieser Roman in der Themenwoche zur Chinesischen Küche gelandet ist, besteht darin, dass Chu Lian mindestens alle paar Kapitel kocht, Kochanweisungen gibt, andere Leute kochen lässt, Essen isst und daran herumkrittelt oder Restaurants besucht oder selbst eines eröffnet. Kurzum: Eigentlich geht es hier neben dem Ganzen Drama vor allem ums Essen.
Das Plus dabei: Die Übersetzer von volarenovels.com, wo die Übersetzung gepostet wird, machen sich immer viel Mühe und natürlich wird man als Leser auch bei „Transmigrator meets Reincarnator“ nicht enttäuscht. Wann immer ein neues Gericht in einem Kapitel auftaucht, bemüht sich der Übersetzer passende Bilder zu finden und erklärt eventuell, wenn es bei diesem Gericht irgendwelche Besonderheiten gibt oder es um etwas Unbekannteres geht.

 

Fazit

„Transmigrator meets Reincarnator“ ist ein Roman mit einer interessanten Grundidee, die bis dato leider etwas untergeht, weil sich der ‚Reincarnator‘ frühzeitig abgesetzt hat und es ihm meines Erachtens etwas an Reife mangelt.
Wett macht das aber einiges an Spannung im Hintergrund, alles, was man aus diesem Roman so über die Chinesische Küche lernen kann und eine smarte Protagonistin, die mal nicht völlig OP, sondern eher recht normal ist.

Wer also einen etwas anderen Roman rund um Reinkarnation/Weltenübergänge lesen will, der ist mit „Transmigrator meets Reincarnator“ in meinen Augen ganz gut beraten.

 

Ach ja! Warum ich bei Sencha an diesen Roman denken muss? Das ist auch einer der Gründe, aus dem ich „Transmigrator meets Reincarnator“ ganz gern mag: Die Gerichte werden recht eindrücklich beschrieben. Dazu gehört unter anderem auch der Sencha aus der Wu Dynastie, den Chu Lian probieren muss. Und was soll ich sagen … sie findet ihn grauenhaft. 😀
Hätte man mir solchen Sencha vorgesetzt (Ich erinnere mich, dass unter anderem Zwiebeln und irgendwelche Gewürze darin waren.), hätte ich vermutlich dasselbe gedacht. Der Sencha, der heute auf mich gewartet hat, ist aber etwas, das man beruhigt trinken kann. 😉