Painted Skin: Die verfluchten Krieger

Nachdem ich euch gestern „Flying Swords of Dragon Gate“ vorgestellt habe und meinte, dass ich gern mehr von Yu Huatians Schauspieler Chen Kun sehen würde, ist mir heute prompt die DVD zu „Painted Skin: Die verfluchten Krieger“ in die Hände gefallen. Auch in diesem Film spielt er eine der Hauptrollen, deshalb konnte ich es natürlich nicht lassen, den Film heute gleich zu schauen und euch vorzustellen. 😉

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Wang Sheng rettet eine Frau namens Xiao Wei, als er gemeinsam mit seinen Soldaten eine Bande Räuber unschädlich macht. Kurz darauf geschehen schreckliche Morde in der Stadt und Wang Shengs Frau Peirong beginnt Xiao Wei zu verdächtigen. Als ihr Mann ihr nicht glaubt, trägt sie ihren Verdacht ausgerechnet an ihre Jugendliebe Pang Yong heran, die kurz zuvor in die Stadt zurückgekehrt ist.

Meine Bewertung: Sterne-5

 

Vorneweg: Auch wenn ich eine Weile gebraucht habe, um in den Film reinzukommen, hat mir gerade die zweite Hälfte so gut gefallen, dass ich ihn genau wie „House of Flying Daggers“ zu meinem Highlights zähle.

Der Film ist eine der vielen Adaption der Liaozhai Zhiyi, was meine Erwartungen gleich in die Höhe geschraubt hat, nachdem „Legend of Nine Tails Fox“ mich schon so begeistert hatte. Tatsächlich war ich auch von dieser Geschichte nicht enttäuscht, obwohl sich der Film inhaltlich natürlich sehr von der Serie unterscheidet. Bei all den Geschichten aus den Liaozhai Zhiyi wäre es vermutlich auch ein Wunder Adaptionen zu finden, die sich bis aufs Haar gleichen.

Was mir an dieser Adaption ganz besonders gefallen hat, waren – eigentlich genau wie bei „Legend of Nine Tails Fox“ – die starken Emotionen, die er transportiert.
Painted Skin7Nachdem ich bei den meisten Filmen diese Woche gesagt habe, dass ich gern mehr über die Figuren gewusst hätte und schon dachte, dass ich einfach wieder Serien schauen sollte, konnte „Painted Skin“ genau hier punkten: Es gibt nicht allzu viele Figuren – wirklich wichtig sind in meinen Augen nur fünf – und die Nebenrollen fügen sich geschickt einfach um die Hauptfiguren herum. Von den Hauptfiguren selbst wird auch nicht so viel gezeigt, aber genügend Schlüsselszenen, um gut nachvollziehen zu können, weshalb die Figuren so fühlen und handeln, wie sie es tun.

  • Wang Sheng: Chen Kun
  • Peirong: Zhao Wei
  • Xiao Wei: Zhou Xun
  • Pang Yong: Donnie Yen
  • Xia Bing: Betty Sun

Painted Skin3Hier hat mir gerade Wang Shengs Frau Peirong gefallen. Von der ersten Szene, in der sie auftaucht, fand ich sie sofort interessant, weil sie es mit einem Blick schafft, den kompletten Gedankengang, den sie in diesem Moment durchmacht, rüberzubringen. Auch im Rest des Films bleibt sie so ausdrucksstark. Von all den Figuren in „Painted Skin“ – von denen einige sicher öfter auftauchen – fand ich ihre Rolle daher am besten. Vielleicht auch, weil sie die größte Veränderung im Laufe des Films durchmacht.

Während auch Wang Sheng und Xiao Wei verschiedene Facetten zeigen, konnte ich mit Pang Yong und der Dämonenjägerin Xia Bing, die später im Film dazukommt, weniger anfangen. Es war für mich okay, sie dabei zu haben, aber mir hätte ohne sie wohl auch nicht allzu viel gefehlt.
Auch das ist aber eines der schönen Dinge an „Painted Skin“: Durch die fünf Hauptfiguren sieht man alle Mal und es ist genügend Abwechslung dabei, dass keine Langeweile aufkommen kann, auch wenn einem eine der Rollen nicht so zusagt.

Neben den Figuren und der Story im Allgemeinen hat mich an diesem Film auch das Drumherum eingenommen. Wie bei „Flying Swords of Dragon Gate“ sind die Kostüme alle eher auf der praktischen Seite, haben mir optisch aber auch gut gefallen. An Kulissen bekommt man hier nicht so viel zu sehen, was es einem gleichzeitig aber auch erleichtert, dem Film zu folgen.
Dieses Mal war es aber eigentlich auch gar nicht die Optik, die es mir angetan hat, sondern der Soundtrack: „Painted Heart“ ist so wunderschön, dass ich den Song auch außerhalb des Films immer wieder hören könnte. Auch wenn ich den Song inhaltlich eigentlich nicht so ganz passend für den Film finde (Wenn ich mir die Übersetzung anschaue, sieht es so aus, als sei Xiao Wei die Hauptfigur, was in meinen Augen definitiv nicht der Fall im Film ist.), kommt die verzweifelte Liebe gut rüber, die sich wie ein roter Faden durch den Film zieht.

Alles in allem ist „Painted Skin“ ein Film, den ich durchaus wieder schauen würde. Die Figuren sind interessant und sorgen für eine spannende und vor allem emotionale Geschichte.
Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie die Fortsetzung „Painted Skin 2: The Resurrection“ ausfällt. Lange werde ich wohl nicht damit warten, mir diesen Teil anzusehen.

The Fox Lover

Diese Woche habe ich euch verschiedene Geschichten über oder zumindest mit Fuchsdämonen vorgestellt. Abschließen möchte ich daher mit einem Film, der für mich ein besonderes Highlight ist, obwohl er allgemein wohl eher nicht so gut bewertet wird: The Fox Lover.

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Die Fuchsdämonin Xiao Chui soll Wang Yuan Feng heiraten, der durch eine Krankheit vor drei Jahren ein Problem mit seinem Gehirn entwickelt hat. Anfangs ist sie wenig begeistert, wünscht sie sich doch die wahre Liebe zu finden. Doch nur wenn Yuan Feng heiratet, kann er den bösen Fledermauskönig besiegen.

Meine Bewertung: Sterne-5

Vorneweg: Der Film hat definitiv auch seine Schwächen. Aber er ist ein Fest für die Augen und so emotional, dass mir die Hauptfiguren in den etwas mehr als zwei Stunden so sehr ans Herz gewachsen sind wie in einer Serie mit zwanzig Folgen.

 

Figuren & Besetzung

Xiao Chui: Chung Gillian
Wang Yuan Feng: Cheung Julian

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Xiao Chui und Wang Yuan Feng

Ich kannte keinen einzigen der Schauspieler aus diesem Film, bin aber gerade von Cheung Julian wirklich beeindruckt. Der Unterschied, den er zwischen Wang Yuan Feng mit und ohne mentales Problem zeigt, ist einfach himmelweit und ich habe ihm beides ohne Probleme abgekauft.
Vom Hintergrund seiner Rolle bekommt man leider nicht so viel mit. Wang Yuan Feng bleibt von Beginn bis zum Ende leider recht eindimensional. Hier würde ich wahnsinnig gern sehen, was dabei herauskommen würde, wenn auf Grundlage des Films eine Serie mit größerem Umfang entstehen würde. Ich fürchte nur, dass es bei der Vorstellung bleiben wird.

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Auch Chung Gillian zeigt als Xiao Chui viele verschiedene Facetten. Von der Fuchsdämonin, die sich (unwissentlich) einen Spaß aus der Auswahl ihrer Mutter macht, indem sie ihren Schwestern den Drachen wegschnappt, über die entschlossene Frau, die um jeden Preis ihre wahre Liebe finden will, bis hin zu ihrer Opferbereitschaft.
The Fox Lover11Xiao Chui ist der Dreh- und Angelpunkt des Films und damit auch am besten ausgearbeitet. Zwar wird gar nicht so intensiv auf ihre Beweggründe eingegangen, aber nebenbei klingen sie an, sodass ihre anfänglichen Handlungen deutlich nachzuvollziehen sind. Auch ihre spätere Entwicklung ist toll motiviert und überzeugend dargestellt.
Xiao Chui ist das, was den Film für mich zu einem Highlight macht, ganz unabhängig davon, wie der Rest aussieht.

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Die anderen Figuren bleiben tatsächlich auch etwas flach, was sicher auch daran liegt, dass es für nicht einmal zweieinhalb Stunden Laufzeit einfach viel zu viele sind: Xiao Chui hat noch neun Schwestern, auch ihre Mutter und Wang Yuan Fengs Cousin spielen eine Rolle und schließlich ist da natürlich auch noch der böse Fledermauskönig samt Helfer.
The Fox Lover6Gerade mal eine von Xiao Chuis Schwestern und ihre Mutter kann ich noch als einigermaßen ausgearbeitet bezeichnen. Aber auch hier sollte man nicht zu viel erwarten. Über ein wenig Hintergrundgeschichte, die allerdings auch nur am Rand erwähnt wird, geht es leider auch hier nicht hinaus. Die anderen Figuren müssen damit leben, gerade mal noch einen Namen abbekommen zu haben.

 

Kulisse, Kostüme & Effekte

Ich hatte es ja schon oben geschrieben: „The Fox Lover“ ist optisch betrachtet ein Fest.

The Fox Lover8Der Film spielt die meiste Zeit in der Welt der Fuchsdämonen, aber die ist so wunderschön gestaltet, dass ich damit überhaupt kein Problem habe.
Nebenbei sieht man noch ein wenig von Wang Yuan Fengs ursprünglicher Heimat, das beschränkt sich aber auf eine Szene am Anfang. Auch die Unterkunft eines alten Schamanen, die zwischendurch besucht wird, und der Unterschlupf des Fledermauskönigs werden jeweils nur kurz gezeigt.

The Fox Lover12Die Nebenfiguren kommen bei der Charakterisierung, wie gesagt, etwas zu kurz. Gott sei Dank schafft man dem Problem der Wiedererkennung hier mit den Kostümen Abhilfe und die können sich sehen lassen! Jede von Xiao Chuis Schwestern (von den Zwillingen Zi Yu und Zi Jing in violett mal abgesehen) hat ein Kleid sowie Schmuck und Haarpracht in ihrer eigenen Farbe. Keines der Kostüme ist dabei komplett gleich, sodass es bei allen Schwestern etwas zu schauen gibt. Alleind afür lohnt es sich schon, den Film einmal anzusehen. 😉

Die Animationen sind gegenüber vielen anderen Filmen und Serien, die ich bereits gesehen habe, durchaus besser. abgesehen vielleicht von Wang Yuan Fengs Kampf gegen den Fledermauskönig gab es keine Szene, bei der etwas unecht gewirkt oder seltsam angemutet hätte.

 

Soundtrack

Es gibt nicht viele Lieder in dem Film, aber die, die vorkommen, haben es in sich. Sowohl das Ending Not crazy, not stupid, not love (不痴不傻不是爱) als auch der Song Bai Hu (白狐) haben es mir sofort angetan.
Tatsächlich bin ich auf den Film sogar nur über „Bai Hu“ aufmerksam geworden, weil ich das Musikvideo gesehen hatte und gleich hin und weg war.

 

Mein Fazit

Insgesamt ist „The Fox Lover“ ein guter Film, der durch die vielen Figuren natürlich Probleme damit hat, allen genügend Tiefe zu verleihen. Hier hätte ich wahnsinnig gern eine Adaption als Serie gesehen, in der dieses Problem behoben werden kann.
Ansonsten ist der Film aber wunderschön anzusehen und hat mit Xiao Chui eine so gelungene Hauptfigur, die mich als Zuschauerin auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle mitgenommen hat, dass ich ihm trotz allem fünf Sterne gebe.

Ich kann dem Film jedem guten Gewissens weiterempfehlen, der Fantasy und Romance in einem schönen Setting und mit tollen Kostümen mag. Man sollte als Zuschauer aber mit einem sehr langsamen Spannungsaufbau zurecht kommen, da die erste halbe Stunde erst einmal nur einführt und noch nichts wirklich passiert, außer dass sich die Figuren kennenlernen. Ich muss aber ehrlicherweise gestehen, dass mir selbst gar nicht bewusst war, wie die Zeit beim Schauen eigentlich vergeht, sodass ich beim Blick auf die Uhr wirklich überrascht war.
Auch sonst ist „The Fox Lover“ eher ruhiger. Hier geht es einfach mehr um Gefühle.

The Extreme Fox

Nachdem ich euch mit „Ten Miles of Peach Blossoms“ gestern eine Serie vorgestellt habe, die es mir wirklich angetan hat, stelle ich euch heute mal wieder einen Film vor, der mir leider weniger gut gefallen hat. Und nein, keine Angst, ich bewerte nicht alle Filme schlecht. Für morgen habe ich mir schon einen Film einfallen lassen, der mir sehr gut gefallen hat. 😉

Heute geht es aber erst einmal um „The Extreme Fox“, einen Film, der vielleicht – oder vielleicht auch nicht – von Fuchsdämonen handelt und mich am Ende mit nur einer Frage zurückließ: Was zur Hölle habe ich in den letzten anderthalb Stunden eigentlich gesehen?

The Extreme Fox_TitelWang Sheng kehrt nach einer vermasselten Prüfung nach Hause zurück und muss feststellen, dass sein Haus in eine Leichenhalle verwandelt wurde. Darin lebt außerdem auch noch Xian Er, die viel dafür bezahlt hat, dort wohnen zu dürfen und ihn dementsprechend partout nicht dort haben möchte.
Mysteriöse Dinge gehen in dem haus vor sich und Xian Er scheint nicht menschlich zu sein. Um sie loszuwerden, müsste Wang Sheng sie ausbezahlen. Dazu modelt er sein Haus-das-zur-Leichenhalle-wurde kurzerhand in ein Gasthaus um.

 

Meine Bewertung: Sterne-1b

Tatsächlich fällt es mir schwer, mir etwas Positives einfallen zu lassen, das ich über den Film sagen könnte. In meinen Augen hatte er keine richtige Handlung, interessante Elemente wurden aufgegriffen, aber nebenbei fallengelassen oder in einem Satz abgehandelt, während andere Elemente einfach nicht zusammenpassen wollten und die Figuren waren nicht wirklich gut ausgearbeitet.
Ich denke, man kann sich den Film durchaus ansehen, man verpasst aber definitiv nichts, wenn man es nicht tut.

 

Figuren & Besetzung

Wang Sheng: Fong Alex
Xian Er: Chau Chrissie

 

The Extreme Fox

Wang Sheng und Xian Er

Das erste Mal begegnet man Wang Sheng im Film, während er auf der Straße liegt. Er hat nämlich ein Problem: Mysteriöser Weise schläft er manchmal einfach ein, egal, wo er sich gerade befindet oder was er macht.
Was an sich nach einer interessanten Figur klingt, hält aber leider nicht, was es verspricht. Dieses „Problem“ hat nämlich keinerlei Konsequenzen für ihn. Weder gerät er dadurch jemals in Gefahr oder wird zumindest ausgeraubt, noch geschieht irgendetwas, das ich als amüsant bezeichnen könnte oder das ihn in seiner Beziehung zu Xian Er voranbringen würde. Um ganz ehrlich zu sein, sieht man ihn abgesehen von wenigen Stellen im Film gar nicht einschlafen, als würde das Problem nur ab und an existieren.
Wang Shengs sonstige Persönlichkeit … ist merkwürdig. Gerade zum Ende des Films hin scheint sich das, was er sagt, immer öfter zu widersprechen. Auch vorher zeigt er allerdings nichts, was ihn irgendwie interessant gemacht hätte.

Xian Er ist eines: Mysteriös. Sie taucht immer wieder auf und ist genauso schnell auch schon wieder fort. Ihre Hauptaufgabe besteht in der ersten Filmhälfte darin, Wang Sheng nahezulegen, sein Haus zu verlassen, weil sonst bittere Konsequenzen drohen würden. In der zweiten Filmhälfte schaut sie eigentlich nur noch mysteriös drein, wenn sie mal wieder auftaucht. Gelegentlich bekommt man ein wenig Magie zu sehen.

Kurzum: Ich habe nach anderthalb Stunden Film immer noch keine richtige Ahnung, wer die Hauptfiguren nun eigentlich waren. Von den Nebenfiguren möchte ich gar nicht erst anfangen. Von einigen weiß ich immer noch nicht, wer sie nun eigentlich waren.

 

Handlung

Mysteriös ist (oder soll sie zumindest wirken) auch die Handlung des Films. Sie machte auf mich irgendwie den Eindruck, als hätte man mehrere Ideen in der Sonne liegenlassen und hinterher hätten sie wie Bonbons zusammengeklebt. Nichts passt wirklich zusammen.

Das Ganze beginnt sehr mysteriös (:D) in einem Wald bei Nacht mit Nebel, einem davonlaufenden Mann, der sich immer wieder hektisch umschaut, und einer Fuchdämonin, die ganz eindeutig Böses im Schilde führt.
Man hat den Eindruck: Ah, das ist ein Thriller!

Nach dieser Szene findet man sich allerdings in der Stadt wieder, wo man nicht nur Wang Sheng auf der Straße vorfindet, der von allen Leuten merkwürdig beäugt ansonsten aber in Ruhe gelassen wird, sondern auch miterlebt, wie die Bewohner vor einem Schrein beten und dann losrennen, um Eier zu kaufen, deren Preise wegen des Fuchsdämonen gestiegen sind. Der Clou hierbei: Die Geschichte des Verkäufers, die den gestiegenen Preis erklärt, wird von Frauen begleitet, die Schilder mit Stichworten hinter ihm durchs Bild tragen, ähnlich den Nummerngirls beim Boxen.
Man hat den Eindruck: Ah, das ist gar kein Thriller, das ist eine Komödie und entgegen der historisch anmutenden Kostüme wird sie wohl doch recht modern sein! Die Reisegruppe, die man wenig später auf einer Erkundungstour sieht, auf der sie hoffen, den Fuchsdämonen zu sehen, bestätigt diesen Eindruck.

Leider kann ich nicht sagen, dass ich „The Extreme Fox“ besonders amüsant fand. Das Niveau des Humors bleibt in etwa auf diesem Level. Wer das mag, hat mit dem Film aber sicher eine gute Komödie gefunden.

 

Kulisse & Kostüme

Die Kulisse und Kostüme wirken meistens historisch, auch wenn es ein paar Ausrutscher gibt, bei denen ich mir nicht sicher bin, was genau sich dabei gedacht wurde. Im Großen und Ganzen ist der Film optisch okay. Schlimm wird es bei den Kostümen erst, wenn es an die Fuchsdämonen geht, die ja eigentlich Dreh- und Angelpunkt sein sollten. Die Kostüme dafür sind ungefähr so gut wie das, was man auf dem Karneval erwarten kann: eine scheinbar angeklebte Fuchsschnauze, wenn die Fuchsdämonen noch „menschlich“ wirken und eine ziemlich hässliche Maske nach der Verwandlung. An dieser Stelle sollte man seine Erwartungen also nicht zu hoch ansetzen.

Beim Soundtrack (Gab es überhaupt einen?) habe ich nichts erwähnenswertes wahrgenommen, deshalb spare ich mir das.

 

Mein Fazit

Sparen kann man sich im Grunde auch den ganzen Film. Die Handlung ist wüst, die Figuren schlecht ausgearbeitet und bisweilen fast unlogisch und optisch macht der Film auch nicht viel her.
Höchstwahrscheinlich ist „The Extreme Fox“ eine Komödie. Für diese Einschätzung würde ich aber meine Hand nicht ins Feuer legen, denn ich habe, ehrlich gesagt, kein einziges Mal in den anderthalb Stunden gelacht. Meine Hauptaufgabe beim Schauen bestand im Stirnrunzeln und gelegentlichen auf die Uhr schauen, um herauszufinden, wie lange ich mir das noch antun muss.

Ten Miles of Peach Blossoms (Eternal Love)

In der Serie, die ich euch heute vorstelle, geht es nicht vorrangig um Fuchsdämonen. Die beiden weiblichen Hauptrollen sind aber trotzdem welche.

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„Ten Miles of Peach Blossoms“ erzählt die Geschichte von gleich zwei Pärchen:

Die erste ist die der Göttin Bai Qian, die unter dem Alias „Si Yin“ auf Berg Kunlun ausgebildet wird und sich dadurch in den Kampf mit den Dämonen verstrickt. So kommt es, dass sie nach einem dieser Kämpfe ohne ihre Erinnerung in der Welt der Menschen landet und sich dort in einen Mann verliebt, was für jede Menge Probleme sorgt.

Die zweite Geschichte ist die ihrer Nichte Bai Feng Jiu, die sich ausgerechnet in Donghua Dijun, eine der wichtigsten Personen bei den Göttern, verliebt hat und allerhand anstellt, um ihn irgendwie für sich zu gewinnen. Nur leider kommt Dijun aus einem Stein und hat emotional angeblich auch ein wenig Ähnlichkeit mit einem. 😀

 

Meine Bewertung: Sterne-5

„Ten Miles of Peach Blossoms“ hat eigentlich alles, was man sich von einer Serie nur wünschen kann: Eine großartige Welt, gut ausgearbeitete Figuren, Spannung, Romantik und Tragödien. Es ist eine dieser Serien, die einen im einen Moment lachen und im nächsten weinen lässt. Mir hat sie jedenfalls einige schlaflose Nächte bereitet, weil ich dem „Nur noch eine Folge“-Syndrom verfallen bin.
Leider hat die Serie einen nicht ganz so schönen Hintergrund. Was genau es damit auf sich hat, verrate ich euch in meinem Beitrag „Wer hat’s erfunden? – Das Problem mit dem Original und wessen Arbeit man unterstützen sollte“, damit sich jeder selbst seine Meinung bilden kann.

 

Figuren & Besetzung

Bai Qian: Yang Mi
Ye Hua: Chao Mark
Feng Jiu: Dilmurat Dilraba
Donghua Dijun: Gao Vengo

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Bai Qian und Ye Hua

Fangen wir mal mit den beiden an, um die es hier eigentlich geht: Bai Qian und Ye Hua. 😀
Ja, wo fange ich am besten an? Ye Hua und ich sind uns irgendwie auf dem falschen Fuß begegnet. Ich mochte Si Yins Meister Mo Yuan, auch wenn ich ihn nicht so ganz als potentiellen Partner gesehen habe. Noch viel mehr mochte ich allerdings Li Jing (Zhang Vin) und die ersten Folgen war ich auch fest davon überzeugt, dass er der männliche Hautcharakter dieser Serie wäre. Ja. So kann man sich täuschen. 😀
Dann kam Ye Hua und wenn man Dijun nachsagt, er besäße die emotionale Ausdruckskraft eines Steins, dann muss ich leider sagen, dass diese Aussage auf Ye Hua zutrifft. Den Großteil der Serie über verzieht er keine Miene und hält sich auch damit, seine Gedanken auszusprechen, sehr zurück.
Auch Bai Qian hat es mir als Figur nicht so ganz angetan. Als Si Yin zeigt sie noch einiges an Humor, als Su Su in der Menschenwelt wirkt sie die meiste Zeit überfordert und irgendwie verwirrt, als Bai Qian allerdings kam sie mir meistens desinteressiert vor.

Insgesamt ist die Geschichte der beiden durchaus spannend, sodass ich auch Spaß hatte, die Folgen zu schauen, die sich größtenteils ihnen widmen. Oft genug fand ich die beiden aber auch anstrengend und gerade Bai Qian büßt im Verlauf der Serie einiges an Handlungskraft ein, die sie als Si Yin anfangs noch gezeigt hat. Ich hatte irgendwann einfach das Gefühl, dass sie sich zu sehr auf Ye Hua verlässt.

3L3W_Fengjiu und Dijun

Bai Feng Jiu und Donghua Dijun

Das andere Pärchen, Bai Feng Jiu und Donghua Dijun, hat durchaus auch seine Probleme. Feng Jiu hat in meinen Augen schon recht extrem geklammert und Donghua Dijun hat genauso wie Ye Hua ein Kommunikationsproblem. 😀
Die beiden sind aber so süß miteinander und es gibt so viele romantische und auch amüsante Momente, dass mir diese Probleme weniger aufgefallen sind als bei Bai Qian und Ye Hua.
Die Geschichte der beiden ist im Übrigen nur von der Romanvorlage inspiriert, stimmt aber nicht damit überein, da „To the Sky Kingdom“ nur am Rande von den beiden handelt und ihre Geschichte stattdessen in „The Pillow Book“ (noch nicht im Englischen veröffentlicht) behandelt wird, dessen Rechte nicht zur Verfilmung erworben wurden.

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Cheng Yu und Si Ming

Abgesehen von den Hauptfiguren gibt es natürlich auch noch unzählige Nebenfiguren. Und hier kommt das, was mir an dieser Serie so gut gefällt: Auch wenn ich einige der Figuren nicht mag, sind sie alle gut ausgearbeitet. Von jedem habe ich eine sehr genaue Vorstellung und kann jede ihrer Entscheidungen logisch nachvollziehen. Das trifft natürlich auch auf die Hauptfiguren zu, selbst wenn sie manchmal etwas gefühlsarm wirken. 😉

Was die Figuren in „Ten Miles of Peach Blossoms“ angeht, sind meine Probleme eher der Natur, dass mir die Art einer Figur persönlich nicht so gut gefällt. Ich mag einfach diese männlichen Figuren nicht, die den ganzen Tag mit demselben Gesichtsausdruck herumrennen und den Mund nicht aufbekommen. 😀
Die Figuren sind aber ausnahmslos logisch und für die Serie auch interessant angelegt. Was das angeht, bleiben in dieser Serie keine Wünsche offen. 😉

 

Kulisse, Kostüme & Effekte

Ich liebe historische und Fantasy-Serien allein schon wegen zwei Dingen: Der tollen Kulisse und den großartigen Kostümen. Von beidem hat „Ten Miles of Peach Blossoms“ mehr als genug. Beides ist nicht übertrieben, sondern elegant, aber einfach gehalten.

 

Auch die Fffekte, die beispielsweise bei den Kämpfen Anwendung finden, sind einfach gehalten, aber gerade dadurch wirkungsvoll.
Optisch macht die Serie auf jeden Fall etwas her und dabei unterstützt der optische Eindruck immer die Geschichte.

 

Soundtrack

Auch der Soundtrack von „Ten Miles of Peach Blossoms“ hat es mir angetan. Das Opening und Ending  sind eingängig. Hier gefällt mir das Ending Bracing the Chill (凉凉) am besten.
Aber auch in den Folgen selbst tauchen immer wieder Songs auf, die man gern hört (für mich in genau dieser Reihenfolge 😉 ): Cherished Memory (思慕), Blooming Flowers (繁花) und ganz besonders Even If There’s No If (就算没有如果), das Feng Jiu und Donghua Dijun begleitet. ♥

In dieser Serie sind mir sogar die instrumentalen Stücke aufgefallen und in guter Erinnerung geblieben, die Feng Jius und Donghua Dijuns Szenen begleiten. Die beiden Stücke machen einfach sofort gute Laune, wenn man sie hört. Genau wie das Pärchen gute Laune macht, wenn man es zusammen sieht. 😉

 

Fazit

„Ten Miles of Peach Blossoms“ ist eine Serie, die alles hat: Fantasy, Romance, Humor, Spannung und Intrigen. Auch wenn ich persönlich nicht alle Figuren mochte, hatte ich trotzdem viel Spaß und etliche schlaflose Nächte, weil ich noch schnell eine Folge schauen wollte. 😉

Nicht nur optisch ist die Serie total gelungen. Auch die Handlung enthält so viele Wendungen und ist dank gut ausgearbeiteter Haupt- und Nebenfiguren so unterhaltsam, dass man „Ten Miles of Peach Blossoms“ durchaus auch zwei- oder dreimal schauen kann, ohne sich zu langweilen.

Fox in the Screen

Nachdem ich euch letzte Woche das Märchen „The Werefox“ und die Serie „Legend of nine tails fox“ vorgestellt habe, möchte ich diese Woche noch ein bisschen bei den Fuchsdämonen bleiben. Es gibt nämlich etliche schöne Geschichten, in denen sie eine große Rolle spielen.
Eine dieser Geschichten ist die Serie „Fox in the Screen“, das selbst ein wenig wie ein Märchen amutet.

Fox in the screen

Zheng Xue Jing ist Malerin, hat als Frau aber Probleme, ihren wohlverdienten Erfolg zu bekommen und soll zu allem Überfluss auch noch das Haus abgeben, das sie von ihrem Vater geerbt hat.
Als sie sich daraufhin betrinkt, stolpert sie in ein Fest, nimmt an einem Malwettbewerb teil und gewinnt eine magische Leinwand – inklusive der drei eingesperrten Fuchsdämonen. Daraufhin beginnt ein magisches Abenteuer für sie, das all ihre Probleme lösen oder ganz neue entstehen lassen könnte.

 

Meine Bewertung: Sterne-5

„Fox in the Screen“ ist eine märchenhafte Geschichte, in der nicht alles ist, wie es scheint und in der Geheimnisse darauf warten, vom Zuschauer entdeckt zu werden. Die Serie wartet mit gut ausgearbeiteten Figuren, jeder Menge Spannung und einer guten Portion Liebe und Herzschmerz auf.

 

Figuren & Besetzung

Zheng Xue Jing: Liu Xin Qi
Yu Yan: Luo Yunxi
Bai Sheng: Huang Jun Jie
Xiao Hei: Wang Chao Yang
Mu Chen: Chen You Chen

Fox in the screen_Zheng Xue Jing

Zheng Xue Jing & Yu Yan

Bei „Fox in the Screen“ ging es mir wie mit Zhu Xian: Die Besetzung sagte mir so überhaupt nichts. Dafür haben mir aber die Rol,len sehr gut gefallen.

Zheng Xue Jing ist eine junge Malerin, die im Grunde genommen wirklich jede Menge Pech hat. Was mir hier wirklich gut gefallen hat, ist, dass sie nicht die typische weibliche Hauptfigur ist, die man sonst so hat: Weder ist sie der stille Blümchen-Typ, der sich nur auf sein Äußeres verlässt und keiner Fliege etwas zu leide tun kann, noch ist sie die überambitionierte Intrigantin, die vor nichts zurückschreckt. Sie ist im Vergleich zu anderen Hauptfiguren fast schon erschreckend normal, was eine wirklich nette Abwechslung ist. Sie ist meistens optimistisch und gibt nicht so leicht auf. Manchmal ist sie auch ein wenig übereifrig, wenn es um ihre Arbeit geht, wenn ihr jemand quer kommt, wird sie auch schon mal laut und zeigt auch ihre unversöhnliche oder schadenfrohe Seite.

Fox in the screen_Xue Jing und Fuchsdämonen

Zheng Xue Jing mit den Fuchsdämonen (v.l.n.r.) Xiao Hei, Yu Yan und Bai Sheng

Auch die Füchse haben alle ihren ganz eigenen Charakter mit ihrer eigenen Geschichte. Am wenigsten gibt von ihnen noch Xiao Hei her, der eher die Rolle des kleinen Bruders hat und abgesehen von einer Szene eher den komischen Aspekt in der Serie übernimmt.
Interessanter sind hier schon seine Brüder. Bai Sheng wirkt auf den ersten Blick wie der ruhigste der drei, der grundsätzlich alles im Griff hat und bei dem man sich keinerlei Sorgen machen muss, dass etwas schief geht. Bei genauerem Hinsehen merkt man allerdings, dass auch bei Bai Sheng nicht alles rund läuft und vielleicht sogar das genaue Gegenteil des Eindrucks der Fall ist.
Zu guter Letzt haben wir dann noch Yu Yan. Er macht anfangs einen unversöhnlichen Eindruck, kann sich auch mit Zheng Xue Jing nicht so recht anfreunden und legt ihr eher noch Steine in den Weg. Nach und nach taut er aber auf und zeigt auch mal seine emotionale (anders emotionale 😀 ) Seite. Natürlich geht die Serie auf seine Geschichte als männliche Hauptfigur etwas genauer ein, aber dazu will ich nicht zu viel verraten. 😉

Nur einer bleibt die komplette Serie über etwas fad: Mu Chen, der ursprünglich wohl so etwas wie Yu Yans Konkurrenz werden sollte. Der Ärmste hat zwar ohnehin nicht viel Zeit, seinen Charakter zu zeigen. Das was er zeigt, reicht aber nicht, um ihn als wirklich interessant darzustellen. Das Hauptaugenmerk in der Serie liegt einfach eher auf Zheng Xue Jing und den Fuchsdämonen.

 

Kulisse, Kostüme & Effekte

„Fox in the Screen“ spielt die meiste Zeit in Zheng Xue Jings Heimatstadt. Ab und an gibt es aber auch mal einen Ausflug in den Palast des Kaisers, das Haus des ein oder anderen wichtigen Bewohners der Stadt oder Orte, die eigentlich den Dämonen oder Göttern vorbehalten sind.
Die Kulisse scheint mir dabei im Gegensatz zu anderen Serien etwas einfacher gehalten zu sein. Das tut der Atmosphäre aber keinen Abbruch, sondern hat für mich eher dafür gesorgt, dass man sich mehr auf die Figuren konzentriert.

Auch die Kostüme sind relativ einfach gehalten. Die Fuchsbrüder tragen grundsätzlich in jeder Szene dasselbe in ihren Signalfarben rot, weiß und violett. Man muss sich also keine Sorgen machen, dass man sie nicht auseinander halten könnte. 😀
Auch bei den anderen Figuren ist Kostümwechsel-technisch nicht so viel los. Zheng Xue Jing wechselt zwischen einigen Outfits, so groß sind die Unterschiede aber nicht.
Wer auf aufwendige, ausgefallene Kostüme steht, sollte also vielleicht lieber etwas anderes schauen.

Die Effekte sind in dieser Serie so eine Sache. Mal sind sie echt gut gelungen, dann wiederum wirken sie irgendwie seltsam. Ich denke, auch hier kann man sagen, dass sie eher Standard sind.

Grundsätzlich ist die Serie optisch in Ordnung, hebt sich aber durch nichts wirklich aus der Masse heraus. Ihre Stärken liegen eindeutig anderswo.

 

Soundtrack

Leider ist auch der Soundtrack in meinen Ohren nichts Besonderes. Das Opening und Ending sind ganz eingängig, ansonsten war es das für mich aber auch schon an Musik, die in der Serie irgendwie auffällt. Es sticht einfach nichts so wirklich heraus.

 

Mein Fazit

Optisch und auch von der Musik her ist „Fox in the Screen“ eher so la-la. Dafür allerdings empfand ich die Geschichte als emotional so stark, dass ich sehr gern fünf Sterne dafür vergebe. Ich konnte beim Schauen sowohl lachen als auch weinen, war oft genug überrascht, obwohl ich mir manchmal im Nachhinein dachte, dass ich eine Wendung hätte ahnen müssen, und wollte nach jeder Folge wissen, wie es weitergeht. Die Figuren sind toll ausgearbeitet, obwohl die Serie mit nur 16 Folgen nicht gerade lang ist.

Legend of nine tails fox

Nachdem ich euch gestern das Märchen „The Werefox“ vorgestellt und mich dabei etwas über die etwas schwarz-weiße Vorstellung des Fuchsdämons ausgelassen habe, möchte ich euch heute eine Serie vorstellen, in der Fuchsdämonen einmal nicht (nur) die Bösen sind: Legend of nine tails fox!

 

Legend of nine tails fox

Kurz vor einem Fest zu Ehren der Göttin Nüwa wird den Fuchsdämonen von Qing Qiu ihre magische Frucht gestohlen. Falls sie es nicht schaffen, diese wiederzubeschaffen, bevor Nüwa davon erfährt, bedeutet dies das Ende ihres Volkes. Die Füchse machen sich also auf die Suche und finden nach und nach mehr über den Dieb und die Geschehnisse des verhängnisvollen Tages heraus. Natürlich bleibt es dabei nicht aus, dass sie ihre ganz eigenen Geschichten erleben.

 

Meine Bewertung: Sterne-4b bis Sterne-5 je nach Handlungsstrang

Die Serie hat einen spannenden Plot, bei dem ich bis fast zum Ende keine Ahnung hatte, wer der Dieb sein könnte und immer wieder andere Personen verdächtigt habe. Die einzelnen Geschichten der Fuchsgeister haben mir allesamt gefallen. Ich hätte sogar für jeden einzelnen eine eigene Serie anschauen können und mich nicht gelangweilt. 😀
Wer Romantik, gut ausgearbeitete Figuren und einen durchdachten Plot mag, ist meiner Meinung nach bei dieser Serie genau richtig! Der einzige Wermutstropfen: „Dank“ Zensur mussten etliche Szenen aus der Serie entfernt werden, wodurch eine der Geschichten leider nur schwer verständlich ist. Hier lohnt es sich, online ein bisschen nach der ungeschnittenen Variante zu stöbern, auch wenn diese leider ohne Untertitel ist.

 

Figuren, Besetzung und ihre Geschichte: Wer große Ohrringe trägt, kann nur ein Fuchs sein!

Dadurch, dass die Serie sechs Geschichten enthält, die sich zur Hauptstory verbinden, ist der Cast natürlich ziemlich groß. Ich beschränke mich an dieser Stelle deshalb auf nur auf die in meinen Augen wichtigsten Figuren.

  • Hua Yue: Chen Yao
  • Feng Feiyue: Jiang Kaitong
  • Ying Ning: Yang Caiqi
  • Hu Si/Gu Yue: Mike D’Angelo
  • Weng Changting: Jin Chen
  • Liu Chang Yan: Jiang Jinfu

 

Legend of nine tails fox_Hua Yue

A Xiu-Handlungsbogen: Hua Yue und Zuo Yun

Die Serie hat mich (gemeinerweise) spätestens an der Stelle eingefangen, an der sich Hua Yue und Zuo Yun (gespielt von Yao Yi Chen) begegnet sind. Mein Romantiker-Herz hat gleich höher geschlagen und ich habe die ganze Zeit darauf gewartet, dass die beiden ein Paar werden. 😀
Leider Gottes ist nicht Zuo Yun der männliche Hauptcharakter dieser Geschichte. 😦 Dem eigentlichen Hauptcharakter, Liu Zi Gu (Zhang Ruoyun), konnte ich storytechnisch leider nicht so viel abgewinnen. Auch A Xiu (Qiao Xin) blieb für mich eher blass.

Legend of nine tails fox_Feng San Niang

Feng San Niang-Handlungsbogen: Fei Yue und Meng An Ren

Den Handlungsbogen „Feng San Niang“ rund um Fei Yue und Meng An Ren (Zhai Tianlin) empfand ich zum Teil als etwas anstrengend. Fei Yue und Meng An Ren sind als Charaktere beide interessant, Meng An Rens Verhalten konnte ich allerdings nicht immer nachvollziehen.
Dafür gab es allerdings die ein oder andere Überraschung in dieser Geschichte, die dieses Manko für mich wieder ausgeglichen hat.

Legend of nine tails fox_Ying Ning3

Ying Ning-Handlungsbogen: Ying Ning und Wang Zifu

Ying Ning aus dem gleichnamigen Handlungsbogen und der männliche Hauptcharakter Wang Zifu (Fu Xinbo) haben mir dagegen beide sehr gut gefallen. Auch die Nebenfiguren wie Wang Zifus Mutter (Li Qinqin) oder der Daoist (Zhang Lei) sind toll ausgearbeitet, haben alle ihre Geschichte und dadurch die Anlässe für ihre Handlungen.

Legend of nine tails fox_Hu Si

Hu Si-Handlungsbogen: Hu Si und Zhong Qing

Der vierte Handlungsbogen ist leider der, der wegen der Zensur geschnitten wurde. Daher bin ich selbst nicht ganz sicher, was eigentlich in den letzten Folgen passiert.
Bis zu diesem Punkt konnte Hauptfigur Hu Si aber schon einige seiner Facetten zeigen und das sind in diesem Handlungsbogen viele! Durch viele Verwicklungen ist die Geschichte, mal traurig, mal spannend und – das ganz besonders – immer wieder unglaublich amüsant! Hu Si zuzusehen, hat mir jedenfalls die ganze Zeit sehr viel Spaß gemacht und ist gegenüber den doch oft eher tragischen anderen Handlungsbögen eine willkommene Abwechslung.

Legend of nine tails fox_Changting

Changting-Handlungsbogen: Weng Changting und Shi Taipu

Die Geschichte um Weng Changting und Shi Taipu (Wang Kai) ist eindeutig mein Lieblingsteil der Serie.
Nicht nur, dass Weng Changting und Shi Taipu selbst überzeugen, die beiden haben in meinen Augen auch einfach eine unglaublich tolle Chemie. ♥
Die Geschichte spricht dabei genauer an, was schon zwischen Hua Yue und Zuo Yun im ersten Handlungsbogen angedeutet wurde: Sind alle Fuchsdämonen wirklich schlecht oder müssen sich die Menschen unter Umständen gar nicht vor ihnen fürchten? Da Shi Taipu Dämonenjäger ist, gestaltet sich die Antwort auf diese Frage sogar noch ein bisschen schwerer, was für ordentlich Spannung sorgt.
Neben den ganzen Schwierigkeiten, die dadurch auftauchen, ist es eine nette Abwechslung, dass es zumindest einige Szenen mit den Nebenfiguren gibt, die auch mal nicht ganz so ernst sind.

Legend of nine tails fox_Heng Niang

Heng Niang-Handlungsbogen: Liu Chang Yan und Tao Heng

Auch der letzte Handlungsbogen „Heng Niang“ hat dank Tao Heng (Guli Nazha) etliche amüsante Momente. Leider zeigt Liu Chang Yan abgesehen von seiner (angeblichen, zumindest sein EQ muss nämlich unglaublich gering sein, was für den Anführer der Füchse von Qing Qiu schon recht seltsam ist) Intelligenz wenig von seiner Persönlichkeit. Der Hintergrund der Geschichte war hier außerdem ziemlich offensichtlich, sodass das Ende absolut nicht überraschend kam. Trotz Tao Heng empfand ich diese Geschichte daher als die schwächste der Serie.

 

Kulisse, Kostüme & Effekte

Nachdem ich schon einige Bilder aus der Serie gezeigt habe, muss ich vermutlich nicht mehr viel zur Kulisse und den Kostümen sagen.

Die meiste Zeit spielt die Geschichte in der Stadt, zur Abwechslung geht es auch mal in die grünen Hügel von Qing Qiu oder auch in den Wald. Ab und an gibt es noch weitere Umgebungen wie zum Beispiel Wang Zifus Plantage oder ein Gebirge.
Jede dieser Umgebungen vermittelt eine besondere Atmosphäre, die die jeweilige Geschichte unterstützt.
Die Kostüme sind genau nach meinem Geschmack. 😉 Nachdem mich die vielen Füchse (trotz unterschiedlicher Mäntel 😀 ) in Folge 1 erstmal etwas überfordert haben, erledigte sich das durch die einzelnen Handlungsbögen und die verschieden gestalteten Aufmachungen recht schnell.
An Effekten schien es mir in „Legend of the nine tails fox“ nicht so viele wie in anderen Xianxia-Serien zu geben. Ein paar Mal tauchten Magie, magische Gegenstände oder die Animation eines Fuchses auf, aber auch das hielt sich in Grenzen und war so ausgeführt, dass es nicht wirklich abgelenkt hat. Nur an einer Stelle kam mir der Körper eines Fuchses ein wenig unförmig gestaltet vor.

Insgesamt ist „Legend of the nine tails fox“ also nicht nur eine Serie mit vielen verschiedenen Geschichten, sondern vor allem auch etwas fürs Auge, bei dem das Zusehen selbst unabhängig von der Handlung schon Freude macht. 😉

 

Soundtrack: Immer wieder schön zu hören

In vielen Fällen nehme ich den Soundtrack einer Serie gar nicht oder nur zum Teil wahr. Bei „Legend of the nine tails fox“ war es für mich genau andersherum. Jeder der Songs hat die Atmosphäre der dazugehörigen Szene so gut unterstützt, dass ich ihn auch nach der Folge noch im Ohr hatte und immer wieder hätte anhören können.
Die beiden Songs To Ask the Moon (问明月) und Don’t Make Me Cry (别惹哭我) haben mir dabei am besten gefallen.

 

Fazit

Die Atmosphäre, die die Geschichte zusammen mit der Kulisse und den Songs geschaffen hat, hat mich zum Teil so gerührt, dass ich beim Schauen kurz pausieren musste. Wenn „Legend of nine tails fox“ etwas ganz großartig gemacht hat, dann auf alle Fälle ein Gesamtkunstwerk zu schaffen, das die Gefühle des Zuschauers direkt erreicht.
Würde ich nur einzelne Handlungsstränge bewerten, bekäme die Serie eindeutig fünf Sterne von mir. Andere Teile der Serien sind allerdings ein klein wenig (aber nur ein klein wenig) schwächer und natürlich erschweren die fehlenden Szenen aus dem Hu Si-Handlungsstrang das Verständnis.
Insgesamt kann ich die Serie aber allen Freunden von Romantik und Xianxia nur wärmstens empfehlen!

The Werefox

Heute möchte ich euch das mit gerade mal knapp einer Seite kürzeste der chinesischen Märchen aus „Angela Carter’s Book of Fairy Tales“ vorstellen: The Werefox.

 

Der Inhalt

Ein buddhistischer Mönch namens Chi Hsüan beobachtet eines Nachts wie ein Fuchs die Gestalt einer schönen Frau annimmt und sich bitterlich weinend an die Straße stellt. Als ein Reiter vorbeikommt und sich die Lebensgeschichte der vermeintlichen Frau anhört, verspricht er, diese mitunehmen.
Der Mönch warnt den Reiter und sorgt dafür, dass sich die Frau in den Fuchs zurückverwandelt und stirbt, woraufhin der Reiter ihm dankbar ist.

 

Meine Meinung

Von den vier chinesischen Märchen aus Angela Carters Sammlung ist „The Werefox“ vermutlich dasjenige, welches mir am wenigsten gefällt. „Mrs Number Three“ ist mit nur etwas mehr als zwei Seiten nicht viel länger, hat mir beim Lesen aber wesentlich mehr gegeben.

Was mir an „The Werefox“ noch am besten gefallen hat, waren die Beschreibungen, die trotz der Kürze eine tolle Atmosphäre geschaffen haben. Inhaltlich bereitet mir das Märchen aber etwas Kopfschmerzen.
Wenn man ein paar chinesische Geschichten kennt, weiß man, dass Fuchsdämonen oder -geister selten gut dargestellt werden, obwohl es mittlerweile auch da schon neuere Ansätze gibt. Ihre Hauptaufgabe scheint darin zu bestehen, durch Zaubereien Menschen zu verwirren und ihnen Schaden zuzufügen. Da der Fuchs in diesem Märchen ebenfalls eine andere Gestalt annimmt und eine offensichtlich falsche Geschichte erzählt, scheint er zu genau dieser Form zu gehören, wenn man auch nicht erfährt, was dem Reiter nun widerfahren wäre, wenn Chi Hsüan ihm nicht geholfen hätte.
Der Mönch ist genau das, was auf der anderen Seite des Märchens steht: Die knappen Beschreibungen machen ihn als einen moralisch aufrechten Menschen aus. Allerdings: wenn mich mein (zugegeben ziemlich oberflächliches) Wissen über den Buddhismus nicht trügt, dann gilt dort der Grundsatz, dass alles Leben gleich viel wert ist. Dazu sollten in diesem Fall dann auch Gestalten wie dieser Fuchs zählen.

Ich möchte damit keineswegs sagen, dass ich das Märchen schlecht finde! Es hat mir schon gut gefallen, wenn auch nicht ganz so gut wie die anderen drei. Es ist wirklich schön geschrieben und offensichtlich kann man in die dahinterliegende Geschichte auch jede Menge hineininterpretieren. Mir hat hier einfach nur das besondere Etwas gefehlt, das ich bei „Mrs Number Three“ in Form der Begegnung von Chao Chi Ho und dem Mönch gefunden habe.