Gourmet of Another World

Am Samstag der Themenwoche möchte ich natürlich auch ein Highlight vorstellen, das mit der chinesischen Küche zu tun hat: „Gourmet of Another World“. Zugegeben, eigentlich handelt es sich hier nicht unbedingt um eine Geschichte über chinesisches Essen (Es gibt auch viele Gerichte, die aus anderen Küchen der Welt stammen.), aber trotzdem ist es ein chinesischer Roman, in dem es ums Kochen geht, also sollte er doch für die Themenwoche durchgehen. 😉

 

Zum Inhalt

Bu Fang landet in einer fremden Welt und bekommt dort vom ‚System‘ die Aufgabe, ein Restaurant zu führen und der Gott des Kochens zu werden. Unterstützung erhält er durch Roboter Whitey und den Hund Blacky. (Ja, ich hätte mir auch gewünscht, dass man deren Namen vielleicht lieber im Original belässt …)
Nach einem etwas holprigen Beginn baut er sich auch langsam seine Kundschaft auf, zu der neben den Neureichen der Hauptstadt, den Kindern von Ministern und Generälen, auch die Ältesten von Sekten und sogar der Kaiser höchst persönlich gehören …

 

Zu den Figuren

Bu Fang als Protagonist dieses Romans ist die meiste Zeit vor allem mit einem beschäftigt: Kochen. Wenn er nicht kocht, übt er das Kochen oder das Schneiden von Zutaten, kreiert neue Gerichte oder begibt sich auf die Suche nach neuen Zutaten. Kurzum: Was auch immer Bu Fang macht, es hat mit dem Thema Kochen zu tun.
Genauso zielgerichtet wie seine Aufgaben ist auch sein Charakter: Regeln sind Regeln und bei Bu Fang gibt es keine Ausnahmen. Das bringt er auch seinen Kunden schonungslos und ohne Schnörkel bei, ganz egal, wer vor ihm steht.
Bu Fangs Charakter ist einer der Punkte, die diesen Roman für mich aus der Masse herausheben. Er ist direkt, manchmal auch etwas zu direkt, aber nicht völlig gefühlskalt, was immer mal wieder in seiner Interaktion mit einigen seiner Stammkunden anklingt. Mir hat es einfach Spaß gemacht, noch ein Kapitel mehr von ihm zu lesen. 😉

Wer jetzt denkt, dass es in „Gourmet of Another World“ immer nur ums Kochen geht … liegt fast richtig. Es passieren aber auch andere Sachen: Die politische Situation ist nicht ganz stabil und so wird „Fang Fang’s Little Store“ auch zum Treffpunkt der Machtträger, zum Zufluchtsort von Entführungsopfern und dem Austragungsort von Kämpfen. Kann in einem kleinen Restaurant schon mal passieren. 😀
In solchen Momenten findet sich eine Vielzahl anderer Figuren, die alle ihre eigene Hintergrundgeschichte haben und damit genauso wie Bu Fang zum Roman beitragen.

Meine Lieblingsfiguren neben Bu Fang:

  • Xiao Xiaolong: Bu Fangs erster Kunde und derjenige, der (unbeabsichtigt) dafür sorgt, dass „Fang Fang’s Little Store“ so richtig berühmt wird
  • Ji Chengxue: Hält sich auch nach 100 Kapiteln immer noch etwas bedeckt, weswegen ich ihn vermutlich so interessant finde.
  • Xiao Yue: Nach über 100 Kapiteln kommt er immer noch in den Laden, nur um Wein zu bestellen. Ich bin gespannt, welches sein erstes Gericht wird. 😀
  • Ni Yan: Eine der Ältesten der Arcanum-Bruderschaft, die sich in den Kopf gesetzt hat, von bu Fang zu lernen. Ich rieche jede Menge künftige Interaktionen und gute Rezepte. 😀

 

Zur Sprache

Ein weiterer Punkt, der „Gourmet of Another World“ für mich zum Highlight macht, ist die Sprache: Auf wie viele verschiedene Arten kann man Gebratenen Reis mit Ei beschreiben? An wie vielen Beispielen kann man die Wichtigkeit der richtigen Zutaten aufzeigen? Wie bringt man Informationen zum Testen von Speisen und Zutaten spannungsreich in einem Roman unter? Wie verführt man einen Leser, der absolut nicht kochen kann, dazu Rezepte zu googlen und sich in seine Küche zu stellen?

Keine Ahnung! Aber Li Hongtian, der Autor von „Gourmet of Another World“ kann euch diese Fragen beantworten. 😀
Spätestens nach 20 Kapiteln hatte ich jedenfalls das Bedürfnis, etwas zu kochen. Leider fiel mir in Kapitel 25 wieder ein, dass ich leider keine Ahnung habe, wie man das macht. 😀 Das ging im Grunde den gesamten bisherigen Roman über so. Mittlerweile habe ich diesem Bedürfnis ja sogar nachgegeben. 😉

 

Fazit

„Gourmet of Another World“ ist ein fantastisch geschriebener Roman mit interessanten Figuren, einer tollen Backstory und einer köstlichen Idee, der mich fast dazu verführt hätte, Bu Fang nachzueifern und mich selbst in die Küche zu stellen.
Der Roman hat Spannung, aber auch einiges an Humor und ab und an auch mal ernstere Töne. Nach 150+ Kapiteln habe ich mich noch kein einziges Mal gelangweilt und bin stattdessen erst recht gespannt, wie es in Zukunft mit Bu Fang und „Fang Fang’s Little Store“ weitergeht. Ich rieche leckere Gerichte … ah pui! jede Menge Potential, wollte ich natürlich sagen!

Kurzum: „Gourmet of Another World“ ist ein Roman, den ich definitiv jedem empfehlen kann. Foodies sollten diesen Roman aber besser nicht auf leeren Magen lesen. 😉