Ex-Model

Nachdem ich diese Woche bei den Filmen größtenteils daneben zu greifen scheine, ist heute in der Themenwoche rund um chinesische Filme und Serien bei Amazon Prime mal wieder eine Serie dran: „Ex-Model“.
Wie viel kann man von einer Serie an einem Tag schauen? Eine Staffel definitiv, wenn eine Episode unter 5 Minuten dauert. 😀 Entsprechend habe ich heute gleich mal die erste Staffel geschaut, um zu schauen, wie mir die Serie gefällt, und diesmal scheine ich mehr Glück gehabt zu haben, auch wenn die Serie kein neues Highlight wird.

Ex-ModelXin Xin ist Model. Oder besser gesagt: Sie war, denn der Zahn der Zeit hat (zumindest was das Model-Business angeht) schon an ihr genagt. Nun muss Xin Xin sich andere Aufgaben suchen und das ist mit einigen Problemen verbunden.

 

Meine Bewertung: Sterne-4b

 

  • Xin Xin: Xin Wang
  • Lola: Marlène Guénard
  • Isreal: Seng Hong Ngo

Aufgrund der kurzen Episoden muss man in dieser Serie nicht allzu viele Figuren erwarten. Im Grunde dreht sich alles um einen kleinen Kreis rund um Xin Xin: Zwei (ehemalige) Modelkolleginnen, ihre (Ex)-Managerin und deren Mann und ein Freund, den Xin Xin immer dann kontaktiert, wenn sie ein Problem hat.

Ex-Model_Xin Xin_nicht ganz so glücklich mit ihrem neuen JobDie Serie ist aus Xin Xins Sicht erzählt und ich muss sagen, dass sie mir als Hauptfigur sehr gut gefallen hat. Sie weiß, was sie will, ist zwar manchmal scheinbar etwas planlos und ihr Charakter scheint ihr einige Probleme dabei zu machen, auf ’normalem‘ Wege durchs Leben zu kommen, aber sie trägt das mit einer Portion Realismus und Humor, was eine interessante Mischung ergibt. 😉

Wenn man bedenkt, dass eine Staffel nur 10 Folgen hat und eine Folge im Maximum auf 5 Minuten kommt – und das mit Intro und Outro – dann wundert es vermutlich nicht, dass man von den anderen Figuren nicht ganz so viel mitbekommt. Die Serie macht ihre Sache aber wirklich gut damit, neue Figuren sehr einfach und schnell vorzustellen: Für jede Person bekommt man drei Dinge genannt, die sie mag, und das hübsch verpackt in ein paar Bildern. 😉

Auch sonst ist die Serie in meinen Augen übrigens sehr hübsch und vor allem abwechslungsreich aufgemacht. Mal bekommt man Standbilder wie Fotos präsentiert, dann wirft man selbst einen Blick durch die Kamera und dann wieder gibt es (meist wenn Israel auftaucht) Abschnitte im Comic-Stil.

Aber vermutlich war etwas optisch Ansprechendes bei einer Serie über ein Ex-Model auch zu erwarten. 😉
In dieselbe Kategorie reihen sich für mich übrigens auch die „Kostüme“ ein: Immer mal wieder bekommt man hier aufgrund des Inhalts der Serie Laufstege zu sehen, bei denen die Kostüme dann mal etwas mehr her machen als bei den ansonsten eher alltäglichen Kleidungsstücken, die man sonst so in modernen Serien zu sehen bekommt. Auch Schmuck spielt immer mal wieder eine Rolle. Wer sich also für Fashion begeistern kann, ist in dieser Serie wohl richtig. 😀

Ach ja: Was ich unbedingt noch erwähnen sollte, ist, dass die Serie (zumindest Staffel 1) von zwei Szenen ausgenommen komplett in Paris spielt. Wer also hofft, hier etwas über die Modewelt in China zu sehen, wird enttäuscht sein und sieht sich besser anderswo um.

 

Mein Fazit

„Ex-Model“ ist für mich eine kurzweilige Serie für zwischendurch. Die Episoden sind so kurz, dass man sie in Pausen mal schnell schauen kann, wenn man gerade nicht weiß, was man sonst machen könnte.
Jede Episode hat ein eigenes kleines Thema, aber immer mal wieder verweist eine der späteren auch auf eine frühere, sodass sich durchaus ein roter Faden durch die Geschichte zieht. Wer also kurze Episoden nicht so wirklich mag, kann die Serie eigentlich auch als Film anschauen. 😉

Inhaltlich darf man natürlich kein großes Drama erwarten und auch keine allzu tiefen Einblicke in die Welt der Models. Man kann mal hineinschnuppern, aber dann wird einem – wie ja im Grunde auch Xin Xin – die Tür auch gleich wieder vor der Nase zugeknallt.

Empfehlen würde ich die Serie allen, die Modernes mit einem Hang zu Fashion mögen, nichts gegen trockenen Humor einzuwenden haben und gern starke Frauenfiguren sehen. Auch wer interessant aufgemachte Serien mag, dürfte hier an der richtigen Stelle sein.

Dragon Blade: When the eagle meets the dragon

Am ersten Zusatztag der Themenwoche habe ich für euch „Dragon Blade: When the eagle meets the dragon“ geschaut. Wie es leider so ist: Man kann nicht immer Glück haben. Nachdem ich in er Hauptwoche mehrere wirklich tolle Filme gesehen habe, war ich diesmal weniger überzeugt.

Dragon Blade6

Huo An hat seit seiner Kindheit den Traum, Frieden über die Seidenstraße zu bringen und alle Völker dort als Freunde vereint zu sehen. Nach Jahren der Mühe geht dann jedoch etwas schief und Huo An und seine Männer werden als Sklaven dazu verdonnert, beim Wiederaufbau einer alten Festung mitzumachen. Genau dann greifen die Römer an, doch Huo An kann ein Unglück abwenden und verbündet sich sogar mit Lucius.

Meine Bewertung: Sterne-2b

Ich habe wirklich eine Weile überlegt, ob ich dem Film wirklich nur zwei Sterne geben sollte oder doch lieber noch drei. Ich will nicht wirklich behaupten, dass der Film schlecht ist. Er hat gute Kampfszenen, sieht nett aus, ist auch recht realistisch (Abgesehen davon, dass Römer und Parther Englisch sprechen, während die Völker der Seidenstraße ihre eigenen Sprachen haben und untereinander Chinesisch reden. :p ) und hat durchaus auch seine emotionalen Momente.
Dragon Blade8Es gab aber auch ein gravierendes Problem: Ich fand ihn langweilig. So gähnend langweilig sogar, dass ich etwas getan habe, was ich sonst nie mache und nebenbei den Roman weitergelesen habe, den ich neulich angefangen habe. Das Schlimmste dabei ist, dass mir im Film derweil nicht mal etwas entgangen ist.

Vielleicht bestand das Problem zum Teil auch darin, dass der Film halb auf Englisch und halb auf Chinesisch war. Das macht zwar durchaus Sinn, ich habe es aber doch als etwas störend beim Schauen empfunden.

Nicht weniger hilfreich ist die Tatsache, dass die Handlung super langsam voranschreitet. Erst nach etwa einem Viertel des Films kam das erste Mal so etwas wie Spannung auf, die aber schnell wieder vorbei war und Bildern vom Bauen einer Stadt wichen. Einer schönen Stadt, aber Dramatik sieht anders aus. Dazu gab es dann noch den Aufbau einer scheinbar innigen Männerfreundschaft mit leichten Kommunikationsbarrieren, die wirklich tiefgreifende Diskussionen verhindert haben (etwas, das ich persönlich sehr an Filmen schätze, also, die Diskussionen …).
Wirkliche Spannung kam für mich eigentlich erst in der letzten halben Stunde auf und die bestand zum Großteil eigentlich auch nur aus Kämpfen … die mir zu allem Überfluss auch noch als etwas zu aufgesetzt vorkamen.
So leid es mir tut, aber von wenigen Momenten abgesehen, kann ich den Film einfach nicht als emotional tiefgehend ansehen.

Um noch etwas Positives zu sagen: Ich mochte die Musik ganz gern. Also, die chinesische Musik wie das „Lied des Friedens“. Die römische verstehe ich ebenfalls (auch wenn sie persönlich nicht so meins ist), aber die Oper von Mozart am Anfang … Ah, lassen wir das lieber.

„Dragon Blade: Where the eagle meets the dragon“ ist ein Film, der mich schlicht und ergreifend nicht überzeugen konnte. Die einzigen guten Punkte, die ich erkennen kann, sind eine tolle Optik und nette Musik. Die Geschichte, die der Film erzählt, hat mich allerdings gelangweilt. Hier hat mir einfach Tiefe gefehlt, mehr zu den Figuren, mehr Dramatik, mehr sinnvolle Handlung.
Würde man die (in meinen Augen komplett sinnfreie) Rahmenhandlung herausschneiden, innerhalb des Films noch einige Längen kürzen (ein paar kurze Bilder Stadtaufbau würden mir z.B. reichen, das brauche ich nicht öfter und nicht länger), dann fände ich den Film gar nicht schlecht. Mir hätte schlicht und ergreifend die Hälfte des Films gereicht.
Ich denke aber, wer sich eventuell neben China auch noch für das Römische Reich, die Seidenstraße oder ganz allgemein für Geschichte interessiert, könnte diesen Film gut finden. Allen anderen würde ich allerdings nicht zu „Dragon Blade“ raten.