Mulan: Legende einer Kriegerin

Eigentlich wollte ich euch heute ja zwei Filme vorstellen, aber dann hat mich meine Familie den halben Tag lang dazu gezwungen Origami-Blumen zu basteln. :/ (Ja, Weihnachten ist bei uns so merkwürdig. 😀 ) Deshalb belasse ich es heute bei nur einem Film, nämlich „Mulan: Legende einer Kriegerin“. Zur Wiedergutmachung gibt es dafür aber morgen und übermorgen nochmal jeweils einen Film. Ihr bekommt also statt der heutigen Bescherung eine verlängerte Themenwoche. 😉

Mulan

Über den Inhalt des Films muss ich vermutlich nicht viele Worte verlieren, da die meisten wohl wissen werden, worum es geht. 😉
Als der Krieg beginnt und die Männer nach und nach einberufen werden, kommt die Reihe auch an Mulans Vater. Da dieser bereits in die Jahre gekommen und nicht mehr bei bester Gesundheit ist, gibt sie sich als Sohn der Familie aus und zieht an seiner Statt in den Krieg, was nicht ganz ungefährlich ist, da es den Tod für sie und ihre Familie bedeuten würde, wenn sie erwischt wird.

Meine Bewertung: Sterne-5

Mulan3Die Geschichte rund um Mulan hat mir persönlich schon vorher gefallen, deshalb ist es vermutlich kein Wunder, dass ich auch diesen Film zu meinen Highlights zähle. Und erstaunlicherweise spielt schon wieder Chen Kun mit. 😀

  • Mulan: Zhao Wei
  • Wentai: Chen Kun
  • Fei Xiaohu: Chan Jaycee

Und ja, auch in diesem Film haben mich die Figuren und die emotionale Tiefe überzeugt. Mulan2Vor allem, wenn ich den Spielfilm mit der vermutlich bekannteren Disney-Variante vergleiche. Während es dort immer mal wieder Humor gibt, Mulan die meiste Zeit über eigentlich Spaß mit den anderen Soldaten hat und eigentlich kaum in Gefahr gerät, entdeckt zu werden, bekommt sie im Film schon ziemlich früh Probleme und das nicht zu knapp.
Mulan6Auch die Schlachten wirken wesentlich realistischer als in vielen anderen Filmen, die ich bisher gesehen habe. Nicht nur, dass hier Figuren verletzt werden und sterben, ja, sie werden sogar schmutzig. Ich kann mich beim besten Willen nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal eine Armee auf staubigem Boden habe kämpfen sehen, deren schwarze Rüstungen hinterher nicht immernoch geglänzt haben. Eventuell in „Princess Agents“? Ansonsten wird oft nur daran gedacht, ein bisschen Blut zu zeigen und das war’s. Auch wenn es merkwürdig klingt: Der ganze Staub hat dem Film etwas besonders Realistisches verliehen, das für mich seine Wirkung noch einmal gesteigert hat.

Und das, obwohl seine emotionale Wirkung ohnehin icht niedrig ist: Was mich an diesem Film besonders beeindruckt hat, war, wie facettenreich Mulans Figur dargestellt wird. Sie ist einmal die eigensinnige Tochter der Familie Hua, dann eine Person mit einer wichtigen Aufgabe, die gleichzeitig aber vor alles und jedem auf der Hut sein muss, gleichzeitig ist sie Freundin und Anführerin und neben all dem hat sie im Film auch Momente, an denen sie wirklich völlig am Boden ist und in denen ich mich als Zuschauerin gefragt habe, ob sie es je allein wieder nach oben schaffen könnte.

 

Mein Fazit

„Mulan: Legende einer Kriegerin“ ist gerade wegen der toll ausgestalteten Charaktere, der Konstellation zwischen ihnen und natürlich einer ohnehin schon spannenden Geschichte eines meiner Highlights.

Wer immer den Disney-Film mochte, sollte ihn meines Erachtens unbedingt anschauen, um eine zwete Perspektive zu bekommen. Aber auch diejenigen, die den Disney-Film nicht mögen, weil er ihnen vielleicht zu leicht und eventuell sogar zu albern ist, sollten dem Spielfilm eine Chance geben, da er durch seinen Realismus wesentlich ernster ist. Im Grunde kann man den Animations- und den Spielfilm gar nicht wirklich miteinander vergleichen. Sie teilen sich nur durch Zufall die grundlegende Geschichte.
Auch diejenigen, die einfach nur gern einen chinesischen Film mit einer starken Heldin sehen wollen, sind bei „Mulan“ in meinen Augen nicht falsch.

Oder anders gesagt: Wer immer einen guten, chinesischen Film sucht, dem würde ich unter anderem zu „Mulan: Legende einer Kriegerin“ raten. Ich habe es jedenfalls nicht bereut.

Painted Skin: Die verfluchten Krieger

Nachdem ich euch gestern „Flying Swords of Dragon Gate“ vorgestellt habe und meinte, dass ich gern mehr von Yu Huatians Schauspieler Chen Kun sehen würde, ist mir heute prompt die DVD zu „Painted Skin: Die verfluchten Krieger“ in die Hände gefallen. Auch in diesem Film spielt er eine der Hauptrollen, deshalb konnte ich es natürlich nicht lassen, den Film heute gleich zu schauen und euch vorzustellen. 😉

Painted Skin4

Wang Sheng rettet eine Frau namens Xiao Wei, als er gemeinsam mit seinen Soldaten eine Bande Räuber unschädlich macht. Kurz darauf geschehen schreckliche Morde in der Stadt und Wang Shengs Frau Peirong beginnt Xiao Wei zu verdächtigen. Als ihr Mann ihr nicht glaubt, trägt sie ihren Verdacht ausgerechnet an ihre Jugendliebe Pang Yong heran, die kurz zuvor in die Stadt zurückgekehrt ist.

Meine Bewertung: Sterne-5

 

Vorneweg: Auch wenn ich eine Weile gebraucht habe, um in den Film reinzukommen, hat mir gerade die zweite Hälfte so gut gefallen, dass ich ihn genau wie „House of Flying Daggers“ zu meinem Highlights zähle.

Der Film ist eine der vielen Adaption der Liaozhai Zhiyi, was meine Erwartungen gleich in die Höhe geschraubt hat, nachdem „Legend of Nine Tails Fox“ mich schon so begeistert hatte. Tatsächlich war ich auch von dieser Geschichte nicht enttäuscht, obwohl sich der Film inhaltlich natürlich sehr von der Serie unterscheidet. Bei all den Geschichten aus den Liaozhai Zhiyi wäre es vermutlich auch ein Wunder Adaptionen zu finden, die sich bis aufs Haar gleichen.

Was mir an dieser Adaption ganz besonders gefallen hat, waren – eigentlich genau wie bei „Legend of Nine Tails Fox“ – die starken Emotionen, die er transportiert.
Painted Skin7Nachdem ich bei den meisten Filmen diese Woche gesagt habe, dass ich gern mehr über die Figuren gewusst hätte und schon dachte, dass ich einfach wieder Serien schauen sollte, konnte „Painted Skin“ genau hier punkten: Es gibt nicht allzu viele Figuren – wirklich wichtig sind in meinen Augen nur fünf – und die Nebenrollen fügen sich geschickt einfach um die Hauptfiguren herum. Von den Hauptfiguren selbst wird auch nicht so viel gezeigt, aber genügend Schlüsselszenen, um gut nachvollziehen zu können, weshalb die Figuren so fühlen und handeln, wie sie es tun.

  • Wang Sheng: Chen Kun
  • Peirong: Zhao Wei
  • Xiao Wei: Zhou Xun
  • Pang Yong: Donnie Yen
  • Xia Bing: Betty Sun

Painted Skin3Hier hat mir gerade Wang Shengs Frau Peirong gefallen. Von der ersten Szene, in der sie auftaucht, fand ich sie sofort interessant, weil sie es mit einem Blick schafft, den kompletten Gedankengang, den sie in diesem Moment durchmacht, rüberzubringen. Auch im Rest des Films bleibt sie so ausdrucksstark. Von all den Figuren in „Painted Skin“ – von denen einige sicher öfter auftauchen – fand ich ihre Rolle daher am besten. Vielleicht auch, weil sie die größte Veränderung im Laufe des Films durchmacht.

Während auch Wang Sheng und Xiao Wei verschiedene Facetten zeigen, konnte ich mit Pang Yong und der Dämonenjägerin Xia Bing, die später im Film dazukommt, weniger anfangen. Es war für mich okay, sie dabei zu haben, aber mir hätte ohne sie wohl auch nicht allzu viel gefehlt.
Auch das ist aber eines der schönen Dinge an „Painted Skin“: Durch die fünf Hauptfiguren sieht man alle Mal und es ist genügend Abwechslung dabei, dass keine Langeweile aufkommen kann, auch wenn einem eine der Rollen nicht so zusagt.

Neben den Figuren und der Story im Allgemeinen hat mich an diesem Film auch das Drumherum eingenommen. Wie bei „Flying Swords of Dragon Gate“ sind die Kostüme alle eher auf der praktischen Seite, haben mir optisch aber auch gut gefallen. An Kulissen bekommt man hier nicht so viel zu sehen, was es einem gleichzeitig aber auch erleichtert, dem Film zu folgen.
Dieses Mal war es aber eigentlich auch gar nicht die Optik, die es mir angetan hat, sondern der Soundtrack: „Painted Heart“ ist so wunderschön, dass ich den Song auch außerhalb des Films immer wieder hören könnte. Auch wenn ich den Song inhaltlich eigentlich nicht so ganz passend für den Film finde (Wenn ich mir die Übersetzung anschaue, sieht es so aus, als sei Xiao Wei die Hauptfigur, was in meinen Augen definitiv nicht der Fall im Film ist.), kommt die verzweifelte Liebe gut rüber, die sich wie ein roter Faden durch den Film zieht.

Alles in allem ist „Painted Skin“ ein Film, den ich durchaus wieder schauen würde. Die Figuren sind interessant und sorgen für eine spannende und vor allem emotionale Geschichte.
Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie die Fortsetzung „Painted Skin 2: The Resurrection“ ausfällt. Lange werde ich wohl nicht damit warten, mir diesen Teil anzusehen.