The Chinese Princess

Damit ihr nicht immer nur Märchen aus Richard Wilhelms „Chinesische Märchen“ zu sehen bekommt, kommt jetzt mal wieder ein Märchen aus „Angela Carters Book of Fairy Tales“: „The Chinese Princess“. Zugegeben, dabei handelt es sich nicht um ein chinesisches Märchen, sondern kommt aus Kaschmir. Selbst das Thema kann ich nicht wirklich als ‚chinesisch‘ beschreiben, dann wiederum wird es schon seinen Grund haben, dass es sich ausgerechnet um eine chinesische Prinzessin dreht. 😉

 

Zum Inhalt

Auf einem Jagdausflug trifft der Herrscher von Kaschmir auf eine junge Frau, die sich ihm als chinesische Prinzessin vorstellt. Da sie nicht in ihr Land zurückkehren kann, heiratet er sie kurzerhand. Kurz darauf wird der Herrscher jedoch krank und die Ärzte sind ratlos.
Dann kommt jedoch ein Yogi am Palast vorbei und schläft in seinem Garten ein. Weil der Herrscher großen Respekt vor solchen Menschen hat, lässt er seine Diener ein Bett bringen und den Yogi darauflegen.
Als der Yogi aufwacht, ist er ihm sehr dankbar. Die beiden reden eine Weile und der Yogi erzählt, als er abends zurückkehrt, seinem Meister von der mysteriösen Krankheit. Dieser widerum besucht daraufhin den Herrscher von Kaschmir und erkennt sogleich das Problem: Seine Frau ist in Wahrheit gar keine chinesische Prinzessin, sondern eine Schlangenfrau!
Gemeinsam stellen die beiden ihr eine Falle und können den Herrscher so von seiner Krankheit befreien. Nicht nur das: Ihr Plan beinhaltet die vermeintliche Prinzessin zu verbrennen. Zurück bleiben Asche und ein Kiesel. Während der Guru die Asche mitnimmt, behält der Herrscher den Kiesel, der sich bald darauf als der Stein der Weisen herausstellt.

 

Meine Meinung

Was ich erwartet und was ich bekommen habe, sind definitiv zwei grundverschiedene Dinge. „The chinese princess“ klingt eher nach dem Titel einer Geschichte, an deren Ende geheiratet wird und alle glücklich sind, statt nach einer verbrannten Frau, die eigentlich keine Frau war, und einem Herrscher, der jetzt keine Frau hat, dafür aber einen magischen Stein. Ich kann also definitiv sagen, dass mich das Märchen überrascht hat.

Ich muss allerdings auch zugeben, dass ich keine Ahnung hatte, wo Kaschmir eigentlich liegt (neben China, wie ich mittlerweile herausgefunden habe) und welche Glaubensvorstellungen dort herrschen. Vermutlich hat die geografische Nähe und vielleicht sogar frühere Konflikte etwas damit zu tun, dass die Frau des Herrschers so direkt als chinesische Prinzessin eingeführt wird?

Das Märchen hat mir damit auf jeden Fall gezeigt, wie wenig ich wirklich über Chinas Geschichte und vor allem seine Beziehungen zu seinen Nachbarstaaten weiß. Das meiste, was ich bis dato darüber gelesen habe, hatte mehr mit den einzelnen Reichen zu tun, aus denen später das heutige China wurde.

Wer gerne mal ein Märchen lesen möchte, das zwar nicht direkt mit China zu tun hat, aber eventuell schon damit zu tun hatte, wie das Land früher (Leider macht das buch keine Angabe darüber, aus welcher Zeit die Märchen stammen.) wahrgenommen wurde, der ist hier richtig.
Außerdem kann ich das Märchen auch jedem empfehlen, der einfach gern Märchen liest und nicht unbedingt wert darauf legt, dass sie etwas mit China zu tun haben. 😉 So ist das Märchen nämlich ebenfalls schön geschrieben und ebenfalls etwas anders als die Märchen, die man hierzulande so gemeinhin kennt.

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