forever YANG

Nachdem ich mir die erste Woche für ein paar organisatorische Dinge freigenommen habe, geht es heute mit dem Blog-Jahr 2018 los und noch dazu gleich wieder mit einer Themenwoche. 😉
Dieses Mal soll es um die Chinesische Küche und alles, worin sie so vorkommt, gehen. Den Start muss natürlich eines meiner chinesischen Kochbücher machen: „forever YANG: Ein Roadtrip durch die chinesische Küche von Peking bis Hongkong“.

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„forever YANG“ ist sowohl ein Kochbuch als auch ein kleiner Reisebericht einer Foodstylistin und eines Journalisten, die einmal quer durch China gereist sind, um die Rezepte zu entdecken.
Ich habe das Buch letztes Jahr vor Ort in einem Thalia entdeckt und als mein erstes chinesisches Kochbuch mitgenommen.
Aktuell habe ich erst drei der Rezepte darin ausprobiert und ansonsten nur etwas durchgeblättert, deshalb ist meine Meinung natürlich noch etwas mit Vorsicht zu genießen. 😉 Wenn ich etwas mehr mit dem Buch gearbeitet habe, werde ich sicher nochmal einen aktualisierten Beitrag schreiben und schauen, ob ich noch genauso darüber denke.

Da ein Kochbuch eine Sache ist, die ja vor allem einen praktischen Nutzen haben soll, werde ich in diesen Beitrag einmal in die Dinge teilen, die mir daran gut gefallen haben, und einmal in die Punkte, die ich weniger gelungen finde.

 

Meine aktuelle Bewertung: Sterne-3b

 

Was mir gut gefällt

Der erste Punkt – und tatsächlich auch der Punkt, wegen dessen ich ausgerechnet „forever YANG“ unter all den chinesischen Kochbüchern ausgewählt habe – ist die schöne Aufmachung des Buchs.
Es ist ein Hardcover mit praktischen, matten Seiten (Finde ich ganz wichtig, weil ich beim Kochen gern viel Licht in der Küche habe und die Spiegelungen auf glänzenden Seiten stören.) und vielen Fotos. Tatsächlich gibt es zu jedem Rezept eine komplette Seite mit einem Foto, das das entsprechende Gericht zeigt. Auch die Einleitungen zu den Kapiteln und die Dokumentation der Reise werden selbstverständlich bebildert. Die Fotos sind – nach meinem Dafürhalten – gut gemacht. Sie sind abwechslungsreich und alleine das Hinschauen macht hier schon Lust aufs Kochen.

Der zweite große Punkt ist die persönliche Art des Buchs: Von den Einleitungen zu den einzelnen Kapiteln und natürlich der Einführung ins Buch einmal abgesehen, gibt es auch zu jedem Kapitel einen kleinen Text, in dem die Autoren neben allgemeinen Infos zu dem Gericht und seine Bedeutung in China unter anderem erzählen, wie sie auf dieses Gericht gekommen sind oder welche anderen Versionen sie eventuell gefunden haben.
Die ganze Zeit hat man das Gefühl: Das könnten jetzt auch meine Freunde sein, die gerade von einer Reise wiederkommen und ausgerechnet über die Chinesische Küche mit mir reden. Kann ja mal passieren. 😉

Ein weiterer Punkt, der im Grunde mit dem zweiten zusammenhängt: Das Buch ist interessant gegliedert. Von einer relativ „normalen“ Einteilung in Vor-, Haupt- und Nachspeisen gibt es nämlich auch noch eine Einteilung in die verschiedenen Regionen Chinas, eben entsprechend der Reise, die die beiden Autoren unternommen haben.
Wer sehr gern kocht und sich auf eine Reise begeben will, ohne das Haus zu verlassen, kann also einmal quer durch China reisen, indem er einfach aus jedem Bereich ein Rezept aussucht. Genauso kann man aber auch eine Region näher erkunden, wenn man das will.
Als jemand, der noch nie in China war, fehlt mir hier natürlich ein bisschen der Bezugspunkt, gerade wer aber schon mal da war und sich vielleicht an seinen China-Urlaub und eine bestimmte Region zurückerinnern will, wird hier sicher viel Spaß haben. 😉

Außerdem gefällt mir gut, dass das Buch einige „Zusatzseiten“ bietet, auf denen ein Thema knapp vorgestellt wird wie zum Beispiel Tofu. Für Menschen wie mich, die von der Chinesischen Küche (oder vom Kochen allgemein 😂) keine Ahnung haben, ist das natürlich sehr praktisch. Um diese Seiten sortieren sich dann ganz gewieft auch noch ein, zwei Rezepte, in denen genau das wichtig ist. Nicht, dass man nicht auch an anderer Stelle im Buch Rezepte mit diesen Zutaten finden würde.

 

Was mir weniger gut gefällt

Der erste Punkt ist etwas, bei dem ich eher am Verlag als an den Autoren oder dem Buch herummäkeln muss: „forever YANG“ ist ein veganes Kochbuch, allerdings findet der Leser das erst in der Einleitung heraus. weder der Untertitel (Ihr hättet es nicht „Ein veganer Roadtrip …“ nennen können?) noch der Text auf der Rückseite (Hier bekommt man stattdessen einen „aufregenden Roadtrip“ angeboten.) geben diesen Hinweis. Der Klappentext spricht sogar noch von der „Vielfalt der chinesischen Küche“, die zwar sicher auch in der veganen chinesischen Küche gegeben ist, aber hier wird eben auch ein großer Teil der chinesischen Küche außenvor gelassen, ohne dass man den Leser darüber informiert.
Gut, einige werden jetzt sicher sagen „Su Su nimmt es aber auch wieder genau, ist ja nicht so schlimm!“ und ja, da haben sie recht. 😀 Ich habe ganz ehrlich kein Problem damit, ein veganes Kochbuch zu haben, aber ich denke auch, dass ich mich vor Ort vermutlich für ein anderes Kochbuch entschieden hätte, wäre ich darüber informiert worden. Ganz einfach weil ich eben doch gern mehr Auswahl hätte. Ähnlich wird es allen gehen, die eben in einem nicht-veganen Haushalt leben und vielleicht sogar Personen in ihrem haushalt haben, die Wert darauf legen nicht-veganes Essen zu bekommen (Ja, sowas gibt’s.).
Ein Wort im Klappentext oder im Untertitel hätte mir hier schon gereicht. So kommt er erst irgendwo auf der Mitte von Seite 14, wenn man bereits gelesen hat, wie das Buch entstanden ist, und auch die Hälfte der Einleitung schon hinter sich gebracht hat. – So weit lese zumindest ich im Laden nicht. Da schaue ich eher an den Anfang der Einleitung und blättere dann durch die Rezepte. Falls das Buch überhaupt offen rumsteht und nicht noch eingeschweißt ist, dann kann ich diesen Hinweis überhaupt nicht bemerken.

Auch der zweite Punkt ist etwas, worüber sich streiten lässt und was ich eventuell hätte wissen können: Die Autoren schreiben in der Einleitung zwei sehr wichtige Dinge: a) Sie essen gern. b) Sie haben es gern scharf.
Für meine Bewertung muss man jetzt wissen, dass ich eher ein Wenig-Esser bin und scharf zwar okay ist, aber es nicht zu viel sein muss. Außerdem gibt es diverse Dinge, die ich nicht oder zumindest nicht gern esse. Da beginnt dann das Problem.
Die Portionsangabe für die meisten Gerichte ist auf zwei Personen ausgelegt. Für uns war es aber bei beiden Gerichten viel zu viel und wir wären auch gut mit der Hälfte ausgekommen. Und das, obwohl wir beim zweiten Gericht bereits alle Zutaten um etwa ein Drittel reduziert hatten. Ich werde in zukunft definitiv nur noch die Hälfte der Zutaten nehmen und hoffen, dass wir damit besser hinkommen. Auch wenn man vieles sicher noch kalt essen kann, bliebe es nämlich trotzdem noch eine riesengroße Verschwendung.
Ähnlich verhält es sich leider mit der Schärfe: Beide Gerichte waren – obwohl ich in weiser Voraussicht (Ich hatte ja den Hinweis, dass die Autoren Scharfes mögen, schon gelesen.) gleich weniger an scharfen Dingen genommen hatte. Bei Gericht Nummer 1 nahm ich die Hälfte an Chili-Schoten und beschloss hinterher: Beim nächsten Mal nimmst du weniger! Bei Gericht Nummer 2 nahm ich nur noch ein Viertel der angegebenen Chili-Schoten und ließ die Peperoni weg und beschloss: Beim nächsten Mal nimmst du weniger!
Wer auch immer nicht von sich sagen würde, dass er scharfes Essen liebt, sollte mit den Angaben für die Menge der Zutaten vorsichtig sein. Das ist mir übrigens auch schon mit anderen Zutaten (also nicht nur den scharfen) aufgefallen. Manchmal hat die Proportion der Zutaten zueinander einfach nicht funktioniert.

Es gibt noch einen dritten Punkt, der für geübte Köche aber vermutlich weniger tragisch sein dürfte: Gerade bei umfangreicheren Rezepten wird es sehr schnell unübersichtlich. Ich habe bis dato zwei relativ einfache und ein kompliziertes Rezept ausprobiert. Das komplizierte Rezept (für die Jiaozi) verlangte drei verschiedene Teige und drei verschiedene Füllungen anzufertigen.
Hier war leider alles so aneinandergeklatscht, dass es wirklich schwer war, den Überblick zu behalten. Als jemand, der bis dato noch nicht so viel gekocht hat und nicht in der Lage ist, sich mehr als drei kleine Schritte auf einmal zu merken (und drei garantiere ich auch nicht 😅), habe ich mehrfach den Überblick verloren und dadurch wiederum wertvolle Zeit beim Kochen verloren, was das Ganze natürlich nur noch chaotischer hat werden lassen.
Hier hätte ich mir gewünscht, dass einem so umfangreichen Rezept doch noch ein oder zwei zusätzliche Seiten gewidmet werden würden, um zum einen die Übersichtlichkeit zu gewährleisten, und zum anderen, um noch ein paar zusätzliche Hinweise unterzubringen, die mir hier auch gefehlt haben.

Damit komme ich auch schon zum nächsten Punkt: Das Buch beinhaltet einige „Grundrezepte“ wenn man so will, wie z.B. eine Pilzsoße oder ein Chili-Öl. Diese wiederum tauchen dann in der Zutatenliste für die „normalen“ Gerichte auf. An manchen Stellen wird dann auch auf das Grundrezept und dessen Seite hingewiesen, das hält das Buch aber nicht immer durch.
Vielleicht liegt es daran, dass ich bis dato wenig gekocht habe, aber das kam mir etwas unübersichtlich vor. So habe ich dann beispielsweise die Pilzsoße erst zubereitet, während ich schon mit den Jiaozi beschäftigt war. Chaos pur war das Ergebnis.
Sicher, das hätte ich umgehen können, wenn ich vorher nachgeschlagen hätte, aber die Grundrezepte sind ganz hinten im Buch und ich habe sie irgendwie überhaupt nicht für voll genommen. Einen deutlicheren Hinweis zu Anfang hätte ich schön gefunden und wenn man schon bei den Zutatenlisten ab und an darauf hinweist, dann lieber durchgängig. So ging ich nämlich erstmal davon aus, dass die Soße und das Öl, die in der Zutatenliste genannt waren, nicht erst noch selbst zubereitet werden müssten.

 

Mein Fazit

Mein erster Eindruck von „forever YANG: Ein Roadtrip durch die chinesische Küche von Peking bis Hongkong“ ist eher durchwachsen. Zwar mag ich die schöne Aufmachung und die persönliche Art, die Rezepte lassen für mich aber doch etwas zu wünschen übrig.
Zumindest bei mir haben weder die Portionsangaben für das Gericht gestimmt, noch bin ich mit den Mengenangaben bei den Zutaten so ganz einverstanden, insbesondere – aber nicht nur – was die scharfen Bestandteile angeht.
Bei dem Rezept für die Jiaozi – das bisher das komplizierteste war, das ich nachgekocht habe – fand ich außerdem die Aufteilung unübersichtlich und für’s Kochen hinderlich. Dazu kam der manchmal vorhandene und manchmal fehlende Hinweis auf die Grundrezepte am Ende des Buchs, die als Zutaten für die anderen Gerichte gebraucht werden.

Alles in allem gebe ich dem Kochbuch vorerst drei Sterne und werde zu einem späteren Zeitpunkt – wenn ich etwas mehr ausprobiert habe und selbst auch etwas geübter bin – nochmal einen zweiten Beitrag dazu machen und vergleichen.

Ich denke aber, ich kann das Buch vorerst denjenigen empfehlen, die gern vegan und scharf essen und im Kochen etwas geübter sind. Wer Scharfes nicht so gern mag, wird etwas rumprobieren müssen und sollte die entsprechenden Zutaten ordentlich reduzieren.
Überhaupt nicht geeignet ist dieses Buch natürlich für Menschen, die wert darauf legen Fleisch in ihrem Essen zu haben. Es sei denn, man fügt es einfach selbst zu den Rezepten hinzu. Das geht natürlich auch. 😉
Wer – so wie ich – sonst nicht unbedingt viel kocht, sollte das Buch erstmal in Ruhe durchschauen und nach den Rezepten mit wenigen Zutaten und vor allem Schritten Ausschau halten. Dann kann das Kochen mit „forever YANG“ durchaus Spaß machen. Wer sich allerdings nicht zutraut, Mengenangaben selbst zu variieren, sollte vielleicht doch lieber zu einem anderen Kochbuch greifen.

2 Kommentare zu “forever YANG

  1. Das ist ja doof. Indem die Macher das „vegan“ verschweigen, stellen sie sich doch auch selbst ein Bein (nachdem man doch heutzutage mit „vegan“ für alles ködern kann).

    Ich lebe jetzt seit über 6 Jahren in China und allzu viele vegane Hauptgerichte fallen mir auf die Schnelle gar nicht ein. Die großen Klassiker sind eben mit Fleisch. Da kann ich gut verstehen, dass dich das genervt hat!

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    • Eben. Ich verstehe auch nicht, was da in den Köpfen der Verlagsmitarbeiter vor sich gegangen ist. Ich bin sicher, dass es sehr viele Veganer (und auch Nicht-Veganer, ich hätte es zum Beispiel zu einem späteren Zeitpunkt gekauft, nachdem ich erstmal mit einem „normalen“ herumprobiert hätte) gibt, die gern mal chinesisch kochen würden und sich auf genau dieses Buch stürzen würden.

      Das steht sogar so im Buch, dass die Autoren gerade in manch ländlicheren Gegenden Probleme hatten, überhaupt vegane Gerichte aufzutreiben. Ich muss ja zugeben, dass ich vorher wirklich gar nichts über die Chinesische Küche wusste. (Was halt passiert, wenn man weder kochen kann, noch großartig isst. 😂) Insofern hatte ich gar keine so großen Erwartungen, was auf mich zukommt. Es sind aber doch sehr viele und vor allem auch sehr unterschiedliche Rezepte drin.
      Ich stelle euch die drei, die ich schon probiert, diese Woche auch noch vor. Aber bei mir ist alles, was ich übers Kochen zu sagen habe, definitiv mit Vorsicht zu genießen. 😂

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