Evil Emperor’s Wild Consort

Erinnert ihr euch noch? Vor einer ganzen Weile habe ich euch „Enchantress Amongst Alchemists“ von Xiao Qi Ye als eines meiner Highlights vorgestellt. Diese Woche habe ich ein weiteres Werk von Xiao Qi Ye zu lesen angefangen: „Evil Emperor’s Wild Consort„. Und was soll ich sagen? Damit habe ich gleich das nächste Highlight für euch gefunden! 😊

 

Zum Inhalt

Xiao Ruoyun wird von ihrer Familie verraten, doch durch die Hilfe eines magischen Artefakts im Körper von Gu Ruoyun wiedergeboren. So macht sie sich daran, stärker zu werden, um nicht sowohl Gu Ruoyuns offene Rechnungen zu begleichen als auch Rache für den an ihr selbst begangenen Verrat zu begehen.

 

Zu den Figuren

Wie in „Enchantress Amongst Alchemists“ wartet auch „Evil Emperor’s Wild Consort“ mit einer starken Protagonistin auf, die nicht bei allem klein beigibt, sondern durchaus zurückschlägt. Was mich hier wirklich freut, ist die Tatsache, dass Gu Ruoyun ziemlich schnell wächst. Mit den Erfahrungen und dem Wissen aus ihrem früheren Leben, ebenso wie dem Talent in ihrem neuen, kann sie etliche Probleme umgehen und sich so schneller auf das Ziel zubewegen. Trotzdem ist sie nicht dermaßen OP, dass sie alles allein lösen könnte. Stattdessen schafft sie es mit Intelligenz (und ein bisschen Schamlosigkeit 😅) sich frühzeitig Verbündete zu angeln, die ihr dann helfen können.

Genau diese Verbündeten machen ebenfalls einen großen Teil des Charmes dieses Romans aus. Mit Zixie, Xiao Ye und Zuo Shangchen hat Gu Ruoyun eigentlich schon einen potentiellen Harem an ihrer Seite. 😀 Bis dato habe ich allerdings noch keinerlei Romantik zu sehen bekommen, obwohl das angeblich noch kommen soll.
Jeder einzelne dieser Männer hat aber seine eigene Geschichte, die erst nach und nach enthüllt wird. Ja, zugegeben, sie sind alle drei ein bisschen zu stark, als das ich guten Gewissens behaupten könnte, dass Gu Ruoyun gleich auf mit ihnen ist. Dann wiederum wurde Gu Ruoyun eben auch wiedergeboren und braucht erst einmal Zeit, ihre Kräfte aufzubauen. Dieses Ungleichgewicht ist für mich also logisch und wird mit der Zeit vermutlich verschwinden.
Schön außerdem: Die Männer verschwinden durchaus auch mal, sodass Gu Ruoyun öfter auch auf sich allein gestellt ist oder zumindest Hilfe von anderen Leuten in Anspruch nehmen muss.

Natürlich kommt auch die weibliche Fraktion nicht zu kurz: Mit Luo Yin hat Xia Ruoyun die beste Freundin von gu Ruoyun geerbt, die mich definitiv öfter zum Lachen gebracht hat und den Roman dadurch noch einmal auflockert. (Obwohl ich sagen muss, dass der Roman trotz tragischer Hintergrundgeschichte der Protagonistin und scheinbar auch etlicher anderer Figuren ohnehin doch recht leichtherzig ist.)
Mit „Ghost Doctor“ Wei Yiyi (von der ich schwören könnte, dass auch schon in „Enchantress Amongst Alchemists“ die Rede war) hat sie noch eine weitere Dame an ihrer Seite, die sich nicht zu schade ist auszuteilen und von der ich – ganz ehrlich – wahnsinnig gern noch mehr lesen würde, auch wenn ich fürchte, dass dieser Wunsch nicht in Erfüllung gehen wird.

Alles in allem wartet „Evil Emperor’s Wild Consort“ mit vielen interessanten Figuren auf, ganz besonders was die Helfer der Protagonistin angeht. Die Antagonisten sind etwas weniger … durchdacht, soweit ich bisher gesehen habe, auch wenn ihre Handlungen schon Sinn ergeben. Sie sind einfach nur oft relativ klischeehaft. So begegnet man wie so oft in chinesischen Romanen den Gegnern, die die Protagonistin einfach unterschätzen, den Idioten, die sich auf ihre Familie und deren vermeintlichen Einfluss verlassen, die eifersüchtigen Frauen … Hier ist also nicht so viel Neues dabei (zumindest bisher).

 

Mein Fazit

Zugegeben, ich habe den Roman gestern erst angefangen und bisher nur etwa 200 Kapitel gelesen, also vielleicht dürfte ich mir noch gar kein Urteil erlauben. Ich habe aber zumindest einen ungefähren Eindruck, wohin es geht, und bisher bin ich davon wirklich angetan. Bisher kam jedenfalls noch nie Langeweile auf und da die Autorin bis dato geschafft hat, immer wieder neue Überraschungen aus dem Hut zu zaubern, mache ich mir auch keine Sorgen, dass sich daran allzu bald etwas ändern würde.

Von den Hintergrundgeschichten der Figuren einmal abgesehen, die ich wirklich interessant finde, gefällt mir, wie Xiao Qi Ye erst nach und nach Dinge aufdeckt. Es kommen immer wieder neue Aspekte der Welt und ihrer Kultur hinzu, wie es sich eben auch mit den Geschichten der Figuren verhält. So bleibt es immer spannend, aber man bekommt einen genügend großen Vorgeschmack auf künftige Kapitel. Und wenn doch mal eine Frage auftaucht, die einen in großer Verwirrung zurücklässt und fast schon daran zweifeln lässt, ob man hier auf eines der berühmten Plot-Löcher gestoßen ist, folgt die Erklärung in aller Regel schon im nächsten Kapitel. 😉

Es gibt noch eine Sache, die mir an „Evil Emperor’s Wild Consort“ (und auch schon an „Enchantress Amongst Alchemists“) gut gefallen hat und das ist Xiao Qi Yes Schreibstil. Er ist das, was ich als locker-fluffig bezeichnen würde: Einfach gehalten, praktisch, aber wiederum auch nicht so simpel, dass ich das Gefühl hätte, hier ein Kinderbuch vor mir zu haben. Es wird jedenfalls nicht lange herumgeredet. Ich habe hier fast das Gefühl, als würde mir einfach jemand eine spannende Geschichte ganz nebenbei erzählen. Das gibt mir zumindest das Gefühl, dass die Zeit beim Lesen einfach so dahinfliegt.

Eine sache sollte ich wohl auch noch erwähnen: Im Vergleich zu „Enchantress Amongst Alchemists“, in dem die Hauptfigur relativ schnell ihre ‚bessere Hälfte‘ findet und sich ziemlich oft auf ihn verlässt, ist die Abwesenheit von Romantik in „Evil Emperor’s Wild Consort“ eine willkommene Abwechslung. Die Tatsache, dass sich daran jeder Zeit etwas ändern könnte, gefällt mir aber auch. 😉

Alles in allem kann ich diesen Roman definitiv jedem empfehlen, der bereits andere Werke von Xiao Qi Ye mochte oder einfach nach einem Buch sucht, das eine starke Protagonistin mit einem spannenden Team an Helfern und langsamem Kennenlernen der Welt bei gleichzeitig schnell voranschreitender Handlung zu bieten hat.

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