Das große Wasser

Das heutige Märchen stammt wieder aus Richard Wilhelms Sammlung „Chinesische Märchen“. Dieses Mal geht es um „Das große Wasser“, eine Geschichte, die mich ein bisschen an die Arche Noah aus der Bibel erinnert.

 

Zum Inhalt

Ein Junge und seine Mutter nehmen eine Bettlerin auf. Als sie die alte Frau waschen, finden sie jede Menge Läuse auf ihrem Körper, die sie in einen großen Topf sperren. Die Bettlerin rät ihnen, diesen zu vergraben, bis das große Wasser kommt, und ein kleines Schiff aus Holz zu bauen.
Schließlich kommt die Flut. Die Bettlerin verschwindet und Mutter und Sohn graben den Topf aus, dessen Inhalt sich in Perlen verwandelt hat. Das Schiff wächst und so sind sie vor der Flut sicher.
Während sie dahintreiben, retten sie jeede Menge Tiere. Die Bettlerin hatte ihnen gesagt, keine Menschen zu retten, der Junge allerdings hat ein schlechtes Gewissen, als er einen Mann vorbeitreiben sieht. Die beiden retten auch ihn, doch als die Flut vorbei ist, dankt er es ihnen, indem er sie verklagt, um an die Perlen zu kommen.
Mutter und Sohn landen im Gefängnis, bekommen jedoch Hilfe von den geretteten Tieren, damit es ihnen dort nicht schlecht ergeht. Der Richter bekommt einen Brief von der Bettlerin, die in Wahrheit eine Göttin ist. So werden die beiden freigelassen.
Ein paar Jahre später kommen sie in eine andere Stadt. Die Prinzessin, die dort lebt, sucht gerade einen Mann. Durch die Hilfe der Tiere kann der Junge die Aufgabe, die sie stellt, lösen und kann sie heiraten.

 

Meine Meinung

Dafür, dass das Märchen gar nicht so lang ist, steckt in meinen Augen jede Menge darin.

Am Anfang hat es mich ein wenig irritiert: Die Geschichte beginnt damit, dass der Junge gern eine Großmutter hätte, weswegen er und seine Mutter die Bettlerin aufnehmen. Danach packen die beiden deren Läuse in einen Topf. All das wirkt auf mich etwas … merkwürdig. 😅 Ich habe mich schon ein wenig gefragt, in welche Richtung dieses Märchen wohl gehen wird.

Dann kommt die Rede auf die große Flut, die mich ein wenig an die biblische Arche Noah erinnert hat. Hier begannen die anfangs etwas willkürlich wirkenden Dinge Sinn zu ergeben (auf eine märchenhafte Art und Weise 😉 ) und das zieht sich auch durch den Rest der Geschichte: Die Tiere, die die beiden retten, werden benannt und erhalten anschließend auch alle Aufgaben, die sie im Gegenzug erledigen. Auch der Mann, den die beiden retten, hat seine Aufgabe, auch wenn es keine gute ist.

Alles in allem macht das Märchen erstmal einen etwas chaotischen Eindruck, entpuppt sich später aber als eine Geschichte, deren einzelne Teile sehr schön miteinander verknüpft sind.
„Das große Wasser“ schafft es zwar nicht unter meine Lieblingsmärchen, ist aber in meinen Augen durchaus lesenswert, einfach um mal ein etwas anderes Märchen kennenzulernen.

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