Otherworldly Evil Monarch

Freitagabend habe ich einen neuen Roman angefangen: „Otherworldly Evil Monarch“. Nachdem mir der Anfang richtig gut gefallen hat, hatte ich gleich überlegt, ob ich ihn euch diese Woche nicht als Samstagshighlight vorstellen soll. Weil der Roman ziemlich langsam in Fahrt kommt, dachte ich mir dann am Samstag, dass ich besser noch ein bisschen länger lese, bevor ich mich entscheide. Und plötzlich war irgendwie Sonntag. 😀

Was soll ich sagen? Die handlung kriecht immer noch dahin und ich bin nach mittlerweile 100+ Kapiteln trotzdem nicht ganz sicher, ob ich ihn euch nun als Samstagshighlight (oder jetzt eher Sonntagshighlight …) vorstellen sollte oder nicht.

Eigentlich hat „Otherworldly Evil Monarch“ alles: Eine interessante Hauptfigur, Nebenfiguren, die diese gut ergänzen und auch für sich genommen mein Interesse wecken konnten, eine spannende Handlung und genügend Geheimnisse und Emotionen. Ab und an ist die Geschichte sogar so schön poetisch, dass ich den ein oder anderen Absatz gleich vier- oder fünfmal lesen möchte.
Trotzdem habe ich irgendwie das Gefühl, das etwas fehlt. :/ Vielleicht liegt es daran, dass sich die Geschichte nur sehr, sehr langsam entwickelt und das, obwohl in jedem Kapitel etwas passiert. So richtig kann ich den Finger nicht darauf legen. Eventuell wünsche ich mir einfach noch mehr vom Charakter der Hauptfigur zu sehen? Keine Ahnung. Trotzdem ist „Otherworldly Evil Monarch“ ein toller Roman, weswegen ich ihn euch einfach trotzdem vorstellen werde. Falls ich noch darauf kommen sollte, was mich daran stört, werde ich es noch hinzufügen. 😀

Nachdem ich jetzt schon so viel und eigentlich doch nicht wirklich etwas gesagt habe, jetzt aber wirklich zum Roman:

 

Zum Inhalt

Jun Xie ist der beste (und ein ziemlich exzentrischer) Assassine, kommt aber leider trotzdem ums Leben, als er ein magisches Artefakt davor zu bewahren versucht, aus seinem Heimatland geschafft zu werden. Eben diesem magische Artefakt verschafft ihm aber auch eine Chance auf ein neues Leben: Als der Nichtsnutz Jun Mo Xie, für den seine Familie schon jede Hoffnung einer strahlenden Zukunft aufgegeben hat, wacht er in einer fremden Welt auf.

 

Zu den Figuren

Jun Xie ist definitiv mein erstes Highlight an diesem Roman. Obwohl er in seinem letzten Leben der König der Assassinen war, ist er nicht der Protagonist mit erstarrten Gesichtsmuskeln, den man vielleicht erwarten könnte. Ganz im Gegenteil zeigt er jede Menge Emotionen und das in mehr Richtungen, als ich es von den meisten männlichen Protagonisten bisher so gewöhnt bin. Das war definitiv eine schöne Überraschung schon relativ zu Beginn des Romans.
Gleichzeitig empfinde ich Jun Xie als sehr realistisch: Er kommt in eine neue Welt und nein, er ist nicht sofort in der Lage, es mit jedem aufzunehmen und all die OP Skills einzusetzen, die er zuvor gelernt hat. Stattdessen verbringt er seine Zeit mit Trainieren und Lesen, um sich selbst zu verbessern und mehr über seine Situation zu erfahren.
Auch das war eine schöne Überraschung, weil die Protagonisten sonst oft unerklärlicherweise ihre Fähigkeiten einfach aus ihrem alten Leben übernehmen. Während das für manche (z.B. Beobachtungsgabe oder strategische Fertigkeiten) logisch ist, ist es das für mich bei körperlichen Fähigkeiten nicht. Nur weil jemand weiß, wie etwas rein theoretisch geht, kann er es mit einem untrainierten Körper noch lange nicht.

Neben Jun Xie gibt es auch noch Jun Xies Familie zu der sein Großvater Jun Zhan Tian und sein Onkel Jun Wu Yi gehören. Beide spielen im Roman eine wichtige Rolle und sind Charaktere, die sich ebenfalls hervortun. Ganz besonders Jun Xies Großvater ist eine Nummer für sich. 😀
Die Bereitschaft, die er zeigt, sich für seinen Enkel einzusetzen, ist wirklich rührend und zu lesen, wie er sich dafür mit dem einen oder anderen anlegt, hat mir definitiv viel Spaß gemacht. – Ja, der Roman hat nämlich auch einen humorvollen Teil, wenn auch oft genug dunklere Töne angeschlagen werden.

Neben der Familie Jun gibt es weitere Familien, die alle mit mehreren Mitgliedern vertreten sind und eine bunte Mischung an Charakteren erzeugen. Die meisten hiervon sorgen für jede Menge Spannung und haben den Roman für mich nochmal ein Stückchen besser gemacht.
Eines gibt es aber, das mich gewaltig stört: Es gibt nur wenige Frauen im Roman, aber die wenigen, die bis dato aufgetaucht sind, hätte ich am liebsten gestrichen gesehen. 🙈 Eigentlich gibt es bisher nur drei: Jun Xies Schwägerin, eine der Töchter des Kaisers und eine Tochter aus einer der Familien aus derselben Stadt. Mal von Jun Xies Schwägerin abgesehen, sind die anderen beiden für mich einfach nur nervtötend. Man hat hier die typische weibliche Figur von: will immer ihren Willen durchsetzen, urteilt vorschnell, trägt nie die Konsequenzen ihres Handelns. Danke, aber auf die Art von Frau kann ich auch in Romanen gut verzichten. 😒

 

Mein Fazit

„Otherwordly Evil Monarch“ ist ein Roman, der mich ziemlich schnell für sich begeistern kann. Er wartet mit einer etwas merkwürdigen, aber gerade deshalb sympathischen Hauptfigur auf, wie ich sie mir in vielen anderen Romanen wünschen würde. Die Handlung schreitet stetig voran, trotzdem hatte ich irgendwie das Gefühl nur sehr sehr langsam vom Fleck zu kommen. Gerade das dürfte aber auch einer der Gründe dafür sein, dass der Protagonist Jun Xie die Möglichkeit hat, so viele Facetten von sich zu zeigen. Außerdem kann er sich so wirklich entwickeln und an seinen Aufgaben wachsen, statt neben seinen Erfahrungen auch noch seine Fähigkeiten mit in sein neues Leben mitzunehmen und von vornherein allen meilenweit überlegen zu sein. Der Roman ist dadurch an vielen Stellen für mich glaubhafter als viele seiner Artgenossen mit reinkarnierten oder in anderen Welten wiedergeborenen Protagonisten.
Irgendetwas fehlt mir an diesem Roman aber trotzdem, wenn ich auch nicht genau sagen kann, was es ist. Eventuell fehlt mir eine wirkliche Haupthandlung, ein Ziel, auf das Jun Xie hinarbeitet, obwohl auch das in Ansätzen vorhanden ist.

Alles in allem ist „Otherwordly Evil Monarch“ trotzdem eines meiner Highlights und vielleicht kann auch die letzte Unsicherheit mit ein paar Kapiteln mehr ausgemerzt werden. 😉

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