Poison Genius Consort

Heute möchte ich euch einen Roman von Jie Mo vorstellen, der aktuell als „Legend of Yun Xi“ auch als Serie verfilmt wird: Poison Genius Consort.
Die Übersetzungslizenz wurde schon vor geraumer Zeit von volarenovels erworben. Hier gibt es fünf Mal die Woche ein neues Kapitel zu lesen. Es handelt sich also um einen Fortsetzungsroman.

Schon mal eine Warnung vorneweg: Poison Genius Consort ist ziemlich beliebt (sonst gäbe es ja auch keine Serie 😉 ), trotzdem habe ich die Geschichte bereits im zweiten Handlungsbogen abgebrochen und glaube auch nicht, dass ich sie bald wieder zur Hand nehmen werde.

Meine Bewertung: Sterne-2b

 

Zum Inhalt

Han Yunxi kommt bei einem Arbeitsunfall (Ihr Chef wirft ihr nach einem Streit zu schwere Akten an den Kopf. 😀 ) ums Leben und wacht in der Vergangenheit auf, wo sie gerade auf dem Weg ist, verheiratet zu werden.
Leider halten ihr zukünftiger Ehemann und ihre Familie recht wenig von der Idee und setzen alles daran, dass es nicht zu dieser Hochzeit kommt. Han Yunxi weigert sich jedoch aufzugeben, was sie zwar bis ins Haus ihres Ehemanns bringt, ihr Leben aber auch nicht wesentlich besser macht.
Immerhin findet ihr Ehemann recht schnell heraus, dass Han Yunxi eine Gift-Expertin ist und gerade eine solche kann er extrem gut gebrauchen.

 

Was mich an dieser Geschichte begeistert hat und weswegen ich trotzdem aufgegeben habe

Der Prota-Cheat

Han Yunxi ist als Figur durchaus interessant. Sie gibt nicht so schnell auf, hat eine schnelle Auffassungs- und eine gute Beobachtungsgabe und ist intelligent. Genau das, was ich mir von einer weiblichen Protagonistin nur wünschen kann.
Ihre „Fähigkeiten“ im Umgang mit Gift haben mich allerdings ziemlich schnell enttäuscht. Was anfangs nach ihrem eigenen über Jahre angeeigneten Wissen und harter Arbeit klang, stellte sich schnell als modernes System heraus, das man ihr irgendwie ins Gehirn eingebaut hat. Dieses System identifiziert nicht nur Gifte für sie und warnt sie sogar vor diesen, wenn sie sich ihnen nähert, nein, es kommt sogar noch mit einer praktischen Dimension, in der jede Menge Material für Gegengifte verstaut ist und in der Han Yunxi Sachen verschwinden lassen kann.
Ich gehöre eher selten zu den Lesern, die sich über einen „Cheat“ des Protagonisten aufregen, denn seien wir mal ehrlich: Hätte der Protagonist nicht irgendeinen Vorteil, wäre er in den meisten Romanen innerhalb der ersten zehn Kapitel tot.
In „Poison Genius Consort“ war es mir dann aber doch zu viel. Han Yunxis Cheat hat mir einfach nicht das Gefühl gegeben, dass es wirklich sie ist, die hier arbeitet. Sie greift hier lediglich auf eine Datenbank zurück, was – Verzeihung – jeder Depp könnte. warum bitte kann die intelligente und praktisch veranlagte Protagonistin, die hier präsentiert wird, nicht aus eigener Kraft solche Dinge erledigen?

Immerhin taucht recht schnell ein Gift auf, das nicht einfach per System erkannt und bekämpft werden kann. Das war für mich der Grund, tatsächlich noch weiterzulesen. Von der Handlung her wurde ich auch nicht enttäuscht: Han Yunxi stolpert immer wieder (manchmal zufällig, manchmal selbstverschuldet und manchmal „dank“ ihres Ehemanns) in Probleme und löst diese, ohne dabei je ihren Charakter zu verlieren.
Was die Handlung angeht, hat die Geschichte es mir wirklich angetan. Es gab so viele Hinweise auf weitere Handlungsbögen und Figuren, die später wohl wichtig werden, dass i wahnsinnig gern gewusst hätte, wie es weitergeht. Aber dann kam mein Problem.

 

Die andere Hälfte der Medaille

Der „Duke of Qin“ wie Han Yunxis Ehemann Long Feiye meistens nur betitelt wird, hat genau den Charakter eines männlichen Protagonisten, den ich am meisten hasse. Eine Weile konnte ich ihn ertragen, aber irgendwann war bei mir einfach Schluss.
Niemand muss sich meines Erachtens groß um eine Frau scheren, die ihm von außen und dann auch noch aus politischen Gründen aufgehalst wurde. Ich erwarte aber von einer Figur zumindest ein wenig menschliches Verhalten und Long Feiye zeigt davon … nichts. Er ist der typische Mimik-lose, kaltherzige, desinteressierte männliche Hauptcharakter, der sich um nichts und niemanden schert und solange er kann (was er meistens kann) nicht einmal die Grundregeln der Höflichkeit befolgt. Alle anderen Menschen sind für ihn einfach Luft.
Das ist okay, solange es im Rahmen bleibt, aber das tat es für meinen Geschmack bei Long Feiye nicht. Während ich am Anfang noch dachte, dass das etwas werden könnte, ging er mir schon im zweiten Handlungsbogen dermaßen auf den Senkel, dass mich der Gedanke, ihn noch länger ertragen zu müssen, dazu gebracht hat, den Roman aufzugeben.

 

Mein Fazit

„Poison Genius Consort“ ist ein Roman mit einer interessanten Handlung, die immer wieder Abwechslung bietet und gerade für spätere Kapitel noch viel Spannung verspricht.
Trotzdem habe ich den Roman aus zwei Gründen abgebrochen: Der Cheat der Protagonistin ist mir zu stark und der männliche Hauptcharakter ist mir wahnsinnig unsympathisch.

Während ich über den Cheat der Protagonistin noch hinwegsehen kann, weil hier die Handlung ab und an gegen steuert und ihr Charakter wirklich interessant ist, hat es mir der männliche Protagonist Long Feiye völlig verdorben.
Man muss leztlich bedenken, dass dieser Roman auch ein Liebesroman ist. Wenn man dann so vollständig gegen das OTP ist, macht es halt einfach keinen wirklichen Spaß, den Roman zu lesen.
Eins von beidem hätte ich sicher verschmerzen können, aber beides zusammen hat leider dafür gesorgt, dass die guten Punkte untergingen und mein Spaß verloren ging.

Wer allerdings diese Art von männlichem Hauptcharakter mag und die Zeit abwarten kann, die er zum Auftauchen braucht (Was wetten wir, dass er in ein paar Handlungsbögen butterweich wird und der Protagonistin aus der Hand frisst?), der wird mit „Poison Genius Consort“ sicher viel Spaß haben.

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