Wer hat’s erfunden? – Das Problem mit dem Original und wessen Arbeit man unterstützen sollte

Heute werde ich euch „Ten Miles of Peach Blossoms“ auf meinem Blog vorstellen. Über den Hintergrund dieser Serie gibt es allerdings noch etwas zu sagen, das ich an dieser Stelle zuerst erklären möchte, weil ich finde, dass jeder, der die Serie schaut, sich dieser Tatsache bewusst sein sollte.

 

Die Vorlage

Die Serie basiert auf einem Roman von Tang Qi, der als „To the Sky Kingdom“ auch ins Englische übersetzt wurde. Leider handelt es sich bei diesem Roman scheinbar um ein Plagiat. Das Original soll Dafeng Guaguos „Taohua Zhai“ sein, das bereits längere Zeit vor Tang Qis Roman erschien.
Da ich beide Romane nicht im Original gelesen habe, maße ich mir nicht an, sagen zu können, wie ähnlich sich die beiden Werke tatsächlich sind. Ob es sich tatsächlich um ein Plagiat handelt oder nicht, kann ohnehin nur ein Gericht entscheiden.
Auf diesem Blog wurde aber ein Teil einer Liste mit Übereinstimmungen übersetzt, die doch schon eine recht deutliche Sprache zu sprechen scheinen. Das Ganze beginnt mit relativ allgemeinen Übereinstimmungen wie Titel (den in den seltensten Fällen der Autor selbst festlegen darf, daher kann man das noch ignorieren) oder Genre. Bald schon werden aber mehr und mehr Sätze angeführt, die beinahe eins zu eins übereinstimmen, und auch die Ähnlichkeiten zwischen den Namen der Figuren sind beachtlich.

Plagiate sind kein Kavaliersdelikt und da es sich hier um einen Verdachtsfall handelt, würde ich Tang Qis Buch wohl nicht lesen.
Wohlgemerkt: dieses Buch. Über ihre anderen Bücher ist nichts dergleichen bekannt, also gehe ich entsprechend davon aus, dass es damit keine Probleme geben sollte. Tatsächlich habe ich sogar eines ihrer anderen Bücher gelesen und muss sagen, dass es mir gefallen hat.

 

Die Adaption

Sollte man deshalb auch die Serie, die auf Tang Qis Buch basiert, boykottieren? Ich weiß ganz ehrlich es nicht.
Ich hatte „Ten Miles of Peach Blossoms“ bereits gesehen, bevor ich von dem möglichen Plagiat erfahren habe. Die Serie hat mir gefallen und wenn ich sie allein betrachte, hätte ich auch niemals solche Gedanken.
Die Tatsache, dass ich damit aber indirekt etwas unterstütze, das ich nicht unterstützen möchte, hinterlässt schon einen schalen Beigeschmack.
Und ja: Man unterstützt hier die falsche Person, denn durch die Serie wird man auf Tang Qis Buch, nicht aber auf Dafengs Buch aufmerksam und wenn einer der beiden Autoren mit an der Serie verdient (was ich nicht weiß), wäre es ebenfalls Tang Qi. Es ist sicher kein Zufall, dass Tang Qis Buch offiziell ins Englische übersetzt wurde, während man zu Dafengs Buch überhaupt nichts findet.
Gäbe es dazu eine englische Übersetzung, würde ich sie ohne zu zögern kaufen. So hat Dafeng aber keine Chance, zu profitieren. Es ist sogar anzunehmen, dass Dafeng selbst in China nicht davon profitiert, solange nicht immer und immer wieder mit Nachdruck auf das Buch hingewiesen wird.

Gleichzeitig kann für dieses Problem aber die Serie nichts und die wurde schon gedreht. Der Regisseur, die Schauspieler, die Filmcrew, der Komponist des Soundtracks und alle, die sonst noch beteiligt waren, haben viel Zeit und Mühe in dieses Projekt investiert und dabei einen großartigen Job gemacht. Das sollte meines Erachtens ebenfalls gewürdigt werden.

 

Grundsätzlich denke ich, es ist in Ordnung, die Serie zu schauen. Man sollte die Hintergrundgeschichte aber immer im Kopf behalten und wenn die Sprache auf das „Original“ kommt, sollte meines Erachtens auch immer erwähnt werden, wo das Problem liegt, damit sich jeder selbst seine Meinung bilden kann.

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